Sonntag, 5. Juli 2015

Through the Booking Glass: The Casquette Girls

Ein wenig verspätet kommt nun endlich mein Fazit zu der Juni Edition von Through the Booking Glass! Leider war dieser Monat Lese-technisch nicht so erfolgreich, weshalb ich auch länger als normal für das Buch gebraucht habe. Diesen Monat habe ich The Casquette Girls von Alys Arden gelesen, das im Rahmen von Southern Gothic, das Thema für diesen Monat, ausgewählt wurde.

Worum geht es?

Ein großer Sturm sorgte dafür, dass von New Orleans nur Trümmer übrig blieben. Adele ist mit ihrem Vater einer der ersten, die nach zwei Monaten wieder zurückkommen und der Stadt wieder neues Leben einhauchen. Doch mit ihrer Rückkehr stellt sie fest, dass sich etwas verändert hat. Nicht nur für die Stadt, sondern für sich selbst. Denn als sie aus Versehen einen jahrhundert alten Fluch bricht, bringt sie die Dinge allmählich ins Rollen.
Dabei muss sie sich mit einer neuen Schule herumschlagen, da ihre alte durch den Sturm zu sehr zerstört wurde, und gewinnt sowohl neue Freunde als auch Feinde. Gleichzeitig entdeckt sie ein Tagebuch einer Nachfahrin, Adeline de Saint-Germain, die davon berichtet, wie sie von Paris in das Nouvelle-Orléans gezogen ist, wie es noch damals unter der Macht der Franzosen hieß, und stellt dabei schnell fest, dass es Parallelen zwischen ihr und Adeline gibt.

Erwartungen vs. Realität

Das Thema für diesen Monat war ja Southern Gothic - und dieses Buch hat im Prinzip alles, was benötigt wird für dieses Genre. Es spielt im Süden, in New Orleans, Lousiana - der typischste Schauplatz, aber genau deswegen war ich ja auch so neugierig. Es hat etwas Paranormales, düstere Charaktere, Geheimnisse - die passende Stimmung kreiert Alys Arden schon einmal. Dadurch, dass Adele genauso wenig weiß wie der Leser, ist es spannend mitzuerleben, wie sie nach und nach das Geheimnis lüftet. Hinzu kommt, dass die Autorin selbst aus New Orleans stammt und sich dementsprechend gut auskennt, was man sehr schnell merkt. Man hat das Gefühl man würde mit Adele selbst durch den French Quarter laufen und den herben Geruch vom Voodoo Shop einatmen - das hat mir sehr gut gefallen.

Aber auch über die Mythen und Legenden, die um New Orleans kreisen, werden wir informiert. Ich bin mir nicht sicher, ob es die wirklich gibt, aber die Autorin erzählt anschaulich von den sogenannten Casquette Girls, nach denen das Buch benannt wurde. Es waren alleinstehende Mädchen aus Klostern oder Waisenhäusern, die ihre Kassetten, das ihr Mitgift war, hatten und ohne diese hatten sie quasi keinen Wert mehr. Man sagt, dass sie mit ihren Kassetten auch die Vampire nach Nouvelle-Orléans gebracht haben, und ääärgh! Hört ihr diesen Buzzer? Der ging sofort los bei mir, als ich den ersten Verdacht auf diese Blutsauger hatte.

Man weiß nichts, sobald man anfängt das Buch zu lesen. Es ist schön, dass die Inhaltsangabe nicht viel verrät, aber umso größer sind die Erwartungen an die Geschichte. Als der "Plottwist" kam, dass das Problem die Vampire darstellen, hatte ich einige Probleme damit. Erstens: Der Plottwist war nicht wirklich einer, denn es wurden zahlreiche, wenn nicht zu viele, Andeutungen darüber gemacht. Zweitens: New Orleans ist ziemlich "ausgelutscht" was Vampire angeht. Anne Rice hat es vorgemacht, wie man zB an "Interview mit einem Vampir" merkt. Oder an The Originals, das ja von Vampiren und Hexen in New Orleans handelt. Ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn es drittens: Es viel origineller gewesen wäre. Klar, die Geschichte mit Adeline un den Casquette Girls war schon sehr spannend und ich kannte so etwas nicht, aber mir kamen die Vampire so zweidimensional vor. Das Buch hätte das weiter ausbauen sollen, damit ich sie auch interessant finde. Leider habe ich da nur die Augen verdreht und gehofft, dass es bald vorbei ist.

