Sonntag, 12. Juli 2015

YA-Dystopien: Nerviger Trend oder Fortschritt?



Dystopien, oder wie man sie früher häufiger nannte, Anti-Utopien, gibt es schon seit einer Weile. Durch die Schule kenne ich Aldous Huxleys Brave New World und George Orwells 1984, aber viele von euch haben vielleicht The Giver von Lois Lowry oder Lord of the Flies von William Goulding gelesen. Vor der Dystopie gab es jedoch die Utopie - die, wenn man ganz genau sein will, ihre Geburtsstunde durch Platons Politeia hat. Der Begriff Utopie selbst wurde erst durch Thomas Morus' Utopia im Jahr 1516 geprägt, und erst in der industriellen Revolution, also um 1800, kam die Dystopie auf. Man könnte sagen, dass sie sich durch das Science Fiction entwickelt hat, was nicht verwunderlich ist, denn viele Dystopien spielen in der Zukunft. Autoren wie Jules Verne, H.G. Wells, Edward Bellamy und Arthur C. Clarke prägten das Sci-Fi Genre, so wie wir es heute kennen. Der damalige Fortschrittsoptimismus erlautben Vorstellungen von technischen Entwicklungen, die es damals noch nicht gab, die aber ein besseres Leben erlauben sollten. Dieser Optimismus hielt sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, ehe der Fortschrittspessimismus dank wachsender Zentralisierung und Machtverhältnissen eintrat. Mit dem Pessimismus wuchs auch die Anzahl an dystopischer Literatur.


Wie gesagt: Dystopien gibt es seit einer Weile. Dennoch könnten wir sagen, dass wir quasi eine Renaissance dieser erleben, zumindest im Jugendbuchbereich. Allein wenn man sich die Wiki-Liste anschaut erkennt man, wie hoch der Anteil der Dystopien im 20. Jahrhundert ist. Besonders nach der Veröffentlichung von Suzanne Collins' The Hunger Games sieht man ganz unten die Liste der Jugendbücher, die darauf folgten. Keine Frage, Dystopien sind in. Sie dominieren den Jugendbuchsektor immens. Jugendliche lernen heute nicht durch den langweiligen Englischunterricht wie der Staat in Brave New World funktioniert, sie gehen ins Kino und schauen sich an, wie Katniss sich durch die Arena schlägt. Damit will ich die Popularität nicht kritisieren (im Gegenteil). Allerdings stellt sich mir die Frage: Ist der Trend übertrieben? Denn ich ertappe mich oft, wie ich durch den Young Adult Sektor schlage, ein neues Buch entdecke und mir denke "Och nöö, schon wieder eine Dystopie". Mir kam der Trend teilweise so krass vor, als Twilight noch groß im Rennen war und der Jugendbuchbereich überfüllt war mit Vampirromanen. Dabei hat sich durch die große Vielzahl an dystopischen Romanen ein gewisses Muster entwickelt, das man eigentlich mittlerweile als "Klischee Dystopie" bezeichnen könnte, das wie folgt aussieht:

In einer weit entfernten Zukunft... sind die Menschen dabei, sich von Kriegen und Katastrophen zu erholen...
Sie haben das Land wieder aufgebaut... besser, stärker, unzerstörbar...
Man hat sie in Gruppen aufgeteilt... jede Gruppe hat ein eigene Eigenschaft... weil das mit Gruppen ja in der Vergangenheit zu gut geklappt hat...
Jeder lebt zufrieden... doch niemand rechnet mit der einen...
Eine, die anders ist als die anderen...
Sie ist 16 Jahre alt...
Sie passt nicht in das System...
Sie ist der Schlüssel der Revolution!

Ihr denkt, ich übertreibe? Und was ist mit Büchern wie Divergent, The Selection, The Hunger Games, Delirium, Shatter Me - die alle größtenteils auf dieses Muster passen?

Aus genau diesem Grund war ich genervt von diesem Genre - es ist immer das gleiche. Es gibt wenige Ausnahmen, die nicht geradewegs in dieses Muster fallen (z.B. The Darkest Minds von Alexander Bracken), aber man merkt eben, worauf sie alle bauen, und man kann verstehen, warum man schnell "genervt" ist.

