Mittwoch, 21. Januar 2015

Nicht schon wieder dieselbe alte Leier...


Nachdem ich eine ganze Woche krank im Bett gelegen habe, wollt ich mal wieder produktiv sein – ich hab heute zwar nur die Hälfte erledigt von dem, was ich tun sollte (ich weiß echt nicht, wie ich aus diesem grässlichen Motivations-Tief komme), aber immerhin mehr als das ganze Wochenende über! Zudem habe ich unser Through The Booking Glass Buch für diesen Monat durch und hab mir bereits schon einige Gedanken zum Post gemacht – dieser kommt aber erst nächste Woche.
Heute hab ich ein anderes Thema mitgebracht. Eins, das mich schon seit einer Weile beschäftigt, als Leserin und als angehende Autorin. Es geht nämlich um Clichés. Ich bin oft auf tvtropes.org unterwegs (kann ich nur empfehlen), weil es mich interessiert, welche Plot- & Charakterstrukturen sich wiederholen und wie sie in verschiedenen Kontexten funktionieren. Ich liebe Tropes. Ich nehme sie mir oft zur Hilfe, wenn ich gerade an einem Charakter oder einer Geschichte bastle. Und es ist immer interessant zu sehen, in was für Genres sie alles funktionieren. Tropes sind aber nicht gleich Clichés, wie tvtropes.org sagt: 

"Tropes are devices and conventions that a writer can reasonably rely on as being present in the audience members’ minds and expectations. On the whole, tropes are not cliches. The word clichéd means “stereotyped and trite.” In other words, dull and uninteresting.“


Während ich eine Geschichte plane, dann fange ich ganz natürlich mit einem Cliché an. An meinem jetzigen Projekt erfährt ein Mädchen, dass sie gar nicht 'normal' ist. Wie oft lesen wir das unter Jugendbüchern? „Du bist ein Zauberer, Harry“ - jeder kennt diesen Satz. Aber ich bin mir bewusst, dass es sich um ein Cliché handelt und überlege mir deshalb: Wie kann ich den Charakter so gestalten, dass er nicht einfach nur ein Abziehbild von Luke Skywalker oder Harry Potter ist?

Aber wenn man auf den jetzigen Jugendbuchmarkt (auf den ich mich gerade bewege – sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben) schaut, dann erkennt man, dass viele Autoren sich gar nicht die Mühe machen, Clichés aus dem Weg zu gehen. Ich sage damit nicht, dass eine Geschichte die Clichés beinhaltet gleich schlecht ist. Nein, einige funktionieren auch mit solchen, aber sie bringen andere Originalität ein, die die Geschichte dann interessant macht. Aber nicht alle.


Zehn von diesen Clichés in YA Literatur habe ich mir herausgepickt und ich wette, ihr habt alle öfter mal irgendwo gesehen. (Achtung – ich vertrete hier eine sehr subjektive Meinung.)


1. Love Triangles

Ich kann da nur mit den Augen rollen, wann immer mir so ein Buch in die Hände gerät – und meistens lege ich es sofort weg. Es gibt viele gute Bücher mit Love Triangles, aber mittlerweile ist diese Storyline so oft eingesetzt worden, das sie schon gar nicht mehr schön ist. Normalerweise handelt es sich bei einem Mädchen, das zwischen zwei Jungen steht. Oft sind die Jungen das Gegenteil voneinander: Der eine ist freundlich und gut drauf, der andere dunkel und mysteriös. Der eine gut, der andere böse. Am besten noch beide Jungen hassen sich und konkurrieren darüber, wer das Mädchen haben darf. Schlimm dabei ist noch, wenn es ein ewiges hin und her ist, wobei eigentlich klar ist, für wen sich das Mädchen entscheidet. Entweder gähn ich mich durch das Buch oder ich rege mich auf. Ich weiß leider nicht wie der Büchermarkt vor Twilight aussah, weil ich erst damit in diese Sparte wirklich gekommen bin, aber ich bin mir sicher, dass wir Twilight zu verdanken haben, dass dieses Cliché präsenter wurde (wenn ich falsch liege korrigiert mich bitte). Ein schönes Beispiel ist in diesem Fall auch The Vampire Diaries, wo Elena zwischen zwei Brüdern steht. Natürlich wollen diese Jungen auch niemand anderen als das Mädchen.
Ich frage mich da woran der Reiz in diesem Klischee besteht. Aber vielleicht bin ich auch nur herausgewachsen. Was ich schön finden würde, wenn zum Beispiel ein Junge zwischen zwei Mädchen stehen würde. Noch besser wäre es, wenn die Mädchen sich gar nicht kennen und sich dementsprechend nicht hassen müssen (würde auch mit zwei Jungs klappen). Interessant wäre bestimmt auch wenn ein Junge das Mädchen liebt, das Mädchen liebt aber den anderen Jungen, der wiederum den ersten Jungen (ein richtiges Dreieck). Oder warum sich nur auf Dreiecke beschränken? Was ist mit Liebesvierecke, -fünfecke? Es gibt so viele Möglichkeiten und ich verstehe einfach nicht, warum man sich auf etwas konzentriert, das schon millionenfach angewendet wurde.

