Sonntag, 25. Oktober 2015

"Strong Female Character" - warum ich diesen Begriff hasse

Scarlett Johansson als Natasha Romanoff/Black Widow in "Marvel's The Avengers", 2012. Klarer Fall eines "strong female characters"
In letzter Zeit wenn ich mir Beschreibungen, Rezensionen und Artikel von Büchern, Filme und TV-Serien anschaue, stößt mir ein Begriff immer wieder auf, und das auf unangenehme Weise. Was am Anfang vielleicht noch als Hoffnung für einen feministischen Durchbrach galt, steht mir heute bis zum Hals. "Starke Heldinnen" - oder wie man sie auf Tumblr antrifft, "strong female characters", sind der neuste Trend. Versteht mich nicht falsch - ich bin immer dafür, dass man Frauen in Medien vernünftig darstellt, am besten unabhängig von anderen Charakteren. Aber anscheinend bedeutet "strong female character" in den Medien nichts anderes als "a strong, kick-ass woman" (1).


Was genau stört mich an diesem Begriff? Erstens: Er impliziert, dass Frauen "stark" sein müssen, um überhaupt in den Medien als Charakter angesehen zu werden. Jede andere ist nur eine "Jungfrau in Nöten" oder eine blöde Kuh, die im Weg steht. Zweitens: Es gibt auch "starke" Frauen, die nicht unbedingt physisch stark sind und jede Kampfart der Welt beherrschen. Nicht jede muss eine Natasha Romanoff sein oder eine Celaena Sardothien, um als "strong female character" zu gelten. Leider wird dieser Begriff überwiegend nur für solche weiblichen Charaktere verwendet, was ihnen einen Nachteil verschafft, der Frauen in Medien keinen Gefallen tut.

Frauen können stark sein, aber auch emotional oder stoisch, abhängig oder unabhängig - das muss sie aber nicht daran hindern, interessante Charaktere zu sein. Sie nur als "kick-ass" darzustellen führt zur Wahrnehmung, dass es die einzige Art und Weise ist wie Frauen zu sein haben und das ist nicht richtig.

Madlori nimmt auf ihrem Tumblr Bezug auf Molly Hooper, ein Charakter aus der Serie "Sherlock". Auf den ersten Blick bezeichnet man sie sicher nicht als "strong female character". Aber sie hat ihr Medizinstudium abgeschlossen, ist witzig und clever, und erfüllt einen wichtigen Part in der Story. Warum wird sie kritisiert? Weil sie für Sherlock schwärmt. Aber warum ist das falsch und warum macht sie das weniger zu einem "strong female character"? Jeder hatte mal einen Schwarm, es ist nur menschlich. 

Und das ist der Punkt, auf den ich hinaus will: Ich möchte keine "starke" Heldin. Ich möchte eine realistische Heldin. Ein Charakter mit menschlichen Eigenschaften, der zufällig weiblich ist.

Eine realistische Heldin kann auch eine Jungfrau in Nöten sein, solange sie nicht nur eine Jungfrau in Nöten ist, versteht ihr? Nicht jede Frau besitzt die, z.B. physische oder psychische, Kraft sich aus so einer Situation zu befreien. Aber solange sie nicht nur auf den Typen reduziert wird, der ihr das Leben rettet, eine eigene Persönlichkeit besitzt und kein zweidimensionaler Charakter ist, ist es absolut okay für mich.

Dabei möchte ich auf Sophia McDougalls Artikel "I hate Strong Female Characters" aufmerksam machen. Sie weist daraufhin, dass niemand einen männlichen Charakter als "stark" bezeichnen würde - was wir gerade mit weiblichen machen. Stattdessen bezeichnen wir einen Helden vielleicht als intelligent, gerissen, mutig, manipulativ, während weibliche Charaktere Attribute wie "nicht die typische Jungfrau in Nöten" oder "stark" oder "kick-ass" oder "feisty" bekommen.
(Zudem macht der Artikel auch darauf aufmerksam, dass der Stereotyp "strong black woman" schädlich ist und welchen Hintergrund dies hat. Der Artikel ist wärmstens zu empfehlen!)

Es ist wichtig den Begriff "Strong Female Character" anders zu definieren. Ich möchte nicht, dass man damit nur Frauen wie Natasha, Buffy oder Celaena meint (die auch andere Seiten haben als ihre kämpferische - das meine ich auch gar nicht - aber sie fallen eben in diesen Typus, den ich oben beschrieben habe). Ich meine auch Molly Hooper, Eadlyn Schreave, Raven Reyes, Coraline, Jessamine Lovelace, usw usf.

Ich persönlich habe diesen Begriff ganz aus meinem Wortschatz gestrichen - weil er einfach in meinen Augen ein falsches Verständnis von weiblichen Charakteren nahelegt.