Mir ist jedoch beim Vergleich von "damaligen" und heutigen Dystopien etwas aufgefallen. Schaut euch die Autoren an. Es ist sehr deutlich: Früher haben eindeutig die Männer die Dystopien dominiert, heute sieht man - mit nur wenigen Ausnahmen - Frauen an der Spitze. Das liegt vor allem daran, dass häufiger Autorinnen beim Jugendbuch vertreten sind als Männer. Ihr glaubt mir nicht? Und was ist mit Harry Potter, Twilight, und all den Büchern, die ich gerade genannt habe? Dabei stimmt es, dass Dystopien gerade am häufigsten zu sehen sind, um ehrlich zu sein, was ich gerade nicht, was sonst noch auf dem Markt ist, außer eben diese.

Diese Erkenntnis habe ich erst letztens gewonnen (danke dir, meine Hausarbeit, dass du meinen Horizont erweiterst!). Weshalb ich meine  Genervtheit um die Dystopie ein wenig überdacht habe. Okay, ich selbst hab die Nase voll von Rebellinnen und Revolutionen, aber wenn man die Tatsache als ein Faktor eines Gesamtbildes sieht - sind Dystopien vielleicht ein Fortschritt in der Literatur, insbesondere in der feministischen?

Wie bereits gesagt, damals dominierten überwiegend Männer die Science Fiction Sparte. Es gab nur wenige, heute noch namenhafte Frauen, die sich durchgesetzt haben (Mary Shelley mit Frankenstein, zum Beispiel). Wie ich oben angedeutet habe, sind vor allem Themen wie Technologie und Fortschritt sehr präsent in dieser Literatur (typisch Sci-Fi eben), auch in der Dystopie (man denkt vielleicht an Brave New World und die Reagenzglas-Babys). Aber soweit ich mich erinnere, sind Technik und Wissenschaft gar kein so großes Thema in The Hunger Games, Divergent und Delirium.

Nehmen wir das Muster, das ich (wenn auch parodistisch) hier angegeben habe. Wir haben ein Mädchen im Teenageralter, das gegen das System kämpft. Sie passt nämlich aus irgendeinem Grund nicht hinein, und sie wird zum Schlüssel einer größeren Bewegung, die die Welt (hoffentlich zum besseren) verändert.  

Jetzt stellt euch vor, ein Mädchen im Alter von 13 Jahren liest The Hunger Games. Sie sieht sich in Katniss, das sich für ihre Schwester opfert. Das nur das Wohl ihrer Liebenden im Kopf hat, aber gleichzeitig so viele Menschen bewegt, und Symbol eines großen Ganzen wird. Sie sieht, wie Katniss sich um Rue und Prim kümmert, wie sie die Arena überlebt und sich widersetzt, erst durch kleine Gesten, dann durch größere. Katniss, als junge, intelligente Frau, stark, unaufhaltsam, rettet die Welt.

Dieses Mädchen erinnert mich an mich selbst, als ich damals Harry Potter gelesen habe. Als Mädchen habe ich mich besonders mit Hermine identifiziert. Es wäre nicht nur cool, eine Hexe zu sein und zaubern zu können, aber ich wollte immer so clever sein wie Hermine, so talentiert, belesen, ehrgeizig, einfühlsam, mutig. Sie war mein Vorbild. 

Es gab schon immer Jugendbücher "für Mädchen". Man denkt in unseren Kreisen evtl. an Freche Mädchen. Darin geht es eben um typische Teenager-Probleme, wie Schule, Familie und Jungs. Man konnte sich mit den Mädchen identifizieren und von der großen Liebe träumen. 
So ähnlich war es bei Twilight, wobei ich sagen muss, dass dieses Buch völlig verkehrte Werte vermittelt. Ich will nicht behaupten zu wissen wie ein Mädchen sein soll, aber Bellas völlige Abhängigkeit von Edward und sein bevormundetes, stalkerisches, besitzergreifendes Verhalten ihr gegenüber vermittelt falsche Vorstellungen.

Warum ist denn ausgerechnet eine Dystopie "ideal" um positive Werte für Mädchen darzustellen? Utopien und Dystopien erlauben uns, eine völlig neue Welt zu erschaffen und zu betreten, die völlig losgelöst von der Gesellschaft, in der wie heute leben, ist und eigene Definitionen über Gender, Rasse und Politik einführt. Man kann wortwörtlich alles machen. Man kann sich dafür entscheiden, jedem eigene Möglichkeiten zu geben, egal woher derjenige kommt und wie er aussieht - egal, ob in einer perfekten, oder dystopischen Gesellschaft. 

