Sonntag, 15. März 2015

Von der Schrift auf den Bildschirm

Vor einigen Monaten wurde bekannt gegeben, dass The Mortal Instruments (bzw. Die Chroniken der Unterwelt) von Cassandra Clare erneut für eine Fernsehadaption freigegeben wurde. Nachdem die Verfilmung mit Lily Collins und Jamie Campbell Bower – um es milde auszudrücken – nicht ganz so funktioniert hat wie erhofft, wurden die Rechte ein weiteres Mal verkauft, sodass von ABC eine Pilotfolge in Auftrag gegeben wurde, Clarys Abenteuer in 'Shadowhunters' – so der Titel der TV Serie – neu aufzurollen.

Da es sich um ein Reboot handelt wird auch ganz neu gecastet. Zudem wurde das Alter der Protagonisten erhöht – um zwei bis drei Jahre – sodass Clary und Simon Collegestudenten sind, und vermutlich auch um eine etwas andere Zielgruppe anzusprechen. Gerade laufen noch sämtliche Vorbereitungen für die Pilotfolge sind wohl auch schon in Arbeit, und der Castingcall wurde auch schon ausgerufen, sodass die Dreharbeiten im Mai beginnen können.

Als 'alter' Fan der Buchserie finde ich eine Fernsehadaption gar nicht mal so schlecht. Ich muss leider sagen, dass mir der Film nicht so gut gefallen hat. Lily Collins mochte ich zwar sehr, und auch Robert Sheehan als Simon war einfach perfekt, aber der Großteil des Castings war fehlgegriffen. Man hat dem Film auch angemerkt, dass er nicht so ein riesiges Budget hatte und vieles 'last minute' erledigt wurde (wie zum Beispiel der Soundtrack). Leider haben sie sich auch mit der Zielgruppe verschätzt und daraus eine Teenieschnulze gemacht, obwohl das City of Bones überhaupt nicht ist – es ist viel düsterer und ernster, und teilweise sahen für mich die Schattenjäger auch etwas dämlich aus. Hinzu kommt, dass ich Jamie Campbell Bowers Version von Jace ziemlich gestört hat. Er kam mir zu kalt und unnahbar vor, dabei fand ich Jace ziemlich lebendig und bissig-sarkastisch und – na ja, ich konnte mich mit der Darstellung absolut nicht anfreunden.

Auch wenn ich finde, dass die Altersänderung ein wenig problematisch ist – Clary ist in dem Fall schon achtzehn, und die Parabatai Geschichte müsste umgeändert werden, falls sie es überhaupt in die Serie schafft – und ich auch nicht mehr der große Cassandra Clare Fan bin, so denke ich, dass eine Fernsehserie den Büchern besser tun wird als ein dahin geklatschter Film. Adapationen sind sehr geläufig in Hollywood und es hat auch sehr gut mit Harry Potter und The Hunger Games geklappt. Aber die Welt von The Mortal Instruments ist einfach so riesig und muss erst dem Zuschauer herangeführt werden, und das benötigt Zeit – die eine Fernsehserie nun einmal hat. Je nachdem: Sollte die Pilotfolge aufgenommen werden, so wird der Sender dann bestimmen, wie viele Folgen produziert werden sollen. Ich denke, es werden wahrscheinlich dreizehn (der Regelfall) oder, wenn sie großes Potential sehen, sechzehn (wobei ich nicht glaube, dass sie so viele Folgen füllen könnten – zumal die Folgen wohl 60 Minuten betragen werden). Pro Buch wird eine Staffel geplant. Clary lernt mehr über die Schattenjäger und den Mortal Cup, über Valentine und die Unterwelt kennen, genauso wie der Zuschauer, der dann hoffentlich weniger verwirrt wird als in dem Film.

