Donnerstag, 30. April 2015

Through The Booking Glass: The Darkest Part of the Forest


Was für ein Monat. Irgendwie ging er gleichzeitig schnell und auch irgendwie zu langsam vorbei. Kaum hat das Semester gestartet hatte ich bereits meine Höhen und Tiefen und ich befürchte, dass das nicht Mal alles war bis zum Sommer. Was mich aber freut ist, dass ich diesen Monat mehr zum Lesen gekommen bin als die vorherigen Monate. Seitdem ich nicht mehr so lange Strecken zur Uni fahren muss komme ich auch weniger zum Lesen, aber mittlerweile konnte ich mehr Zeit dafür einräumen und so gefällt es mir gerade auch gut.

Ende des Monats bedeutet auch: Auswertung von Through The Booking Glass. Und wenn jemand gerade denkt: Hä? Was ist das denn? Dann verweise ich einmal auf diese Seite, wo ich alles erklärt habe. :)

Das Thema für diesen Monat lautet "Mythologie und Märchen" und habe dafür "The Darkest Part of the Forest" von Holly Black gelesen. Den Einführungspost für diesen Monat findet ihr hier noch einmal.

Worum geht's?

Down a path worn into the woods, past a stream and a hollowed-out- log full of pill bugs and termites, was a glass coffin.

Wie ein Märchen beginnt die Geschichte von Hazel und Ben, die in einer Stadt namens Fairfold wohnen. Fairfold ist aber nicht ganz gewöhnlich, denn außer den Menschen sind hier auch die Fae zu Hause, die das Leben darin ein wenig komplizierter machen. Einwohner sind diesen "komischen" Dingen die manchmal passieren schon gewöhnt, aber Touristen sind immer wieder Opfer der Streiche und Tricks der Fae, die sich aber da noch zurückhalten. Inmitten dieses Geschehens gibt es einen gläsernen Sarg, der in dem naheliegenden Wald steht. Darin liegt ein Junge mit Hörnern, und auch der stetige Begleiter von Hazel und Bens Abenteuern als sie noch Kinder waren. Sie sind ihn nämlich immer besuchen gegangen, haben ihm Geschichten erzählt, sich ausgemalt sie wären Ritter und der Junge mit den Hörnern wäre ihr Prinz. Der Junge schläft schon seit Ewigkeiten tief und fest in diesem Sarg und ist auch nie aufgewacht. Er hat sich regelrecht als Touristenattraktion entpuppt, und niemand konnte das Glas jemals durchbrechen. Bis es eines Tages passiert.

Daraufhin werden jede Menge Ereignisse losgetreten. Plötzlich sind die Einwohner von Fairfold doch nicht mehr so sicher wie sie es glaubten. Man ist auf der Suche nach dem Jungen mit den Hörnern, und es werden Leute verletzt - aber niemand weiß, wer dafür verantwortlich ist. Ist es der Hörnerjunge? Ist es Jack, das Wechselbalg das unter den Menschen lebt? Oder ist es doch eine andere Macht, die ihnen Angst einjagen möchte? Hazel weiß, dass alle drei einen Zusammenhang darstellen und sie will sich daran machen, der Sache auf den Grund zu gehen. Immerhin bedeutet ihr Jack sehr viel. Und der Junge mit den Hörnern, Bens und ihr Prinz.. sie haben schon Ewigkeiten davon geträumt, was wohl wäre, wenn er aufwachen würde. Beide waren verliebt in ihn. Doch plötzlich fürchtet sie sich vor dem, was er sein könnte. Und da erkennt Hazel, dass es mehr Geheimnisse gibt als ihr lieb ist: Über Jack, über den Prinzen, über Ben - und sogar über sich selbst.

Erwartungen vs. Realität

Once, there was a girl who vowed she would save everyone in the world, but forgot herself. 

Holly Black und ich führen durch ihre Bücher eine Art Liebes-Hass Beziehung. Seitdem ich ihre Curseworkers Trilogie gelesen habe, in die ich absolut verliebt bin, habe ich immer gehofft, dass sie so etwas Ähnliches noch einmal macht. Damit meine ich nicht eine ähnliche Geschichte, sondern, dass sie wieder etwas von so einer Qualität schreibt, die mich umhaut. Leider habe ich Enttäuschungen erleben müssen und obwohl mir The Darkest Part of the Forest gefallen hat, so kann auch dieses Buch nicht mithalten.