Das einzige Liebesdreieck, was ich gut gemacht finde, ist das aus The Infernal Devices von Cassandra Clare. Dabei handelt es sich immer noch um die typische Konstellation Junge/Mädchen/Junge, aber das interessante daran ist, dass die beiden Jungen, Jem und Will, sich nicht hassen, sich sondern lieben wie Brüder, und anstatt sich um das Mädchen zu reißen, sagen sie „Nimm du sie!“ - „Nein, nimm du sie!“

2. Der/die Neue

Ich verstehe, woher dieser Trend kommt – mit neuen Sachen kommen Veränderungen. Aber trotzdem ist das ein Klischee. Dabei ist das egal, ob der Protagonist der/die Neue in der Stadt ist, oder eben der/die Zukünftige. Am besten ist dieses Klischee verbunden mit einer Kleinstadt, wo über alles geredet wird. Gut klappt es auch, wenn es sich um einen Jungen handelt, und bevor er kam war die Welt noch normal. Doch mit seiner Ankunft scheinen sich merkwürdige Dinge zu ereignen. Du wirst plötzlich von ihm gerettet, wenn ein Auto dich eigentlich zerdrücken würde. Hm! Witzig ist auch, dass er ausgerechnet etwas von dem Mädchen will, was könnte das bloß sein? Und wenn nicht der Junge der neue in der Schule/Stadt ist, dann ist es eben das Mädchen – die dann auch die Hauptfigur in dem ganzen Drama spielt. Sie wird belagert von Jungs, aber alle Mädchen hassen sie. Warum diese Feindseligkeit? In meiner Erfahrung wurden neue Mitschüler immer mit offenen Armen begrüßt, es sei denn, man benimmt sich wie ein Idiot. 

Ich glaube, ich habe einfach ein Problem damit, wie der/die Neue eingesetzt wird. Bestimmt könnte man dieses Plotmittel gut einsetzen, wenn man ein wenig mehr Kreativität hineinbringt, aber leider seh ich das so unglaublich wenig, dass es mich nur unglaublich nervt. Vor allem ist der Neue natürlich immer überirdisch gutaussehend. 

3. Liebe auf dem ersten Blick


Kombiniert mit Nummer 2 hat man oft die Liebe auf dem ersten Blick. Es ist dieser filmreiche Moment. Man dreht sich nichtsahnend zur Tür und da kommt er. Slow-Motion. Ein Wind weht im durch die Haare, obwohl wir uns in einem Gebäude befinden, alle starren mit offenen Mund auf ihn – der überaus attraktive Neuankömmling. Passt aber auch, wenn man selbst der Neuankömmling ist und man eben diesen einen Jungen sieht. Oder das eine Mädchen. Je nachdem, aus welcher Sicht man eben schreibt. Dabei gibt es aber auch Strukturen, die es einem schwer machen die Liebe auf den ersten Blick abzukaufen:
Ich persönlich glaube nicht an die Liebe auf den ersten Blick, aber vielleicht handelt es sich hier um „Attraktivität auf den ersten Blick“. Das wäre vollkommen legitim. Aber wie kann man jemanden lieben, den man vielleicht drei Sekunden angesehen hat? Klar, er sieht gut aus... heißt das gleich, dass du verliebt bist? Das ist auch so eine Sache, die mich nervt. Schlimm ist dieses Klischee verbunden mit der "große Liebe“. Ich weiß, dass es Menschen gibt, die heiraten ihre erste große Liebe. Aber wie oft kommt das schon vor? Ich find es ehrlich gesagt spannender, wenn der Protagonist außer DEM Love Interest vielleicht noch andere romantische Interessen hat oder hatte (NICHT in Form von dem Liebesdreieck), aber wie es aussieht, leben alle Teenager in vollkommener Enthaltsamkeit bevor die Geschichte anfängt. Damit kommen wir zu Punkt 4.

4. Ich bin nicht wie andere Mädchen.


Ich bin nicht wie andere Mädchen, denn im Gegenzug zu anderen Mädchen, die auf Partys gehen und mit vielen Jungs schlafen, habe ich grüne Augen, lese Dostojewski, bin schüchtern, halte mich für nicht hübsch oder besonders, ich schminke mich nicht und bin, trotz allem, attraktiv und gebildet.

Erst einmal: Ich verstehe, dass es Leute gibt, sowohl Mädchen als auch Jungen, die introvertierter Natur sind und es lieber mögen, Zuhause zu sein und zu lesen. Aber warum bist du ausgerechnet anders als andere Mädchen? Nur weil es Mädchen gibt, die gerne feiern gehen oder keine festen Beziehungen führen? Warum sind diese „anderen“ Mädchen schlechter als du? Warum bist du besonderer als die? Ist das, was du magst oder tust hochwertiger? Dieses Bild von der speziellen Schneeflocke ist ungesund – und das schlechtmachen dieser „anderen“ Mädchen ist alles andere als gut. Es gibt Mädchen, die vereinigen all diese Eigenschaft zusammen. Mädchen, die Dostojewski lesen und trotzdem Party machen gehen, sich schminken, aber trotzdem vielleicht Probleme haben. Mädchen, die eine Brille tragen, aber trotzdem beliebt bei Jungs sind, aber es vielleicht lieber haben, Zuhause zu bleiben als auszugehen. Warum wird uns vermittelt, das bestimmte Eigenschaften andere ausschließen? Ich finde das nicht in Ordnung – vor allem bei solchen Büchern sind junge Mädchen die Zielgruppe und dann wird ihnen diese Denkweise eingetrichtert. Ich verstehe, dass man in der Pubertät diese Einstellung entwickelt, dass man sich nicht zugehörig fühlt etc. Aber anstatt dieses Klischee so auszuweiten, das es mehr Tiefe bekommt, ruht sich der Autor darauf aus und beschämt damit nicht nur Mädchen, die bestimmte Sachen mögen, sondern verschlimmert das ganze, indem er diese Denkweise weiter verbreitet.