Ich gebe einem 13jährigen Mädchen lieber The Hunger Games in die Hand als Twilight. Mal abgesehen von der Gewalt, sieht das Mädchen ein sechzehnjähriges Mädchen, mit olivfarbener Haut, ein farbiges Mädchen (und nicht die Hollywood Version davon), das sich allem Schlechten widersetzen kann und am Ende den Krieg gewinnt.

Ich hoffe es wurde einigermaßen klar, was ich mit diesem Beitrag verdeutlichen wollte. Natürlich lassen sich bei den anderen Büchern, die ich hier erwähnt habe, z.B. The Selection diskutieren. Schließlich ist The Selection überwiegend eine Romanze, aber egal wie frustrierend America als Protagonistin ist, so ist sie selbst ein autonomes Wesen in Gesamtbild - auch wenn die Jungs ihren Kopf verdrehen, so setzt sie sich dafür ein, das Kastensystem in ihrem Land abzuschaffen und damit den Frieden einzuführen. Na? Wisst ihr jetzt, was ich meine?

Dystopien sind ein Trend und manch einer kann ankommen und sagen "ih, schon wieder so ein blöder Mädchentrend!" wie sie es bei Twilight, oder gerade bei The Hunger Games tun. Ich bin jedoch der Meinung, dass Dystopien eine gute Fläche bieten, positive Wete zu vermitteln, vor allem für Mädchen, die Identifikationsfiguren brauchen wie Hermine, Katniss, Tris und Lena. Natürlich ist keine der Heldinnen perfekt, noch sind die Bücher perfekt - aber sie sind ein Fortschritt für eine feministische Zukunft, auf die ich hoffe.

Wie steht ihr zu dem Thema? Lest ihr Dystopien und was haltet ihr von den Heldinnen? 

Kommentare:

  1. Erstmal, liebe Sanne: Toller Beitrag! *-*

    Ich würde ihn noch darum ergänzen, dass Dystopien automatisch zum Nachdenken und Hinterfragen unserer Gesellschaft anregen sollten. Von den extrem fantastischen mal abgesehen bieten sie doch meist ein Szenario, das mittlerweile gar nicht mehr so weit hergeholt ist - sei es durch Klimawandel oder Kriege. Angesichts der Masse an Dystopien, die uns doch alle vor Augen führen, wie wir langsam aber sicher unsere Welt zerstören, wundert es mich, dass wir Menschen immer noch so weiter machen wie zuvor. Dass keinem auffällt, dass diese Dystopien drohen, unsere Zukunft zu WERDEN.

    Zurück zu dem 13järhigen Mädchen: Die Protagonistinnen als Vorbild vermitteln auch, dass jeder ein Individuum ist und wir uns nicht in Klassen einteilen lassen sollten. Sei es Tris, die klarmacht, dass wir ein bisschen von allem sein sollten, Katniss, die sich dagegen wehrt, von einem System unterdrückt zu werden und all die anderen, die im Grunde eine Freiheit verkörpern, für die auch wir kämpfen sollten.

    Mir selbst ist schon ziemlich früh dieses typische Muster von Dystopien aufgefallen. Kennt man eine, kennt man alle? Ich schätze, es gibt zwei Möglichkeiten damit umzugehen: Entweder meidet man Dystopien, oder man akzeptiert einfach, dass allein vom Genre her gegeben ist, dass einem das Ganze bekannt vorkommt und konzentriert sich dann eher auf Charaktere und Handlung. Einen wesentlichen Vorteil von Dystopien sehe ich in dem relativ hohen Action- und Spannungspotenzial. ^^
    Und den starken Heldinnen. Dass diese weiblich sind, ist im YA-Bereich ja sowieso typisch und verdeutlicht im Prinzip nur die Emanzipierung in unserer Gesellschaft. Eine Entwicklung, die auch durchaus begrüße. ;)

    Ich selbst habe mittlerweile eher ein Mittelmaß gefunden: Ich lese nicht herausragend viele Dystopien, freue mich aber über jede gut geschriebene, actionreiche, tiefgründige und durchdachte Dystopie. Soweit mein Wort zum Sonntag. ;D

    Ganz liebe Grüße ♥♥

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    1. Danke dir ♥
      (Meine Antwort kommt ein bisschen spät - verzeih! Aber das ist meine Prüfungswoche, und meine Motivation lag für alles bei nahe Null..)