Was denkt ihr? 
Was "muss" eine weibliche Heldin für euch sein?
Was ist nach eurem Verständnis eine "starke Heldin"?

Weitere Literatur:
Referenzen:
(1) Bezieht sich auf Madloris Tumblr Post.
Eadlyn Schreave - Protagonistin in "The Heir" von Kiera Cass, die nicht viele Sympathien auf sich zieht.
Raven Reyes - Charakter in der Serie "The 100", die auf einem Bein gelähmt ist.
Coraline - Titelheldin eines Kinderromans von Neil Gaiman, die auf "andere Weise" stark sein muss.
Jessamine Lovelace - Charakter in Cassandra Clares "The Infernal Devices", die dubiose Entschediungen trifft.

Kommentare:

  1. Anfangs war ich von genau dem Typ weiblicher Charaktere sehr angetan (hatte schon immer eine Schwäche für Damen, die anderen ordentlich in den Hintern treten) - bis sich dann herausstellte, dass es wirklich immer nur dieser eine Typ von Charakter ist. Ich finde diese "starken Frauen" an sich auch nicht so schlimm, wenn sie nicht gerade nur physisch stark sind und ansonsten sämtliche Klischees bedienen und nur existieren, damit der Held an ihrer Seite gut dasteht. (Z.B. mag die Darstellung von Natasha Romanoff Probleme haben - siehe ihre Beziehung im letzten Avengersfilm -, aber ansonsten mag ich ihren Charakter sehr gerne.) Aber das Problem ist für mich echt, dass der Begriff wirklich nur diese eine Form der Stärke umfasst. Was mir da deutlich lieber ist, sind dreidimensionale Charaktere, ob sie nun physisch oder psychisch stark sind oder vielleicht keines von beidem. Ob ich sie dann noch "stark" bezeichnen würde, ist eine andere Frage. (Idealerweise wäre es auch wurscht, ob ein weiblicher Charakter nun stark ist oder nicht, um mit Respekt in der Geschichte behandelt zu werden, aber das wohl noch Wunschdenken für die Zukunft.)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich muss gestehen, dass ich den zweiten Avenger Film noch nicht gesehen habe und es deshalb Natashas Darstellung nicht beurteilen kann, aber ich kann mir schon gut vorstellen was du meinst (und es würde mich auch nicht überraschen, das einzige weibliche Mitglied des Ensembles ist).

      Ich glaube, jede Darstellung hat ihre "Probleme" - weil Autoren eben keine perfekten Menschen sind und auch nicht perfekt schreiben können. Man kann es auch nicht jedem recht machen. Ich muss dich dir jedoch anschließen, an der Dreidimensionalität von weiblichen Charakteren muss definitiv noch gearbeitet werden. Es ist eben schwer die Akzeptanz der Leserschaft zu gewinnen, wenn der weibliche Charakter mal ausgefallen ist - damit meine ich, dass sie diesen Typus von starker Heldin nicht erfüllt.

      Ich bin froh, dass sich mittlerweile die Mentalität entwickelt hat, dass die "damsel in distress", die sich in einen "brooding bad boy" verliebt, wie sie z.B. in Twilight teilweise vertreten wird, an Bliebtheit verliert und man auch andere Frauenfiguren nach vorne setzt, aber auch diese Darstellung ist sehr einseitig und nicht sehr fortschrittlich, wenn es NUR diese Darstellung gibt, weil sie wieder einen Standard setzt, nach der weibliche Charaktere sich zu halten haben, ansonsten sind sie nicht sympathisch.

      Daran werden wir leider noch lange arbeiten müssen - dass Frauencharaktere die gleiche Individualität erlaubt wird wie auch Männercharakteren. Frauen sind leider mehr Kritik ausgesetzt, weshalb es da heißt: ausharren und ausfechten.

      Löschen
    2. Sicherlich haben auf jeden Fall fast alle Darstellungen ihre Probleme. Wichtig ist dann für mich, ob es unwissend geschieht, weil ein_e Autor_in etwas noch nicht hinterfragt hat, oder ob es trotz des Wissens geschah, dass etwas ziemlich offensichtlich verletztend/stereotyp/entmenschlichend ist - aber es denen dann eben egal ist oder die es dann trotzdem richtig finden. Letzteres sind dann wohl wirklich (fast?) alle flachen weiblichen Figuren, die einfach nur als Eye-Candy gedacht sind oder das eine Mädel in einer Gruppe von Jungs (oder Frauen, je nach Altergruppe des Buches) sind. (Gilt dann ja auch nicht nur für Autor_innen, wie du schon sagtest. Ich weiß von mir, dass ich früher auch schnell von Mädels genervt war, wenn sie halt mal nicht sympathisch waren. Bis mir dann irgendwann auch mal ein Licht aufging - dabei sollte es ganz offensichtlich sein; ich mein, ich weiß auch, dass ich nicht immer die sympathischste Person bin, und warum sollte ich dann nicht auch über die lesen wollen, die nicht immer 100%ig lieb sind oder ihre Schwächen haben?)

