Samstag, 26. September 2015

Erlebtes: Drei Wochen Tandem in Asturias, Spanien

Erster Stopp: Santander, Kantabrien

"Wie, du hast geforen? Du warst doch in Spanien!" Das habe ich ziemlich häufig zu hören bekommen, als ich erzählt habe, wie ich am ersten Tag in Santander, Kantabrien mit kurzen Hosen und Top rausgegangen bin, weil, hallo? Ich bin in Spanien, und das direkt an der Küste. Nach ca. einer Stunde hab ich diese Entscheidung bereut, weil der Wind doch ziemlich frisch war und ich das Wetter überschätzt habe. :D Aber ja - es ist der Norden von Spanien, direkt am Atlantik. Selbst wenn das Meer doch schön anzusehen ist, ist das maritime Klima nicht zu unterschätzen. 
Nachdem der erste Schock überwunden war, war auch alles okay. Bis auf die Jugendherberge, die ich mit ein paar anderen, die auch beim Tandem teilgenommen haben, gebucht haben - wir hatten uns gedacht "ist ja nur für eine Nacht!" bis es nach Oviedo weitergeht. Aber die Jugendherberge war ziemlich siffig, und man konnte die Türen nicht abschließen, zumal wir zu fünft ein 12er Zimmer hatten. Santander war ganz schön, aber das war doch etwas, was uns ein wenig die Stimmung verdorben hat. Aber hey! Die Nacht haben wir überlebt, und wir sind auch sofort morgens (nach einem spärlichen Frühstück in der Jugendherberge) zurück in die Innenstadt und mit dem Bus nach Oviedo.


Aufenthalt in Oviedo, Asturien

Endlich angekommen haben wir auch sofort die Schlüssel für unsere Wohnung bekommen. Einziges Manko: Unsere Wohnung (die wir uns zu dritt teilen) lag eine halbe Stunde zu Fuß vom Zentrum entfernt. War ein bisschen ungünstig mit den Koffern. Also sind wir zu einer Bushaltestelle marschiert in der Hoffnung, dass der Bus in die Richtung fährt, in die wir auch müssen. Der Busfahrer war zum Glück ganz nett und hat uns erklärt, wo wir lang müssen, weshalb auch diese Hürde überwunden worden ist und wir in unser feinen Wohnung angekommen sind. Sie war zwar Oma-mäßig möbiliert, aber der Vermieter war total nett und das Internet hat funktioniert. Was will man mehr? Außerdem hatten wir einen netten Ausblick auf die Berge, Logias und eine süße Küche. Für drei Wochen absolut okay!
Die ersten Tage hatten wir frei, weil wir Sonntag geflogen sind und der Tandemkurs erst am Mittwoch begonnen hat. Also haben wir die Zeit genutzt und die Stadt erkundet. Oviedo ist wunderschön! Es wurde mit Skulpturen nicht gespaart, die Grünanlagen sind wundervoll errichtet worden und es ist einfach nur unfassbar sauber. Wie ich später herausgefunden habe wird jede Nacht saubergemacht. So etwas würde in Deutschland nie passieren, zumal das ja Unmengen von Geld kostet! Es gibt viele, tolle Läden zum Shoppen. Zweites Manko: Spaniens Kultur ist ja ein wenig anders - für sie ist es üblich, dass man Mittags zwei Stunden "siesta" macht. Also genau dann, wenn man in die Stadt geht (14 bis 16 Uhr). Das war ein wenig ärgerlich, aber zum Glück trifft das nicht auf Supermärkte zu.
Wir sind meistens gelaufen - was am Anfang ziemlich nervig war, aber nach einiger Zeit gewöhnt man sich dran. Es ist doppelt so anstrengend, weil Oviedo praktisch auf einem Berg liegt und man nur Berge hoch und runter läuft. Aber hey, immerhin hab ich ein wenig Sport machen können. :D

Der Tandemkurs

Was ist eigentlich Tandemarbeit? In einem Tandem arbeiten im besten Fall zwei Menschen zusammen, die die Sprache des jeweils anderen lernen möchten. Das klingt nach einem netten Kaffekränzchen, war aber in der Tat genau das, was der Name schon verrät: Arbeit!
Ich hatte ziemlich Glück mit meiner ersten Tandempartnerin, Miriam, weil sie im gleichen Alter wie ich ist und wir auch viele Interessen miteinander teilen. Es wurde aber schnell klar, dass ich ein höheres Spanisch Niveau hatte als sie Deutsch (ich habe B1 und sie ist gerade Mal eine Anfängerin mit A1), aber das hat uns trotzdem nicht daran gehindert uns kennenzulernen. Ihre beste Freundin, Silvia,  hab ich dabei auch noch kennenlernen dürfen, die im Übrigen ein Arcitc Monkeys Fan ist (insta-Freundschaft :D) Dabei habe ich erfahren, dass sie in einer Band spielt, da wurde ich auch glatt für das erste auf ein Konzert eingeladen! Der erste Tag war, nachdem man die Schüchternheit überwunden hatte, ein voller Erfolg. 
In der zweiten Woche haben wir die Partner gewechselt, und ich habe eine Lehrerin, Alcuzanna, bekommen, die ihre Deutschprüfung auf dem Niveau C1 machen möchte. Es war um einiges einfacher mit ihr zu reden, weil sie ein höheres Niveau hatte. Aber leider hatte sie öfter auf Spanisch geredet als auf Deutsch und es wurde nach einiger Zeit schwierig mich darauf zu konzentrieren ihr zuzuhören. Ein Tag war besonders schlimm - der Projekttag, an dem wir an einen Ort fahren konnten mit einem anderen Tandempaar über das wir dann ein Plakat gestalten sollen. Pro: Alcuzanna hatte ein Auto und sie konnte uns mitnehmen. Kontra: Auf der 20-minütigen Fahrt hat sie einfach keine Pause beim Reden gemacht. 
In der dritten Woche hab ich mir Miram zurückgeholt. :D Wir haben uns einfach am besten verstanden und sind gute Freundinnen geworden. Wir sind am "individuellen Projekttag" in ein Aquarium gefahren. Jetzt kann ich vermutlih 9239283 Fischsorten auf Spanisch. Aber hey! Mein Vokabular hat sich im Gesamtbild total verbessert, genauso spreche ich jetzt flüssiger, und hab beim Hörverstehen keine allzu großen Probleme mehr. Das einzige, was ich bei der Tandemarbeit ein wenig vernachlässigt habe ist wohl das Leseverstehen. Dafür habe ich mir jetzt das erste Twilight Buch auf Spanisch gekauft - etwas, was simpel geschrieben ist und das ich schon kenne, damit ich es auch schön üben kann! :D