Allgemein fehlt da einfach aus der Ausbau. Es geht und Hexen und Vampire, aber ich hätte gerne noch ein paar Hintergrundinfos gehabt, wie genau jetzt die Magie funktioniert und alles. Alys Arden hat sich da nur auf "Klischees", um es hart auszudrücken, ausgeruht, was ich ein bisschen schade fand. Das alles wurde noch einmal hinuntergezogen, weil sie natürlich (!) ein Liebesdreieck einbauen musste, was ich total unnötig fand. Zumal ich Adeles Anziehung zu Nicco überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Toll, er sieht gut aus, aber wann war dieser Junge nicht total gruselig und ist immer da plötzlich aufgetaucht, wo du bist? Ihre Verbindung mit Isaac war da schon authentischer, aber vielleicht fand ich Isaac als Charakter einfach greifbarer.

Um ehrlich zu sein habe ich die letzten paar Seiten nur überflogen, weil es mir dann zu viel wurde. Nach jedem Twist wurde die Story komplizierter, es wurden noch mehr Charaktere eingeführt, die ich als sehr unnötig empfand, und die Ereignisse überschlagen sich einfach, dass ich keine Lust mehr hatte. Das Ende war dann auch eher schlecht als recht. Ich denke ich habe einfach mehr erwartet.

Ach ja, Französischkenntnisse sind vom Vorteil. Es wird auf jeder Seite mindestens ein Satz Französisch gesprochen - zwar ist es nicht so schlimm, wenn man es nicht versteht, weil keine relevanten Dinge gesagt werden, aber es war schon nervig, weil ich irgendwie nicht abkaufen konnte, dass sie heutzutage, selbst im Vieux Carré - das French Quarter - noch so viel Französisch sprechen.

Und wie sagten sie so schön?
Laissez les bons temps rouler!

Fazit


Das Buch ist definitiv über dem Durchschnitt, aber auch mehr nicht. Die Autorin schafft es eine geheimnisvolle und unterschwellig düstere Atmosphäre zu schaffen. Die Charaktere sind sympathisch, jedoch kann die Story mich nicht ganz überzeugen, vermutlich, weil ich die Erwartungen so hoch gesetzt habe. Dennoch, das Buch war definitiv kein Fehlkauf und habe es teilweise echt genossen zu lesen.

  • The Casquette Girls, Alys Arden
  • Dt. Titel noch nicht erschienen
  • 400 Seiten
  • Erschien zuerst auf Wattpad
  • Erhältlich als eBook (Kindle), Taschenbuch und Hardcover
  • Englisch-Schwierigkeitsgrad: Mittel
  • Französisch Kenntnisse: Vorteilhaft
  • Bewertung: 3 Sterne
  • Amazon Goodreads Alys Arden

Kommentare:

  1. Na ja, lockt mich jetzt ehrlich gesagt nicht sonderlich, u.a. wegen des Liebesdreiecks. ^^ Zwar würde mich die Atmosphäre prinzipiell schon reizen, aber alles andere klingt eher sehr bekannt aus den üblichen YA-Romanen. :/
    Aber schöne Rezension! :)

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    1. Das Liebesdreieck ist zum Glück nicht der Schwerpunkt, aber es hat mich eben schon genervt, u.a. weil ich ihre Anziehung zu dem einen Typen einfach nicht nachvollziehen konnte. Also für mich war da keine romantische Spannung oder so xD Ich hab mich einfach an Edward zurück erinnert, weil Nicco genauso creepy war und ach ich weiß nicht. Ich bin zu alt für sowas :D

      Dankeschön :)

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