Zudem hoffe ich, dass sie halbwegs fähige Autoren angestellt haben – da die Pilotfolge von ABC in Auftrag gegeben wurde, bin ich da ein wenig optimistischer, dass sie da keine Teenieschnulze daraus machen, aber es kann natürlich sein, dass die Folge, wenn nicht von ABC, von einem anderen Sender aufgenommen wird. The CW – der Sender, auf dem Vampire Diaries, Supernatural und The Originals läuft – wäre da von der Zielgruppe sicherlich am passendsten, aber ich weiß nicht, ob sie einen Sendeplatz für Shadowhunters hätten. Andere Möglichkeiten wären Netflix, Yahoo oder Amazon, aber das bleibt abzuwarten.

Außerdem hat die Vergangenheit auch gezeigt, dass Bücher im Fernsehen oft besser hinein passen als auf die Kinoleinwand. Ein gutes Beispiel wäre The Vampire Diaries. Ich habe die ersten drei Bücher gelesen und fand sie leider verglichen mit der Serie nicht sehr gut. Die Serie hat die Grundidee übernommen, von Elena, die zwischen zwei Brüdern steht und die Geheimnisse ihrer Stadt und ihrer mysteriösen Doppelgängerin Katherine auf den Grund geht – aber das war's auch schon. Abgesehen von den Charakteren wurde nichts übernommen. Die Story entwickelt sich in eine ganz andere Richtung, den Leuten wurde eine andere Persönlichkeit gegeben und schon haben wir eine spannende Serie mit dem genau richtigen gruseligen und romantischen Ton (… na ja, vielleicht für ungefähr drei Staffeln). 

Das jüngste Beispiel wäre The 100, eine Serie die ebenfalls auf The CW läuft. Als die Serie in Produktion ging, gab nur einen groben Umriss für das erste Buch – und aus diesen Umriss wurde die Pilotfolge entworfen. Die auch noch am ehesten dem Buch entspricht, denn alles was danach kommt ist vollkommen vom Buch abgewichen – im Buch, wenn ich das mal so sagen darf, passiert nicht sehr viel außer Romanzenprobleme, die in der Serie vielleicht nur kurz angesprochen werden (unter nur unterschwellig stattfinden, wofür ich nur applaudieren kann). Um ehrlich zu sein mag ich gar nicht mehr die Bücher in die Hand nehmen, weil ich weiß, wie gut die Serie ist und wie schwer das zu toppen ist, und von all dem was ich gehört habe, kann ich mir das auch sparen.

Game of Thrones ist ebenfalls ein gutes Beispiel – soweit ich weiß wurde sich anfangs noch nah an den Büchern orientiert, doch von Staffel zu Staffel wurde die Serie etwas freier und hat mehr verändert, und ich bin mir ziemlich sicher, dass bei Shadowhunters das ebenfalls der Fall sein wird. Ich habe schon viele Fankommentare gelesen, die Angst vor Veränderungen haben (und auch schon ein Drama daraus gemacht haben, dass das Alter verändert wurde etc.). Die Sache ist: Buch und Serie in so einer Beziehung zu sehen, ist ein Fehler. Man muss Serie und Buch als jeweils eigene Entitäten sehen und nicht voneinander abhängig. Weshalb ich, solange sie der Grundidee treu bleiben (die sehr viel Stoff bietet, wohlgemerkt), sehr offen bin was Shadowhunters angeht. Ich denke, da herrschen einfach andere Regeln als bei Kinofilmen – diese versuchen ja, etwas, was schon besteht, so gut wie möglich für das Kino umzusetzen. Serien hingegen schaffen meistens, mit Hilfe eines Originals, etwas eigenes, wie ich in meinen Beispielen oben schon angedeutet habe.

Von daher freue ich mich schon auf die TV Serie (zumal ich vermutlich der größte Serienfreak bin) und bin offen für ihre Interpretation – wenn sie es dann in einen Sender schafft.

Wie seht ihr das? Findet ihr die Fernsehadaption ist eine gute Idee, oder wäre ich lieber gewesen hätten sie die Filme weitergemacht? Was haltet ihr überhaupt von Bücheradaptionen?

