Montag, 27. Juli 2015

Through The Booking Glass: The Princess Bride

Leute, ich bin gerade wahnsinnig stolz auf mich. Ich bin tatsächlich zum Lesen gekommen, obwohl ich Prüfungen hatte und an meiner Hausarbeit werkele - dabei ist mir egal, ob es nur ein Buch geworden ist. Immerhin besser als keins! Für die Juli Edition von TTBG stand das Motto "Piraten" an, und dazu habe ich The Princess Bride von William Goldman gelesen. Leider habe ich schnell feststellen müssen, dass zwar mehr oder weniger Piraten darin vorkommen, aber keine zentrale Rolle spielen. Leider war somit das Motto ein wenig verfehlt, aber das muss nicht heißen, dass mir das Buch nicht gefallen hat...

Worum geht es?

Es war einmal in einem Land namens Florin, in der Zeit der Renaissance, da lebte ein Mädchen namens Buttercup. Sie wusste nicht, dass sie einmal die schönste Frau im gesamten Land werden würde. Und nein, sie wusste auch nicht, dass sie mal den schönsten Prinzen des Landes heiraten würde. Es ist doch ein "match made in heaven", nicht wahr? Doch bevor das Happy End erreicht wird, erleben wir eine Geschichte über Schwertkampf, wahre Liebe, tiefer Hass, unnachgiebiger Rache, böse Menschen, gute Menschen, fünf oder sechs wunderschönen Frauen, Tod, Lügen und Wunder. Hurra! Was für eine Überraschung: Was wir hier lesen ist ein Märchen!
Dabei ist das Märchen eigentlich nur die Binnenerzählung einer Rahmenerzählung. William Goldman tritt als Ich-Erzähler in der Rahmenhandlung auf, und berichtet darüber, wie er die Geschichte, die sein Vater ihm damals vorgelesen hatte, über die "Brautprinzessin" geliebt hat. Und jetzt möchte er seinem Sohn das Buch schenken, doch er stellt fest, dass das Buch, das von "S. Morgenstern" ist, einem satirischen Geschichtsbuch gleicht, und sein Vater ihm nur die "guten Stellen" vorgelesen hat! Das Buch ist schon sehr alt, weswegen Goldman sich dazu entschließt, es neu zu schreiben - und zwar nur mit den guten Stellen, die er von seinem Vater kannte. Und somit begleitet er uns auch durch das Märchen von Buttercup, Humperdinck, und dem Mann in Schwarz....

Erwartungen vs. Realität

The Princess Bride stand schon lange auf meiner Wunschliste und ich habe auch nur gute Sachen von dem Buch gehört. Da ich etwas von Piraten gelesen hatte, dachte ich, dass das Buch sich ja perfekt in das TTBG Projekt eingliedern lassen könnte - ich hab aber falsch gedacht! Stattdessen stoße ich auf eine Märchenerzählung mit viel Charme, Witz und Abenteuer, wo zwar Piraten vorkommen, aber nicht auf die Weise, wie man es erwartet. (Da hätte ich doch lieber Peter Pan lesen sollen.) Trotzdem werde ich euch jetzt erklären, was The Princess Bride zu einem tollen Buch macht, auch wenn meine Erwartungen nicht ganz erfüllen konnte.

Zunächst einmal war ich irritiert, dass das Buch sich in zwei Teilen einteilen lässt: Die Rahmenerzählung über Goldman und die Geschichte hinter dem Märchen, und die Binnenerzählung, die eigentliche Geschichte um Buttercup. Ein wenig ungeduldig bin ich also drangegangen, da mich Goldmans Geschichte kaum interessiert hat und ich den Sinn dahinter nicht verstanden habe. Anzumerken ist, dass Goldmans Ich-Figur rein fiktiv ist, und es ist nicht wahr ist, dass er einen übergewichtigen Sohn und eine Frau als Psychotherapeutin hat, die er nicht liebt (in Wahrheit hat er drei Töchter und liebt sowohl sie, als auch seine Frau). Aber im Nachhinein musste ich feststellen, dass Goldmans Kommentare, die zwischendurch die Binnenerzählung unterbrechen, ein Faktor des Charms sind, die das Buch ausmachen. Er erklärt anhand von Rückblenden, wie sein Vater ihm damals die Geschichte vorgelesen hat, wirft ein bisschen Ironie und Witz ein, die einfach super in die Geschichte passen - denn The Princess Bride ist kein gewöhnliches Märchen!