      Da hast du recht, das ist ein wichtiger Punkt den ich nicht angeführt habe! Aber ich würde dazu sagen, dass nicht alle Dystopien, die gerade auf dem Markt sind, in diese Kategorie fallen. Leider gibt es gerade viele, weil das gerade "trendy" ist und eben eine gute (nicht weniger interessante, oder anregende) Story bietet. Ich würde zB nicht sagen, dass Selection da reinfallen würde, wenn es sich auch an dem Kastensystem aus Indien anlehnt (leider hat sie den Dystopie Aspekt generell nicht ausführlich ausgearbeitet), und auch Delirium halte ich in dieser Hinsicht für lückenhaft (wenn auch nicht ganz ausgeschlossen). Hingegen passen The Hunger Games, Uglies, und teilweise auch Divergent sehr gut in diesen Aspekt, da sie nicht nur den Aspekt der Zerstörung kritisieren, sondern auch aktuelle gesellschaftliche Probleme offen darlegen (Massenkonsum, Propaganda, Kapitalismus bei Hunger Games, der Schönheitswahn bei Uglies, Konditionierung und Gesellschaftsregelung in Divergent).

      Genau, da stimme ich dir ebenfalls zu. Die Bücher, mögen sie originell sein oder nicht, vermitteln dennoch, wenn nicht durchgehend, gute Werte. Ich finde es toll, dass gerade Mädchen zurzeit die Chance bekommen, mit Heldinnen wie Katniss aufzuwachsen. Es gab ja schon immer "Mädchenbücher", aber aus Erfahrung waren diese mit zahlreichen Klischees behaftet. Zudem zeigt der Trend bei The Hunger Games auf, dass auch Jungs diese Bücher lesen, trotz der weiblichen Protagonisten, und ich finde, das zahlt sich auch als enormer Fortschritt heraus. (Sonst kommt doch immer sowas wie "ihhh, das ist doch voll der Girly Kram!")

      Ja, es stimmt - aber es gibt auch Wege, die man durch das Muster hindurch bahnen kann. Davon gibt es bereits zahlreiche Beispiele, wenn nicht in der Jugendliteratur. Ich verstehe, warum sich diese Muster gut eignen für Kinder und Jugendliche, weil es dadurch einen Helden gibt und am Ende die guten gewinnen. Ich glaube, wenn man (wie ich, mittlerweile) etwas anderes lesen möchte, dann sollte man woanders schauen, nicht bei YA. Ich habe zB The Handmaid's Tale von Maragaret Atwood gelesen, eine (sehr schreckende, überhaupt nicht realitätsferne) Dystopie, wo die Heldin überhaupt nicht heldenhaft ist, sondern eher passiv, und das Ende kann man zweideutig deuten. Das macht das Buch interessanter, aber ich muss zugeben, dass eine "typische" Dystopie mich dann doch zufriedener stimmt, weil sie immerhin einen runden Abschluss haben. :D

      Das ist super! Ich wünschte, ich hätte eine Balance gefunden. Leider habe ich das Gefühl, das mein Büchergeschmack über den Haufen geworfen worden ist. Ich lese von jeder Ecke gerade etwas, aber ich bin froh, dass ich mich gerade nur auf zwei Sachen konzentrieren muss: Ein Buch für die Freizeit, und The Hunger Games, über das ich meine Hausarbeit schreibe. :D Wahrscheinlich kommen ähnliche Beiträge wie dieser in Zukunft öfter.

      Liebe Grüße ♥

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  2. Ich hab das so noch gar nicht gesehen, also nicht die Verbindung zwischen dem, was Harry Potter damals für uns war und Hunger Games für die neue Generation vonheute ist, gezogen, aber ja: Neue Generation, neue Bücher! Und eigentlich ist die Vorbildfunktion unglaublich gut! Alles was ich in NA Büchern anprangere gibt es in YA Dystopien nicht, weil das Überleben und der Mut an erster Stelle stehen und andere heroischere Werte dort vertreten werden, als Cliquenzickereien im neuen College. Danke für deinen Beitrag, der wirklich augenöffnend war. Ich denke ich werde nicht mehr so oft mit den Augen rollen, wenn ich an Jugendbuch-Ständen in Büchereien vorbei gehe :)

