Montag, 26. Januar 2015

Through The Booking Glass: Born Wicked

Da ist doch tatsächlich ein Monat rum - dabei hat das Jahr doch erst begonnen! Das passiert wohl, wenn man derart in Unistress ist und gar keine Zeitrechnung hat außer "Noch vier Wochen bis zu den Klausuren... noch drei... noch zwei... shit, wo ist die Zeit geblieben?"
Wie ich euch schon vor ein paar Wochen vorstellen durfte, haben Cassie und ich ein Buchclub gegründet, nämlich Through The Booking Glass. Wir haben uns einen Pool von verschiedenen Buchgenres/themen erstellt und ziehen jeden Monat ein Los, und wählen dann aus dem gezogenen Thema ein Buch aus, das wir dann den jeweiligen Monat lesen. Im Janur war das Thema "Witches" - Hexen - und nun freu ich mich euch unser TTBG Buch für Januar zu präsentieren:


(Spoilerfreie Rezension!)


Worum geht es?



Our mother was a witch, too, but she hid it better.

Mit diesen Worten leitet Cate Cahill, die wir in diesem Buch aus der Ich-Perspektive begleiten, ihre Geschichte ein. Cate ist eine Sechzehnjährige, die in einem alternativen New England, USA, lebt - nämlich am Anfang des 20. Jahrhunderts. Diese Gesellschaft wird von einer puritanischen Sekte regiert, die "Bruderschaft", die gnadenlos die Jagd auf Hexen machen, da sie gegen den Vorsatz von Reinheit und Unbeflecktheit verstoßen. Zudem existiert neben ihnen die "Schwesternschaft", doch es wird schnell klar, dass in dieser Gesellschaft nicht die Frauen das sagen haben, denn die dürfen sich stets ihren Männern unterordnen und nicht aus dem Rahmen fallen.

Was aber Cate und ihre zwei jüngeren Schwestern, Maura und Tess, tun. Sie sind nämlich Hexen. Sie müssen vorsichtig sein, wenn sie ihre Magie anwenden, denn der kleinste Verdacht und sie werden weggesperrt. Cate hat es nicht einfach, denn seitdem ihre Mutter umgekommen ist, muss sie sich um ihre Geschwister kümmern und natürlich darauf aufpassen, dass sie nicht auffliegen - denn nicht mal ihr Vater darf wissen, was sie eigentlich sind.

Hinzu kommt, dass Cate eine Entscheidung treffen muss. In sechs Monaten wird sie siebzehn und dann muss sie einen Weg wählen: Möchte sie heiraten und damit versuchen, ein normales Leben zu leben oder tritt sie der Schwesternschaft bei, um ihre Identität als Hexe zu vertuschen?

Erwartungen vs. Realität


Ich hab mich sehr auf das Buch gefreut - von allen übernatürlichen Wesen sind Hexen meine Lieblinge. Zudem klang das Buch sehr vielversprechend, und das Cover ist traumhaft schön (weshalb ich mir das Buch auch gleich als Hardcover gekauft habe). Während des Lesens merkte ich jedoch schnell, dass das alles in eine etwas andere Richtung läuft - und mir sind negative, aber auch positive Dinge aufgefallen. 

Ich fange mit den negativen Aspekte an, weil die meiner Meinung nach in der Minderzahl sind!

Wer hätte es gedacht: Ein Liebesdreieck. Man entkommt ihnen wohl nicht im YA Genre. Das fand ich in diesem Hinblick schade, auch wenn ich sehe, warum die Autorin eins haben wollte: Zu einem handelt es sich hier um eine sehr patriarchale Gesellschaft, in der eine Frau entweder heiratet oder sich ganz dieses Lebens entzieht. Heirat - nicht zwangsläufig Liebe - spielt hier also eine tragende Rolle. Und wie es nun Mal so war in der Vergangenheit, muss ein Mann um eine Frau werben, ehe er ihr einen Antrag macht. Ich finde, das hat die Autorin ganz gut gemacht. Der zweite Verehrer - er ist zumindest wichtig für das Hauptgeschehen, von daher kann ich ihr es nicht ganz verübeln. Von daher heißt es hier: Zähne zusammenbeißen, Augen zu und durch.