Das mag das Cover vielleicht nicht andeuten. Man sieht da einen Mann in Schwarz und eine Jungfrau in Nöten. In Wahrheit sind da sehr viele Stereotypen vertreten, wie man vielleicht anhand meiner Beschreibung erkennt. Das unscheinbare Mädchen, das Prinzessin wird, der schöne Prinz, der sie heiratet, Bösewichte, die einem einen Strich in die Rechnung machen, eine Hochzeit, eine Rettung, ein Schwertkampf. All das ist vertreten, wie man es eben von einem Abenteuer erwartet. Das schöne ist jedoch, dass diesen Stereotypen eine Tiefe verliehen wird, indem man ihre Hintergrundgeschichte erfährt. Man fängt mit Buttercup an, die auf einer Farm wohnt und den Stallburschen, den sie liebevoll (nicht) "farm boy" nennt, und ihm harsche Befehle erteilt, und er sie mit "as you wish" beantwortet. Erst deutlich später erkennt Buttercup, dass diese Worte eigentlich "ich liebe dich" bedeuten, und fängt an ihre eigene Persönlichkeit zu hinterfragen. "Farm boy", auch Westley genannt, verfolgt auch eine Geschichte, die erst im Laufe des Romans kristallisiert wird. Doch das war noch nicht alles. Auch Prinz Humperdinck hat seine "andere Seite", die nicht so schön ist wie seine weißen Zähne. Und auch "die Bösewichte" (die " sind strategisch platziert!), Fezzik und Inigo, haben einen spannenden, abenteuerlichen und nachvollziehbaren Hintergrund, warum sie da gelandet sind wo sie nun sind, und um ehrlich zu sein, haben mir ihre Rückblenden am meisten gefallen!

Ich kann leider nicht mehr zum Inhalt und zu den Piraten sagen ohne euch zu spoilern. Es gibt sehr viele interessante Twists, einige Klischees werden aufgegriffen und anders interpretiert, und der Autor arbeitet mit viel (Selbst-)Ironie, sodass man hin und wieder schmunzeln, wenn nicht sogar lachen muss. Hier habe ich einige Zitate als Beispiel, damit ihr ein ungefähres Gefühl bekommt, wie die Story so funktioniert:


“We’ll never survive!” 
“Nonsense. You’re only saying that because no one ever has.” 
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“True love is the best thing in the world, except for cough drops.” 
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“You seem a decent fellow," Inigo said. "I hate to kill you."
You seem a decent fellow," answered the man in black. "I hate to die.” 
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“No more rhymes now I mean it!”
“Anybody want a peanut?” 
“AAHH!”

Fazit


Meine eigentliche Bewertung ist 3.75, aber so ein Sternchen zu basteln war mir leider zu anstrengend. :D Es ist ein unterhaltendes Buch mit viel Witz und tollen Dialogen. Es bedient sich zwar an Stereotypen, dieses Prinzip wird jedoch subversiert indem man ihnen Tiefe verleiht und somit dreidimensionale Figuren entstehen. Es hat nicht ganz meine Erwartungen erfüllen können, und das Ende hat sich meiner Meinung nach ein wenig gezogen, deshalb diese Bewertung - dennoch, empfehlen kann ich das Buch definitiv!
  • The Princess Bride, William Goldman
  • Dt. Titel: Die Braut des Prinzen / Die Brautprinzessin
  • 398 Seiten
  • Wurde 1987 verfilmt, mit Cary Elwes, Robin Wright und Chris Sarandon in den Hauptrollen
  • Erhältlich als eBook (Kindle), Taschenbuch und Hardcover
  • Englisch-Schwierigkeitsgrad: Einfach-Mittel
  • Bewertung: 3 .75 Sterne
  • Amazon Goodreads William Goldman

Kommentare:

  1. Klingt ganz unterhaltsam, schreit aber nicht danach, gelesen zu werden. ;)
    Wobei die Zitate schon auf eine immerhin witzige und schön ironische Geschichte hindeuten. :D

    Schöne Rezension!

    Ganz liebe Grüße ♥

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    1. Ich denke einfach, wären meine Erwartungen nicht so hoch gewesen hätte ich das Buch besser gefunden - wie es eben oft so ist. Witzig ist es auf jeden Fall, aber irgendwo hat mich die Story doch ein bisschen in Stich gelassen. :D

      Danke :)

      Liebe Grüße ♥

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  2. Hey Sanne,

    du hast mich jetzt noch neugieriger auf das Buch gemacht. Allein schon die Namen finde ich genial - Prinz Humperdinck :D
    Ich finde es immer so komisch, dass das Buch in Amerika jeder kennt und hierzulande fast gar keiner :D Hast du eigentlich den Film dazu gesehen?

    Liebe Grüße :)

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    1. Hey Sana,

      haha, ja - da musste ich auch schmunzeln!
      Stimmt, in Amerika ist das Buch / der Film eigentlich schon ein Klassiker. Den Film habe ich noch nicht gesehen, kam leider zeitlich noch nicht dazu. Habe es aber auf jeden Fall noch vor! Allein die Schauspieler klingen sehr vielversprechend. :)

      Liebe Grüße ♥

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