Ich bin mir sicher, dieses Buch hätte mich mehr begeistert, hätte ich nicht schon vorher etwas von Holly Black gelesen. Es hat eigentlich alles, was eine gute Geschichte ausmacht: Sie ist fantastisch, düster, märchenhaft, abwechslungsreich, hat sympathische Protagonisten, Originalität - aber das ist auch das besondere an Black, ihre Geschichten sind wirklich ein wenig "außergewöhnlich" im Young Adult Genre, denn sie tendiert dazu immer einen kleinen Twist in ihren Büchern zu haben, der auch ihren Stil ausmacht. So ist sie sehr modern und liberal, was ihre Charaktergestaltung angeht, lässt sich nicht von YA "Normen" einschränken, erfüllt nur selten Klischees. Da ich das alles aber kannte, hatte ich mir trotzdem ein wenig mehr erhofft. Denn auch wenn ich ihren Schreibstil sehr mag, so hat manchmal der Antrieb für das Weiterlesen gefehlt, dieser "Suchtfaktor".

Zudem hatte ich ständig das Gefühl, dass der Geschichte an Tiefe fehlte. Dabei haben zumindest die beiden Hauptcharaktere, Hazel und Ben, aus deren Perspektive abwechselnd erzählt wird, eine Hintergrundgeschichte, die erklärt, warum sie sich so verhalten wie sie es eben tun: Warum Hazel jeden x-beliebigen Jungen küsst und warum Ben die Musik aufgegeben hat. Ich fand die Gründe schön und aufschlussreich, es hat sie sympathisch gemacht, dennoch ich hatte keine starke Bindung zu ihnen, weder zu Hazel noch zu Ben, was irgendwie schade war. Mein Lieblingscharakter ist Jack, der aber manchmal nicht so zu durchschauen war, was mich zwischenzeitig verwirrt hatte. Es gibt eine Grenze zwischen "mysteriös" und "irritierend", wie ich dann feststellen durfte.

Der Plot war, trotz allem, spannend und hat mich zum Weiterlesen gebracht. Mir gefällt wie Holly Black die Fae zeichnet - diese Zwielichtigkeit und Losbindung von der Moral. Die Fae sind auch das Düstere an dieser Geschichte und ich konnte mir genau vor Augen ausmalen, als Hazel in den Wald geht und sie besucht. Ich an ihrer Stelle wäre weggerannt, weil die Atmosphäre recht schaurig war (und nicht vergessen: Man darf nichts zu Essen und zu Trinken von den Fae annehmen! Leider hatte Hazel, was dies angeht, ein wenig Pech). Das Buch sollte man am besten im Herbst lesen (die Handlung findet auch im Herbst statt) in den späten Abendstunden, ich denke das würde das Leseerlebnis noch ein wenig intensiver machen.
Den "Bösewichten" hat es leider ein wenig an Würze gefehlt, da sie für mich keine wirkliche Persönlichkeit hatten, zumindest keine greifbare. Da hätte Holly Black noch ein paar mehr Seiten schreiben können, weil mich das dann doch noch interessiert hätte.

We love until we do not. For us, love doesn't fade gradually. It snaps like a branch bent too far.

Fazit

Es kann natürlich sein, dass ich ein wenig voreingenommen bin, aber das Buch hat meine Erwartungen nicht ganz erfüllen können. Holly Black schreibt wundervoll und sie hat auch die richtigen Zutaten für eine sehr gute Geschichte, aber manchmal nimmt sie zu wenig Salz, oder lässt das Gericht zu wenig kochen. Für Leute die noch nie Holly Black gelesen haben ist es sicher aber eine gute Einstiegslektüre, weil ich dennoch finde, dass The Darkest Part of the Forest einer ihrer besseren Bücher ist. Es ist schaurig, märchenhaft, modern - vor ihrer Darstellung von einem emanzipierten Mädchen und von Sexualität kann ich nur meinen Hut ziehen, denn das bewundere ich nach wie vor an ihrem Stil. Ich bewerte das Buch mit 3,5 Sternen - es ist ganz solide, aber nicht herausragend und ja, ich bin immer noch traurig darüber, dass es meine Hoffnungen nicht ganz erfüllen konnte.



Das nächste TTBG Motto wird dann am Wochenende bekannt gegeben. :)

Habt ihr auch einen Autoren, von dem ihr mal etwas gelesen habt, das euch total begeistert hat - aber er danach eure Erwartungen nicht mehr erfüllen konnte? Was ist eure Meinung zu dem Buch, kennt ihr es bereits oder wollt ihr es lesen?

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