Kommentare:

  1. Die meisten Fernsehadaptionen, die du hier erwähnst, kenne ich nur als Serie und hab die Bücher nie gelesen, deswegen kann ich zu der Umsetzung kaum was sagen. Hab aber gehört. dass thr 100 viel besser sein muss, als das Buch.
    Ich persönlich liebe die Möglichkeiten, die Sendungen haben. Wie unter anderem, dass die Nebenlinien einer Story auch ausgebaut werden können. Oft werden ja diverse Teile einer Geschichte einfach ausgeblendet, weil sie das Format Film sprengen würden. Ich hab allerdings die Angst, dass das so ne Endlos Sache wird. Im Asiatischen Raum sind Dramen ja sehr bekannt, also Shows die etwa 20 Folgen haben und das wars dann. Manche haben auch Romane oder Mangas adoptiert und halten sich ziemlich an die Storyline des Mangas. Ich würde mir wünschen, dass man sich hier auch etwa an die Storyline von The Mortal Instruments halten wird, also dass das Ganze ein Ende haben wird und nicht endlos weiter geführt wird. Oft merkt man Serien einfach an, wenn Sendungen nur noch weiter gedreht werden, wegen des Erfolgs und nicht weil noch gutes Material da ist. Also Daumen drücken!

    Liebe Grüße,
    Susanne

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    1. Ich kann auch für alle Serien, die ich hier erwähne (außer Games of Thrones) die Serie wärmstens empfehlen! Insbesondere The 100. Ich mag das Buch da auch gar nicht lesen, weil ich mir ziemlich sicher bin, dass es nicht mit der Qualität der Serie mithalten kann.

      Genau das finde ich auch. In der Serie könnte jeder Subplot, der im Buch stattfindet, in Ruhe ausgearbeitet werden. Man lernt die Charaktere besser kennen und es bleibt spannend, ohne, dass etwas verloren geht.

      Und ja, ins Endlose sollte es echt nicht gehen - aber ich meine gelesen zu haben, dass von Shadowhunters 6 Staffeln geplant sind. Pro Buch eine Staffel also (hätte ich vielleicht erwähnen sollen im Post - das editier ich gleich mal). Also bin ich da ziemlich optimistisch, dass sie sich weitesgehend an den Büchern halten wollen/werden.

      Und - hey, wir sind Namensvettern. :D

      Liebe Grüße,
      Sanne

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    2. the 100 ist aber auch gut! Ich fand das Serienfinale der zweiten Staffel großartig, weil Clarkes größtes Problem nicht eine Liebesbeziehung, sondern das Schuldgefühl ist und die Sendung nicht so ne schmalzige Richtung angenommen hat.

      6 Staffel für The Mortal Instruments wären echt cool. Weiß man denn schon wer gecastet werden soll? Ich fand Lily Collins ja großartig als Clary. Bis die Sendung rauskommt, schaffe ich es sicher auch die letzten drei Bücher dieser Reihe zu lesen.

      Das mit den gleichen Namen ist ja cool :D

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    3. Ist es auch! Es ist sogar gerade meine liebste Serie :) Und das Serienfinale war echt wundervoll - so etwas wünsch ich mir öfter von Serien heutzutage und ich brauch auch keine Romanze (nicht unbedingt für Clarke, wobei ich Raven und Wick eigentlich super finde :D).

      Soweit ich weiß wurde erst vor zwei Wochen oder so der Castingcall rausgegeben für Clary, Jace und Simon. Also das läuft gerade wohl und ich denke, bis April wird's wohl feststehen, weil im Mai ja der Dreh beginnt. Ich mochte Lily auch sehr gern, aber sie wird's wohl nicht machen. Was ich interessant finde, dass jede Ethnizität für die Castings zugelassen wird, da kann man auf alle Fälle gespannt sein!

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