Ich-möchte-keine-Hexe-sein-Syndrom. Das ist mir sofort am Anfang aufgefallen. Natürlich kann man Cate irgendwo verstehen, und vielleicht ist es etwas anderes wenn man tatsächlich in dieser Welt steckt - wer möchte schon bis auf den Tod verfolgt werden? - weshalb es vermutlich Sinn macht, dass Cate lieber ein "normales" Mädchen sein möchte. Aber es war teilweise ein wenig anstrengend, da nicht mit den Augen zu rollen. 

Etwas weniger wäre mehr. Meine Meinung nach hat sich der Plot sehr langsam aufgebaut, es gab teilweise langatmige Stellen, die man sicherlich hätte kürzen können - aber das ist wohl Geschmackssache. Ich kann verstehen, dass die Autorin die Charaktere erst einführen wollte, damit der Leser sie kennenlernt - aber der Spannungsbogen war dafür einfach zu niedrig. Von daher hätte ich mir ein paar spannendere Subplots gewünscht (abgesehen vom Liebesdreieck).

Und hier kommen schon die Sachen, die ich positiv fand und die mich auch überrascht haben:

Feminismus. Dieses Buch übermittelt eine Nachricht über weibliche Stärkung, Erziehung und Unterdrückung. Die Bruderschaft besteht, wie der Name schon verrät, ausschließlich aus Männern, die Frauen beleidigen und ihnen keine Freiheiten erlauben. Es ist interessant die Veränderung von Cates Ansichten über die Gesellschaft zu erleben.

Sympathische Hauptfigur. Ich fand Cate sehr sympathisch - sie jammert nicht rum, dass sie "nicht wie andere Mädchen ist" - sie ist es zwar, aber auf eine andere Weise. Sie sagt, sie wünscht sich ein anderes Leben, gerät aber zur Erkenntnis, dass das gar nicht so wahr ist. Zudem ist sie authentisch - nicht perfekt, sondern auch mal ungeschickt und unelegant. Zudem ist sie eine Mutterfigur für ihre Schwestern und kümmert sich, trotz den ganzen Problemen die auf ihr lasten, verantwortungs- und liebevoll um sie.

Alternative Geschichte. Am Anfang war ich zugegeben etwas verwirrt, war aber im Nachheinein vollends begeistert! Das Buch spielt am Anfang des 20. Jahrhunderts in New England, USA und eine puritanische Sekte ist an der Macht. Ich habe so etwas vorher noch nicht gelesen, weswegen es von mir Pluspunkte für die Originalität gibt. Ich liebe dieses Konzept von Bruder- und Schwesternschaft, und die Rollen, die sie hier spielen, sind auch sehr interessant (ohne zu viel zu verraten).

Diversität. Das hat mich auch aus der Bahn geworfen: Wir haben People of Colour! Und noch dazu welche, die nicht nur als Hintergrunddekoration dienen, sondern die auch eine tragende Rolle spielen. Zudem wird vom mittleren Osten erzählt, und dass er um einiges liberaler ist als die Gesellschaft in New England. Find ich super, ich freu mich schon auf weitere Ausführungen davon!

Weibliche Liebe. In dem Sinne von: es gibt lesbische Beziehungen. Nicht nur im Hintergrund - wo es gemunkelt und verhasst wird, dass Frauen tatsächlich gemeinsam leben und eine Beziehung führen - sondern auch, ohne zu viel zu verraten, im direkten Geschehen. Finde ich unglaublich toll, weil das ziemlich realistisch auf mich wirkt. Zumindest wäre das für mich unrealistisch bei so einer großen Gemeinschaft von Frauen alle nur hetereosexuell sind. Von daher: Daumen hoch, Hut ab! Ich bin mir auch sicher, dass dieses Thema auch in den Fortsetzungen weiter geführt wird. 

Weiblicher Zusammenhalt. Ich habe ja schon gesagt, dass das Buch feministische Züge aufweist, aber weiterhin wirft es ein positives Bild auf Geschwisterliebe und Freundschaft zwischen Frauen. Oft wird im YA Genre behandelt, wie Mädchen (oft wegen einem Jungen) konkurrieren und das ist hier absolut nicht der Fall. Außerdem ist die Liebe zwischen Cate, Maura und Tess einfach nur wunderschön.