Gijón, Asturien

Ich war drei Mal am Strand - und zwar in Gijón, das ca. eine halbe Stunde von Oviedo entfernt ist. Ich habe auch einiges an Farbe bekommen können. Die drei Male hatte ich auch wirklich Glück, weil sonst in Asturien eher bewöltes Wetter ist (maritimes Klima halt - ist leider der Atlantik, nicht das Mittelmeer). Gijón ist ein wenig größer und älter als Oviedo, aber Oviedo ist definitiv schöner. In Gijón war ich auch an beiden Projekttagen. Beim ersten Mal waren wir im Freiluftmuseum wo man viel über die Besiedlung durch die Römer und Kelter der asturischen Küste lernen konnte. Außerdem hatte man einen herrlichen Ausblick auf das Meer. Beim zweiten Mal waren wir im Aquarium, das ganz toll eingerichtet war, aber für das Geld (15 Euro) hatte ich mir doch mehr erhofft.

Die Pilgerstätte Covadonga und die Picos de Europa

An einem Sonntag sind zwei weitere Mädels und ich nach Covadonga gefahren - es ist eine Pilgerstätte in Asturien, eine Rute des Jakobswegs führt nämlich hindurch. An dem Tag hatten wir echt super viel Glück mit dem Wetter, es war heiß und sonnig, dementsprechend gut sind die Fotos geworden! In Covadonga selbst gibt es nicht viel zu sehen - eine Basilica steht dort, ist aber für eine katholische Kirche ziemlich schmucklos eingerichtet. Da sie aber auf einem Berg steht, macht sie doch einen tollen Eindruck. Gleich daneben, durch die Grotte hindurch, kann man die "Virgen de Covadonga" (Jungfrau von Covadonga) und Reliquien betrachten. Es ist quasi eine kleine Kirche in einem Bergeinbruch. Es ist wirklich schön, aber ich durfte da leider keine Fotos machen.
Danach ging es mit dem Bus hinauf auf das Gebirge - eine ganze halbe Stunde (!) hat die Fahrt gedauert und selbst das war ein Abenteuer. Die Straße ist sehr schmal und uns kamen auch noch Busse entgegen. Aber oben ankommen lohnt sich total. Die Picos de Europa erstrecken sich über Asturien, Kastillen-León und Kantabrien - es ist also riiiiesig! Wir haben nur einen kleinen Teil gesehen, aber es war wunderschön. Zwei Seen liegen in der Nähe, und alles was wir eigentlich gemacht haben, ist, die Aussicht zu genießen und zu entspannen. Ich kann einen Besuch hier hin auf jeden Fall nur empfehlen!

Abschluss

Ich hab mich in Spanien verliebt - ich wär am liebsten noch weitere drei Wochen geblieben. Wobei mir wahrscheinlich die Tagesordnung irgendwann auf die Nerven gehen würde, weil ich mich einfach nicht dran gewöhnen kann (um 22 Uhr zu Abend essen, so wie meine Nachbarn es getan haben, ist mir dann doch zu spät). Ein kleiner Schock war es für mich, als ich zurück nach Deutschland bin und abends weggegangen bin und einfach NICHTS los ist. Wenn man in Spanien abends rausgeht, ist immer überall irgendetwas los, weil es immer überall ein Café/eine Bar/ein Club geht. Richtig los geht es mit den Partys aber erst gegen eins oder zwei, also wenn man da früher feiern gehen möchte... ist man zu früh dran. :D
Es hat mir auf jeden Fall sehr gefallen, und ich vermisse es jetzt schon sehr - nicht nur, weil ich es vermisse Spanisch zu sprechen, sondern auch wegen den Leuten und einfach der Tagesablauf und einfach, was man dabei so gefühlt hat! Ich überlege jetzt schon, ob ich nächstes Jahr wieder mitmache. Hoffentlich klappt das auch! :)


















Kommentare:

  1. Hallo! :-)

    Das klingt wirklich nach einer tollen Zeit, mit wundervollen Bildern. Vor allem das Letzte hat es mir angetan.

    Liebste Grüße,
    Franzi
    himmlischerfedertraum.blogspot.de

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    1. Hallo! :)

      Es war auch echt toll! Die Picos de Europa zu besichtigen kann ich auch nur empfehlen, ich hab gedacht so etwas schönes sieht man nur im Fernsehen oder auf Bildern. Es war ein echt schönes Gefühl so etwas mit eigenen Augen zu sehen :)

      LIebe Grüße,
      Sanne

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