Hinzu kommt, dass diese speziellen Mädchen, obwohl sie ja sooo hässlich und uninteressant sind, trotzdem von zahlreichen Jungs umschwärmt werden. Hmmm... also irgendwie stimmt da etwas nicht.


Eine Buchreihe, die dieses Klischee einfach mal vollkommen ausradiert ist Vampire Academy. Rose ist alles andere als dieses Klischee. Sie hat Spaß, genießt ihre Jugend, mag viele Jungs, kann auch mal oberflächlich sein, geht auf Partys, ist aber dabei nicht weniger besser. Sie ist selbstbewusst, nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand – und ich finde, das ist ein gutes Bild, das für Mädchen vermittelt wird. Natürlich ist Rose auch nicht perfekt, aber für ihr Handeln kommen eigentlich immer Konsequenzen (wäre das nicht so, wäre das in der Tat problematisch und würde an einer Mary Sue grenzen). Rose ist dieses Mädchen, von dem das oben genannte Mädchen spricht. Sie ist das 'andere Mädchen'. Aber... Überraschung! Sie hat eine Persönlichkeit. Womit wir zu Punkt 5 kommen.



5. Denn alle anderen Mädchen sind oberflächlich und böse.


Ich hasse es – wirklich, ich hasse es wenn ich ein Jugendbuch aus der Perspektive eines Mädchens lese, das sich selbst als die heilige Maria darstellt, und alle andere Mädchen sind oberflächliche Bitches, die nichts besseres zu tun haben als das Leben der Protagonistin zur Hölle zu machen, total eifersüchtig und neidisch reagieren, weil der Junge lieber etwas mit der Protagonistin zu tun hat und nicht mit ihr... Warum muss es immer um Jungs gehen... warum müssen sich Mädchen in Geschichten immer hassen und wegen einem Jungen konkurrieren... Mädchen können auch andere Interessen haben. Klar ist die Liebe ein wichtiges Thema, aber vielleicht konkurrieren Mädchen auch, weil die eine die beste im Schwimmteam sein will und die andere eben auch. Sie haben eben ihre Werte, und sie möchten gut in etwas sein. Es ist wichtig, finde ich, auch positive Beziehungen zwischen Mädchen zu zeigen – nicht zwangsläufig immer im Form der besten Freundin (die gib es nämlich immer, keine Frage). Aber warum ist dieses Mädchen oberflächlich? Nur weil die blond und beliebt ist? Vielleicht hat sie Zuhause Probleme, weil ihre Eltern sich scheiden? Vielleicht ist dieses Mädchen hyperintelligent und tut nur dumm, weil sie Angst hat zur Außenseiterin zu werden? Vielleicht hat dieses Mädchen aber auch kein Interesse an Jungs, weil sie nämlich eine Freundin hat? Es ist wichtig, ein vielfältiges Bild von weiblichen Figuren zu schaffen. Viele Autoren machen sich nicht die Mühe, aber ich halte es für wichtig, jeder Figur eine Persönlichkeit zu geben und sich nicht nur auf Stereotypen auszuruhen.

6. Düsterer, gutaussehender Eremit mit gutem Herz


Hah. Dieses Klischee ist so eine Sache, weil ich eine Art Liebes-Hass Beziehung zu ihr habe. An dieser Stelle muss ich sagen, dass ich eine Schwäche für den sorgenschweren Einsiedler mit Herz aus Gold habe, der sarkastische Kommentare einwirft und sonst ein Mysterium bleibt. Andererseits... mag ich ihn nur, wenn er gut charakterisiert wird. Wenn es ein Grund für sein Verhalten gibt. Und dabei reicht nicht nur ein grauenhaftes Schicksal. Schlimm finde ich es auch, wenn der mysteriöse Eremit noch dazu schreckliche Dinge getan hat (je nachdem, in welchem Genre wir uns befinden), und die dann einfach so 'entschuldigt' werden, weil er ja eigentlich ein gutes Herz hat Nein! Nein, nein, nein! Ich bitte euch! Wie oft habe ich das schon sehen müssen? Sein gutes Aussehen ist praktisch seine Entschuldigung. Oh, und er verliebt sich in die Protagonistin. Sagt manchmal was schönes, aber vorher beschimpft er sie und misshandelt sie. Aber es ist ja so romantisch! Schließlich wird er nur missverstanden – obwohl er keine legitime Hintergrundgeschichte hat, die ihm zu dem Arsch gemacht hat, der er heute ist. Wisst ihr, keine Hintergrundgeschichte begründet, warum sich ein Charakter wie ein Arschloch aufführt – das ist immer eine eigene Entscheidung. Wir lieben ihn wegen seinen coolen, beißenden Sprüchen und ignorieren dabei, dass er sich freiwillig so asozial verhält. In abgeschwächten Formen finden wir ihn in Warner (Shatter Me), Daemon (Lux Series) und Edward (Twilight) wieder.