    Liebe Grüße,
    Susanne

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    1. Es freut mich, dass der Beitrag dir in dieser Hinsicht zusagt. Ich habe es ja vor kurzem selbst nicht realisiert. Da ich mich für meine Hausarbeit mit diesem Thema intensiver auseinander setze (ich habe auch tatsächlich die Idee für diesen Post durch das durchforsten von Sekundärliteratur bekommen :D) habe ich mich auch bilden können. Und ich bin gespannt, was ich noch alles in Erfahrung bringe. :)

      Liebe Grüße Danke dir ♥
      (Meine Antwort kommt ein bisschen spät - verzeih! Aber das ist meine Prüfungswoche, und meine Motivation lag für alles bei nahe Null..)

      Da hast du recht, das ist ein wichtiger Punkt den ich nicht angeführt habe! Aber ich würde dazu sagen, dass nicht alle Dystopien, die gerade auf dem Markt sind, in diese Kategorie fallen. Leider gibt es gerade viele, weil das gerade "trendy" ist und eben eine gute (nicht weniger interessante, oder anregende) Story bietet. Ich würde zB nicht sagen, dass Selection da reinfallen würde, wenn es sich auch an dem Kastensystem aus Indien anlehnt (leider hat sie den Dystopie Aspekt generell nicht ausführlich ausgearbeitet), und auch Delirium halte ich in dieser Hinsicht für lückenhaft (wenn auch nicht ganz ausgeschlossen). Hingegen passen The Hunger Games, Uglies, und teilweise auch Divergent sehr gut in diesen Aspekt, da sie nicht nur den Aspekt der Zerstörung kritisieren, sondern auch aktuelle gesellschaftliche Probleme offen darlegen (Massenkonsum, Propaganda, Kapitalismus bei Hunger Games, der Schönheitswahn bei Uglies, Konditionierung und Gesellschaftsregelung in Divergent).

      Genau, da stimme ich dir ebenfalls zu. Die Bücher, mögen sie originell sein oder nicht, vermitteln dennoch, wenn nicht durchgehend, gute Werte. Ich finde es toll, dass gerade Mädchen zurzeit die Chance bekommen, mit Heldinnen wie Katniss aufzuwachsen. Es gab ja schon immer "Mädchenbücher", aber aus Erfahrung waren diese mit zahlreichen Klischees behaftet. Zudem zeigt der Trend bei The Hunger Games auf, dass auch Jungs diese Bücher lesen, trotz der weiblichen Protagonisten, und ich finde, das zahlt sich auch als enormer Fortschritt heraus. (Sonst kommt doch immer sowas wie "ihhh, das ist doch voll der Girly Kram!")

      Ja, es stimmt - aber es gibt auch Wege, die man durch das Muster hindurch bahnen kann. Davon gibt es bereits zahlreiche Beispiele, wenn nicht in der Jugendliteratur. Ich verstehe, warum sich diese Muster gut eignen für Kinder und Jugendliche, weil es dadurch einen Helden gibt und am Ende die guten gewinnen. Ich glaube, wenn man (wie ich, mittlerweile) etwas anderes lesen möchte, dann sollte man woanders schauen, nicht bei YA. Ich habe zB The Handmaid's Tale von Maragaret Atwood gelesen, eine (sehr schreckende, überhaupt nicht realitätsferne) Dystopie, wo die Heldin überhaupt nicht heldenhaft ist, sondern eher passiv, und das Ende kann man zweideutig deuten. Das macht das Buch interessanter, aber ich muss zugeben, dass eine "typische" Dystopie mich dann doch zufriedener stimmt, weil sie immerhin einen runden Abschluss haben. :D

      Das ist super! Ich wünschte, ich hätte eine Balance gefunden. Leider habe ich das Gefühl, das mein Büchergeschmack über den Haufen geworfen worden ist. Ich lese von jeder Ecke gerade etwas, aber ich bin froh, dass ich mich gerade nur auf zwei Sachen konzentrieren muss: Ein Buch für die Freizeit, und The Hunger Games, über das ich meine Hausarbeit schreibe. :D Wahrscheinlich kommen ähnliche Beiträge wie dieser in Zukunft öfter.

      Liebe Grüße ♥

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