Individuelle Nebenfiguren. Niemand ist grau, auf mich haben alle Nebenfiguren lebendig gewirft - von jedem Mitglied der Bruderschaft, bis zu den Angestellten im Hause Cahill. Außerdem werden hier Stereotypen einfach umgedreht - das war für mich auch eine positive Überraschung!

Fazit

Auch wenn das Buch an einigen Stellen schwächelt und ein paar Klischees aufgreift, so muss ich zugeben, dass es dennoch eine positive Überraschung war! Ich hätte nie gedacht, so viele positive Aspekte wiederzufinden, besonders, was Feminismus und Diversität angeht. Zudem hat das Ende geschafft, meine Neugier auf die Fortsetzung zu wecken, von der ich mir sicher bin, dass sie bestimmt noch einen drauflegt.

In Sternen lautet meine Bewertung:


Wie sieht's bei euch aus? Habe ich euer Interesse an diesem Buch wecken können? Habt ihr es ebenfalls gelesen, stimmt ihr meinen Punkten zu oder nicht? 

Habt ihr im Rahmen des TTBG ein anderes Buch gelesen? Wenn ja, gebt mir Bescheid/einen Link zur Bewertung! :)

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Kommentare:

  1. Hi :D Ich hab auch gerade meinen Beitrag online gestellt :) Ich fand es okay, aber nicht so gut, dass ich mir die (WAHNSINNIG TEUREN) Fortsetzungen kaufen würde. Mir hat da irgendwie was gefehlt. Den vorhandenen Feminismus hab ich zwar nicht erwähnt, aber mir ist das auch aufgefallen :) Ich hab vor kurzem eine Liste mit feministischen YA-Büchern gefunden, die 2015 erscheinen. Wenns dich interessiert, könnt ich sie vllt. nochmal suchen :)

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    1. Hi! :D
      Ich bin mir auch noch nicht schlüssig, ob/wann/im welchen Format ich mir die Fortsetzungen holen möchte (zumal es jetzt nur die neuen Cover gibt und dann nicht mehr zu meinem ersten Buch passen ;___;). Mal schauen, meistens ist das ja Launen-abhängig :D

      Ja stimmt - es hat wirklich etwas gefehlt, aber ich denke trotzdem, dass das, was noch nicht da ist, dann in den Fortsetzungen auftaucht. Eine Reihe wird von Buch zu Buch ja besser (im Idealfall) :D

      Es wäre wahnsinnig lieb würdest du mir die Liste raussuchen! Born Wicked war in dieser Hinsicht sehr erfrischend und jetzt mag ich noch mehr von lesen.

      Und jetzt geh ich deinen Post lesen! :D

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    2. Bitte sehr :D http://bookriot.com/2015/01/21/2015-year-feminist-ya-novel/ (*hust* ... und The Queen of the Tearling *hust*)

      Hm ja stimmt, es gibt da ja jetzt diese "modernen" Cover. Trotzdem beneide ich dich voll um deine Ausgabe, die ist total schön :D Ich hab mir schon durchgelesen, was in den nächsten Teilen passiert (also die Inhaltsangabe), weil ich sie eh nicht lesen werde und da passieren Dinge, die ich nicht so toll find, weil sie zu vorhersehbar oder einfach nur unnötig sind, etc. Aber wenn du sie liest, wünsch ich dir auf jeden Fall viel Spaß damit :D

      (Das unten bitte löschen, ich bin auf das falsche Antworten-Feld gekommen x()

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    3. Super, danke! <3 Da sind auf jeden Fall spannende Sachen dabei - werd mir gleich wohl ein paar Sachen rauspicken und auf meine TBR Liste setzen.

      Die neuen Cover sind zwar auch schön, aber ich mag's einheitlich. :/ Ich versteh auch meistens nicht, warum der Verlag die Covers ändert.. (würden sie zumindest das Motiv ändern - aber auf beiden Covern sind Mädchen drauf, so ein Unterschied macht's auch nicht :P).
      Stimmt, Inhaltsangaben lesen könnte ich auch :D Aber danke auf jeden Fall! :D

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