Es gibt aber auch gute Beispiele, die nicht so klischeehaft wirken. Wisst ihr, welchen mysteriösen Eremiten ich mag? Draco (Harry Potter). Ihm wurde ein Leben lang Klassizismus eingetrichtert, er wuchs unter enorm hohen Druck seiner Eltern auf, dabei wurde ihm beigebracht, dass er besser als andere ist – und schließlich konnte er seiner 'Verpflichtung', Voldemort zu dienen, nicht entrinnen. Aber immerhin hat Draco zum Ende hin gemerkt, dass es nicht ganz richtig war, was ihm das ganze Leben lang beigebracht wurde. Ich will seine Taten nicht entschuldigen – aber er ist trotzdem ein guter Charakter. Eine interessante Charakterentwicklung. Keine zwangsläufig gute Persönlichkeit. Die Empathie rührt nicht aus Mitleid, oder weil er vielleicht gut aussieht, nur weil ein bestimmter Schauspieler ihn spielt (gell, J.K. Rowling?), sondern aus Verständnis. Das sind für mich zwei verschiedene Dinge.

Weitere Beispiele sind für mich Jace (The Mortal Instruments), Dimitri und Adrian (Vampire Academy / Bloodlines).



7. Jungfrau in Nöten

Dieses Klischee ist so alt wie die Antike. Wobei ich glaube, dass sich langsam dieser Trend auflöst, dank Heldinnen wie Katniss. Trotzdem ist dieses Klischee sehr oft vertreten, wo die Protagonistin auf den Jungen wartet, der sie aus dem Mist wieder heraus reitet. Weil er vielleicht ein Vampir ist. Oder ein Alien. Vielleicht ist er aber auch ein Engel oder ein Dämon. Oder ein Millionär. Die Liste lässt sich ewig lang führen, weil der Junge immer etwas Besonderes ist oder eine höhere Macht besitzt. Und natürlich ist er immer zur Stelle, wenn sie befreit werden muss. Ich kann euch wirklich nicht viel davon erzählen, weil es so ausgekaut ist, dass mir einfach nur die Worte fehlen... Ich wette, euch fallen da genügend Beispiele ein.

8. Wo sind die Eltern?

Wo sind eigentlich in all den Jugendbüchern die Eltern? Die Teenager haben doch Eltern, oder? Oder hat sie der Storch irgendwo abgesetzt? Ich weiß, bei YA geht es eben um die jungen Erwachsenen, aber ein essentieller Bestandteil der Teenager Jahre sind doch auch die Eltern. Ich meine, sie erziehen ihre Kinder. Sie haben großen Einfluss, immer noch, und sie sollten eigentlich darauf aufpassen, dass ihnen nichts passiert. Das würde mich auch interessieren – ich kann mir nicht vorstellen, dass alle Jugendliche keine enge Beziehung zu ihre Eltern haben. Eltern müssen doch auch etwas mitbekommen was in den Leben ihrer Kindern geschieht. Klar, sie müssen nicht unbedingt wissen, dass der neue Freund ihrer Tochter ein Alien ist, aber das seltsame Verhalten ihres Kindes davor...? Aber was rede ich mir ein. Eltern sind entweder arbeiten, also so gut wie nie zu Hause, oder sie interessieren sich nicht für das Leben ihrer Eltern, oder sie sind tot. So lassen sich doch die Probleme mit ihnen am einfachsten lösen, was? Womit wir zu Punkt 9 kommen.

9. Der Waise/der Auserwählte und OMG, ich bin was?

Grundsätzlich ist es kein großartiges Klischee, wenn der Protagonist ein Waise ist. Oft ist die Ursache natürlich, weil der Autor keine Lust hat sich etwas für die Eltern zu überlegen. Der Waise wird aber zu einem Klischee, wenn er in einer Geschichte steckt, wo er natürlich nichts von seiner Herkunft weiß und ihm plötzlich offenbart wird, dass er eigentlich eine Bestimmung hat und es deshalb keine Eltern (oder nur einen Elternteil) gibt, damit der Protagonist ohne einen blassen Schimmer aufwächst. Ihr wisst schon: „Du bist ein Zauberer, Harry.“ Zugespitzt wird dieses Klischee noch, wenn der ahnungslose Waise noch dazu dank einer Prophezeiung auserwählt worden ist, um etwas zu tun. Nicht nur Harry kann davon Lieder singen, sondern in abgeänderten Formen auch Luke Skywalker (Star Wars), Frodo Baggins (Herr der Ringe), usw. usf. 
Da würde ich mir Geschichten wünschen, wo es eben nicht von einer höheren Macht bestimmt wird, wie der Charakter zu handeln hat, oder was passieren soll. Natürlich kann man dieses Cliché nicht ganz ignorieren, da viele Storys darauf aufbauen - aber ich denke mit ein wenig Geschick kann man daraus etwas neues machen.

10. Ein bisschen zu weiß gewaschen?

Ich gebe zu, dieses Problem habe ich erst seit kurzem für mich entdeckt. Je mehr man liest, von allen Teilen der Welt, wird einem klar: Vieles wird einfach weiß gewaschen. In vielen Büchern herrscht keine Diversität, und sollte eine da sein, wird sie in der Verfilmung wieder weiß gewaschen. Dabei ist es wichtig zu zeigen, dass es nicht nur weiße Menschen gibt, sondern auch andere Ethnizitäten wie Schwarze, Latinos, Mittelöstliche, Asiaten etc., die repräsentiert werden müssen. Alles andere wäre zum einen  unrealistisch, zum anderen möchte sich auch z.B. ein schwarzes Mädchen mit jemanden identifizieren, die vielleicht von ähnlicher Herkunft ist wie sie selbst. Ich habe bisher wenige Bücher gelesen, wo dies der Fall ist – ich war positiv überrascht von Born Wicked, weil tatsächlich People of Colour auftauchen und auch eine entscheidende Rolle spielen.

Betrachtet mit dem was ich oben angeführt habe, wünsche ich mir dementsprechend...

keine, oder wenn überhaupt, echte Liebesdreiecke, die nicht zwangsläufig immer nur eine heterosexuelle Liebe behandeln.

vielfältige, sich unterscheidende Charaktere, die nicht alle gleichermaßen attraktiv sind und in denen man sich nicht nur des Aussehens wegen verliebt.

liebevoll entwickelte weibliche Charaktere, die sich nicht bekriegen aufgrund irgendwelchen Jungen, mehr weiblichen Zusammenhalt und Gespräche, in denen es nicht nur um Jungs geht. Außerdem weniger verletzende Stereotypen und mehr Persönlichkeit.
... weibliche Charaktere, die vor der "großen Liebe" schon andere romantische Erfahrungen gesammelt haben.

Charaktere mit Tiefgang, die sich nicht nur asozial Verhalten, weil sie einmal im Leben einen Tiefpunkt erlebt haben. Charaktere, die sich entwickeln, ihre Fehler einsehen und dass diese nicht immer entschuldigt werden.

weibliche Charaktere, die den Mut besitzen sich selbst zu retten. Dabei müssen sie nicht einmal physisch stark sein oder perfekt mit einer Waffe umgehen, aber es gibt sicherlich kreative Ideen, einer ausweglosen Situation zu entkommen.

mehr Einbringung der Eltern, schließlich lesen wir über ihre Kinder. Die Eltern sollten außerdem eine Persönlichkeit besitzen.

kreativere Wege, den Helden zum Helden zu machen, außer eine Bestimmung oder tote Eltern.
mehr Diversität was Ethnizitäten angeht, die zudem respektvoll behandelt werden ohne auf Stereotypen zurückzugreifen.



So, das wären meine drei Cent – was sagt ihr denn dazu? Könnt ihr meine hier aufgezählten Clichés nachvollziehen, wenn nicht, warum? Was fallen euch denn für weche ein, was wollt ihr überhaupt nicht mehr in Büchern sehen? Schreibt's in die Kommentare!

Kommentare:

  1. Hey :),
    da hast du viele Sachen zusammengefasst, die jedem Jugendbuchfan auffallen, wenn er älter wird, aber dem Genre treu bleibt. Früher, muss ich zugeben, fand ich viele dieser Dinge ziemlich cool. Das irgendwelche schüchternen Mädchen "auserwählt" werden und sich Jungs um sie streiten. Aber inzwischen? Eher gar nicht mehr. Charaktere brauchen tiefe und Gründe sich zu verlieben. Gerade insta-love kann mir wirklich den Spaß am Buch verderben. Ich mag das wirklich gaaaar nicht. Und auch "hallo ich bin die alternativ angehauchte Neue" darf man gerne für die nächsten Jahren streichen und vllt auch ganz gern, dass die blonden Mädchen immer zickig sind.
    Aber ich habe Hoffnung für die nächste Zeit. Ich glaube viele Autoren checken schon, dass es Zeit wird, die Charaktere auch von ihrer Persönlichkeit leben zu lassen und nicht nur vom Aussehen und ihren Fähigkeiten.
    Alles Liebe :)

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    1. Hey Jueli! :)

      Ich fand diese Dinge auch ziemlich cool! Keine Frage. Und im Prinzip ist an der Idee, dass schüchterne Mädchen auch mal begehrt werden gar nicht schlimm (damals hat bei mir zumindest ein wenig Wunschdenken mitgespielt :D). Aber wie das oftmals dargestellt wird - das ist sehr klischeehaft. Und manchmal vermittelt das keine so gute Werte, wie romantische Liebe sein sollte (ich kann da nur an Edward denken, der Bella im Schlaf beobachtet hat, ohne, dass sie davon wusste... ähm, wie bitte?). Ich kenn eben immer noch Leute in "meinem Alter", die das noch unglaublich super und romantisch finden. Für mich ist das ein bisschen problematisch. Deswegen wünsch ich mir realistichere, gesündere Romanzen, auch für jüngere Mädchen und nicht nur für mich (deren Teenagerjahre sich zu Ende neigen)! Aber das ist nur meine Meinung :)

      Ich habe auch Hoffnung! Ich meine, es sind Besserungen zu erkennen. Wenn man jetzt mit 2008 vergleicht, hat man viele starke weibliche Protagonisten, die den Jugendbuchmarkt anführen, zB Katniss und Tris. (Und dann kann man sehen, dass der Trend auch nach hinten losgeht, wie man zB bei The Selection sieht. Auch wenn ich die Bücher mochte, so hatte ich auch massive Probleme damit.)

      Liebe Grüße <3

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  2. OMG ICH STIMM DIR DA SO ZU! IN ALLEN PUNKTEN! ZU 100%! Besonders 1-4 trifft man in so vielen YA-Büchern, das macht schon gar keinen Spaß mehr ;_; Schön, dass du VA erwähnst. Rose fand ich auch total erfrischend als Charakter. Endlich mal ein selbstbewusstes Mädchen, das weiß, was sie will und wie sie auf andere wirkt.
    Wo die Eltern abbleiben, frage ich mich auch sehr oft xD
    Da kann ich dir gleich nochmal "The Queen of the Tearling" empfehlen! Kelsea wächst zwar als Waise auf, weiß aber, wer sie ist und worauf sie sich vorbereiten muss. Sie ist etwas dicklich, nicht sehr hübsch und hat eine Sehschwäche (!) und wird auch von anderen nicht als hübsch empfunden. Und eine Liebesgeschichte gibt es auch (noch) nicht :) Damit kann ich mich schon viel besser identifizieren als mit diesen "special snowflakes" mit ihren tiefen, grünen Augen und wallenden braunen Haaren, die sie nicht bändigen können, und die alle Blicke auf sich ziehen, weil sie so wunderbar sind.

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    1. ICH BIN FROH, DASS DU MIR ZUSTIMMST! :D
      Und ja! VA! Das ist mir nämlich sofort aufgefallen, sobald ich das erste Buch angefangen hab. Was ich zudem auch so gut bei VA fand, ist, dass Rose zwar die Hauptperson ist, aber sich im Prinzip vieles um Lissa dreht - würde das Buch klischeehaft sein, dann wäre Lissa diejenige, aus dessen Perspektive wir lesen würden. Sie ist nämlich die Auserwählte, streng genommen, denn sie soll ja Queen werden. Außerdem ist sie ja diejenige mit den besonderen Fähigkeiten etc. Aber nein, wir haben Rose und erleben ihre Abenteuer, während wir Lissas Weg mitbestreiten und das finde ich auch super. :)
      Wo wir über VA reden, da kann ich auch Bloodlines anführen. Sydney wäre IN PRINZIP das Mädchen aus "Ich bin nicht wie andere Mädchen", wäre das Buch schlecht und klischeehaft geschrieben, aber Richelle Mead schreibt sie so glaubwürdig (zB ihre Sorgen über ihr Aussehen, weil sie so selbstkritisch ist, und auch, dass sie sich so konservativ kleidet, weil sie sich damit wohlfühlt etc), aber sie stellt das nicht so dar, dass sie eben was besonderes ist, sondern.. sie ist ein Mädchen, das normale Mädchenprobeleme hat! Ich konnte mich SO gut mit Sydney identifizieren und ich liebe Richelle Mead und ich wünsche mir, dass ich ihr irgendwann danke für diese tollen Charaktere sagen kann!

      Okay, du hast mich überzeugt. :D The Queen of Tearling wird gekauft, und sobald ich mehr Zeit hab, werd ich's lesen! Leider ist diese Woche die absolute Hölle, hoffentlich überleb ich das irgendwie. Aber dass Kelsea nicht diese "special snowflake" ist, is schon mal ein großer Pluspunkt. Danke nochmal! :D <3

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  3. Hallo, :)

    ach ja, die lieben Klischees. Wir könne nicht mit ihnen, aber ohne ist auch irgendwie blöd. xD Ich mag es, wenn Autoren anfangen, mit Klischees zu spielen - was leider immer noch viel zu selten vorkommt. Klar, es gibt immer Klischees, die sind einfach toll, aber irgendwann wird's halt auch langweilig und vorhersehbar. Ich meine, ich verwende manchmal auch Klischees, aber in der Regel versuche ich das zu begrenzen. ^^ Oder damit zu spielen - wie du es auch in deiner Einleitung beschreibst. ^^

    Liebesdreiecke - grr. Ich gehe solchen Büchern mittlerweile bevorzugt aus dem Weg, weil es mich einfach aufregt und ich sie einfach nicht abkann. Es gibt Ausnahmen, da kann ich das noch akzeptieren, weil der Rest des Buches überzeugt. Es gibt ganz seltene Ausnahmen, da mag ich es sogar mal - die "Erwacht"-Reihe von Jessica Shirvington, weil ich es da nachvollziehbar, nachempfindbar finde. Aber generell nervt es mich.
    Oh ja, der/ die/ das Neue. xD Weil man mysteriösen Jungs auch nicht zufällig über den Weg laufen kann. Hat mal jemand gezählt, wie viele Bücher es davon gibt?
    Ich entnehme mal Punkt 6, dass du "Obsidian" gelesen hast ... und nicht sonderlich mochtest? Hätte mich nach diesem Post auch überrascht. Wobei mich an diesem Buch exakt die Klischees gestört haben ...
    Prinzipiell mag ich düstere Typen. Ich mag nur keine oberflächlichen düsteren Typen. ^^
    Ich bin ja für starke Mädchen. Eindeutig meine bevorzugte Gattung Protagonistin. Wo bleibt denn sonst der Feminismus in einer emanzipierten Welt?? ;D
    Das mit den Eltern ist aber auch wirklich extrem. Ich bin letztens just for fun in meinem Bücherregal durchgegangen, welche Protagonistin überhaupt ein vollständiges Elternpaar hat. Die Quote ist schockierend. Und normale Eltern .....? ... weil alles magische vererbt wird, gefährlich ist usw.. Schon klar. Macht leider die Hoffnung jedes Durchschnittsteeanagers mit vollständigem Elternpaar auf magische Begabung zunichte. xD
    Punkt 10 fällt mir auch immer auf, daher war ich positiv überrascht von "Unsterblich" (Julie Kagawa, die Prota ist asiatisch) und "Raven Stone" (Joss Stirling, die Prota ist dunkelhäutig). ^^

    Toller Post, der in vielen Bereichen meine Meinung widerspiegelt. ;)

    Liebe Grüße
    Dana :)

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    1. Hi Dana!

      Klischees sind ja fast kaum zu vermeiden. Ich denke, man ist auf der sicheren Seite, wenn man einige Klischees verwendet, aber der Rest der Geschichte originell ist. Was ich allerdings schlimm finde ist, wenn man eine Geschichte nur auf Klischees aufbaut. Es gibt sehr viele Bücher, die genau alle zehn Stück, die ich hier erwähne, und noch viele mehr, beinhalten.

      Liebesdreiecken geh ich auch aus dem Weg - genau aus dem gleichen Grund wie du, weil sie mich nerven. :D Was ich eigentlich schade finde, denn es gibt echt gute Love Triangles, und ich wette, ich hab schon einmal ein gutes Buch liegen gelassen, weil so eines angedeutet wurde. Ich finde einfach, man kann Liebesgeschichten auch mit anderen Twists gestalten, sodass sie spannend sind, aber so ein Dreieck geht ziemlich schnell, und verkauft sich ja offensichtlich gut..

      Eigentlich hab ich Obsidian gelesen und genossen. :D Das Buch war so unterhaltsam geschrieben, dass ich über die Klischees hinwegsehen konnte. Auch wenn das Buch auf ihnen aufbaut, und dass auch nichts daneben sehr einfallsreich ist. Für mich ist es nämlich Twilight mit Aliens. Aber die Autorin hat es gut verpackt - das muss man erst einmal schaffen. Trotzdem finde ich Daemon problematisch, aus den oben genannten Gründen. Was nicht heißen muss, dass das gesamte Werk schlecht ist - ich kritisiere nur die Charakterisierung und die Originalität. :D

      Genau, meistens sind die Protagonisten Waisen, oder haben ein Elternteil tragisch verloren.. das macht sie dann 'besonders'. Außerdem muss der Autor sich nicht mit den Eltern herumschlagen, die wohlmöglich den Abenteuern ihrer Kinder im Weg stehen. :D Also im Prinzip finde ich dieses Klischee einfach unkreativ, aber ich denke, davon kommt man nicht so schnell los.

      Danke für das Lob. ♥ Ich hoffe, ich kann demnächst auch weiter solche Beiträge bringen!

      LG Sanne

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    2. Nochmals hi! :)

      Ja, das stimmt. Aber wie gesagt, mit Klischees lässt sich spielen. Nur leider tun das die Wenigsten.
      Am meisten nerven mich Liebesdreiecke bei Büchern, bei denen ihre Wahl von Anfang an klar ist - besonders bei eigentlich guten Büchern. Das sind Momente, da frag ich mich wirklich, ob das denn jetzt noch sein musste. ^^
      Ja, Potenzial war definitiv vorhanden. (Eigentlich mag ich ja den Schreibstil der Autorin auch ... ) Aber mich haben die Klischees wirklich dermaßen genervt, weil ich mal sagen würde, dass 5-6 der hier von dir aufgezeigten Klischees vorhanden sind und ich bei manchen Situation dachte, das schon zig Mal gelesen zu haben. Nicht, dass Potenzial eben nicht vorhanden wäre, aber mir hat das Lesen einfach nicht so viel Spaß gemacht wie es sollte.
      Eltern sind schließlich seeehr nervig. :'D Ich meine, klar, ist eine ganz schöne Lösung, aber dass die armen Leute dafür immer gleich ihr Leben lassen müssen ... (Positiver Nebeneffekt: Die/ Der Protagonist(in) hat gleich mal ein Riss im Leben, kämpft mit der Trauer usw.)
      Von mir aus gerne. ^^

      Liebe Grüße :)

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  4. Hey, die aufgezählten Klischees hier verführen mich auch immer wieder zum Augen verdrehen. Ich finde das Liebesdreieck so unnötig, gerade wenn doch von Anfang an klar ist, wer der Glückliche am Ende sein wird. Das ist so überflüssiges Drama.
    Und gerade die Punkte 4 und 5 sind für mich riesige No-Gos. Dieses "ich bin anders", fällt mir besonders auf, wenn Mädchen als Bücherliebhaber oder Künstler etc. dargestellt werden. Einzelgänger. Ich stelle mir dann immer vor, wie die Autorin (YA ist ja hauptsächlich ein weibliches Genre) sich selber schreibt und versucht irgendwelche Probleme aus der Kindheit/Jugend zu bewältigen. Oder auch dieses runtermachen von anderen Mädchen. Solche Konstellationen lesen sich für mich wie eine Abrechnung mit allen Mean Girls aus High School Zeiten, die die kleine schüchterne Büchernärrin gemobbt haben und das hinterlässt so einen fiesen Nachgeschmack bei mir, weil ich eigentlich dachte, dass Schreiben mehr als nur das sein sollte und das man aus Geschichten so viel machen kann. Das Erste was wir in Linguistik- und Literaturseminaren beigebrachten bekommen, ist das Sprache Wirklichkeit formt. Sprache in jeglicher Form, auch geschrieben. Man kann so viel mit Literatur machen, warum also nicht einen Schritt weiter gehen? Und vielleicht eine fiktive Wirklichkeit schaffen, die irgendwann, wenn wir nur oft genug davon lesen, wirklich wirklich wird. Gerade deswegen ist auch dein letzter Punkt, das sogenannte 'Whitewashing' so kritikwürdig. Denn die Welt ist nicht weiß und Diversität kann dabei helfen, Vorurteile abzubauen.

    Ich find deinen Beitrag super, weil er viele Punkte aufzählt, die mich oft aufregen, wenn ich vor allen Dingen Bücher des YA oder auch NA Genres lese. Also Daumen hoch!

    Liebe Grüße!

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    1. Hey,

      ich stimme dir vollkommen zu. Vor allem, dass die Autorin da ihre eigene Realität in ihre Bücher projezieren - das kan nich nur bestätigen, weil ich mit 14/15, als ich meine eigenen Geschichten geschrieben habe, nicht anders war. Aber das finde ich für Jugendliche in Ordnung, aber nicht, wenn man erwachsen ist und etwas schreibt und damit diese Denkweise noch weiter fördert.. ich finde das ungesund, und das Runtermachen von anderen Mädchen verstärkt nur diesen misogynen Gedanken nur noch mehr.

      Und dass Sprache die Wirklichkeit formt, da kann ich dir auch nur beipflichten. Weswegen Repräsentation sehr wichtig ist. Whitewashing (und alles andere, was ich in diesem Beitrag erwähne) ist schädlich und ich hoffe, dass bald eine neue Generation von Autoren kommt, die es so ähnlich sieht.. ich werde zumindest versuchen, so etwas in den Dingen, die ich schreibe, zu bekämpfen so gut es geht!

      Ich freu mich sehr, dass dir der Beiträg gefällt :)

      Liebste Grüße!

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    2. Toller Vorsatz ;) Ich finde so sollte man auch ans Schreiben rangehen. Muster erkennen, sie reflektieren und wenn nötig kritisieren.

      Ein weiterer Punkt ist mir übrigens auch noch eingefallen:
      Der schwule beste Freund! Er soll zeigen wie locker alle sind, wird immer auf diese witzige, übertriebene Art und Weise dargestellt und ist der einzige männliche Freund, der Protagonistin, was auch nur wieder den Stereotyp unterstützt, dass Männer und Frauen, nicht miteinander befreundet sein können, solange beide Parteiien heterosexuell sind. Diese einseitige stereotypische Darstellung von Homosexuellen find ich auch unglaublich langweilig.

      Liebe Grüße.

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    3. Stimmt - den hätte ich auch aufnehmen können. Auch ein Klischee, das nicht nur langweilig, sondern auch ziemlich schädlich ist. Unter die Top 10 hat er es leider nicht geschafft, aber vielleicht bekommt dieser Post auch bald eine Fortsetzung :D

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  5. Huhu,

    ich fand diesen Post echt wirklich total interessant zu lesen. Cliches gibt es wirklich so gut wie in jedem Buch und ich finde es gut, sie mal alle in einem Post aufzulisten. Diese Dreiecksbeziehungen in denen sich das Mädchen nicht entscheiden kann, finde ich auch total schrecklich. Was ich aber ehrlich gesagt nicht schlimm finde ist, wenn zwei auf ein Mädchen stehen, sie sich trotzdem aber entscheiden kann. Das finde ich nicht schlimm, aber ersteres eben, weil mir Treue & Co sehr wichtig ist. Auch in Büchern! Zweiteres muss eben auch gut umgesetzt werden. =)
    Sachen wie "Liebe auf den ersten Blick" nehme ich auch nicht mehr ernst. Das ist mir einfach zu unrealistisch. Beim ersten Blick jemanden hübsch, attraktiv oder interessant zu finden, kann ich verstehen, aber die wahre Liebe auf einen Blick zu erkennen ist mir nicht realistisch genug. (Beweist mir gerne das Gegenteil ^^' )
    Aber mittendrin beim Lesen ist mir ein Buch durch den Kopf gegeistert. Ich glaube das könnte echt etwas für dich sein, weil fast alle Cliches dort NICHT vertreten sind. "The Bone Season - Die Träumerin" kann ich dir also nur empfehlen. Ich kann dir nur nicht garantieren, dass GAR kein Cliche drin ist. =)

    Liebe Grüße
    Leni =)

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    1. Hey Leni :)

      Liebesdreiecke sind auch nur dann gut, wenn sie gut umgesetzt werden. Alles andere kann ich mir leider nicht mehr antun :/ Wenn schon im zweiten Satz eine Buchbeschreibung steht, das das Mädchen auf zwei Typen trifft, leg ich es auch sofort weg. Ich hab es einfach viel zu oft gelesen und irgendwann ist es langweilig. Da muss der Autor schon echt einen rausreißen, um mich da zu packen.
      Ähnliches gilt auch für Liebe auf den ersten Blick. Zum Glück hat sich dieses Cliché allmählich zurückentwickelt.

      Danke für die Empfehlung! Das Buch habe ich schon länger im Auge, bin aber noch nicht dazu gekommen, es mir tatsächlich zu holen. Aber jetzt reizt es mich natürlich noch mehr :)

      Liebe Grüße ♥

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