      Jep. Zumal es wirklich Unsinn ist, EINEN Typ Frau/Mädchen als richtig und toll und erstrebenswert darzustellen, wenn es bei Männern und Jungs deutlich mehr Auswahl gibt (auch wenn es da natürlich genauso Präferenzen gibt). (Ich bin da auch sehr froh, dass es zumindest im englischsprachigen Bereich so laaaaaangsam ein paar wenige Charaktere mehr gibt, die sich außerhalb der Gender-Binarität wiederfinden, vor allem wenn sie weder männlich noch weiblich sind oder eben nicht nur eines von beidem. Das meiste stammt eher aus Arbeiten von Leuten, die jetzt nicht herkömmlich veröffentlicht werden, also z.B. Webcomics, aber es ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung und hinterfragt noch mal mehr diese strikte Teilung zwischen männlich und weiblich.)

      Löschen
  2. Ich liebe deine Artikel, weil sie so oft das zusammenfassen, das mir auch durch den Kopf spukt. Ich hab vor langer Zeit mal einen Artikel darüber geschrieben, dass Leser oftmals dazu neigen, die Heldinnen aus Prinzip zu kritisieren. Oder das ich oftmals zu schnell negativ über die Heldin in meinen Rezensionen rede. Jedenfalls: Protagonistinnen stehen unter Dauerbeobachtung und werden eher bewertet und verurteiltt, als männliche Charaktere. Mich nervt zum Beispiel das Helden in Romanen dafür gefeiert werden, das sie ein Bad Boy sind, im Prinzip einfach nur ein Arschloch, aber wehe eine Heldin zickt mal zwei Zeilen lang rum. Dann ist die Heldin sofort unsympathisch.
    Das gleiche mit dem Typus "strong female character" - es ist der neue Maßstab und jede Protagonistin die nicht 20 Mann in einem engen Onesuit zusammenschlagen kann ohne ihre Frisur zu versauen, bekommt keine Anerkennung als richtige Heldin. Das tut mir richtig Leid, weil männliche Charaktere so viel Tiefe haben und auch jammern können, ohne das man es ihnen vorhält. Dabei feier ich jede neue Richtung, jeden Roman mit einer neuen Art Heldin, weil ich mich freue, wenn experimentiert wird, wenn Figuren durchdacht sind und Facetten bekommen, die mal nicht dem 'akzeptierten Standard` entsprechen.Für mich müssen Charaktere nicht mal sympathisch sein - ich will dass sie durchdacht sind. So rein persönlich, würde ich mit einem Ron Weasley auch nicht befreundet sein wollen, weil der mir zu sehr jammert und neidet (hoffe ich mach mich damit jetzt nicht unbeliebt :D), aber ich liebe die 3er Kombination von Harry-Hermine-Ron und sein Charakter ist einfach stimmig.
    (Hoffe ich mache gerade irgendwie Sinn, ich bin so müde, aber hab den Artikel schon seit 2 Tagen abgespeichert und wollte endlich endlich mal drauf antworten ;))

    Freue mich auf deine nächsten Artikel!

    Liebe Grüße,
    Susanne

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich bin auch immer wieder froh, dass meine Artikel auch bei einigen Anklang finden und ich echt nicht alleine bin mit diesem Eindruck! Deinen Beitrag werde ich mir gleich auch mal raussuchen, danke für den Hinweis. :)

      Es ist wirklich so, dass weibliche Charaktere am meisten kritisiert werden, während Männer immer mit einem "er ist ein vielseitiger, tiefgründiger Charakter" davon kommen. Deshalb nerven mich die ganzen Meinungen zu "The Heir" und der Protagonistin, Eadlyn. Sie ist verwöhnt und ein wenig skrupellos, aber sie ist bestimmt und hat ihr Ziel vor Augen und ist auch nicht in einer Position, wo sie es irgendwem - besonders Männern - irgenwie recht machen muss, aber trotzdem wird sie zunehmend kritisiert, dass sie einfach nur "grausam" wäre und man Leute so nicht behandelt, aber keine scheint für nötig zu halten mal zu betrachten, aus welchem Hintergund die Protagonistin stammt und dass sie vielleicht auch Gründe für ihr Verhalten hat.
      Sie sagt sogar an einer Stelle in dem Buch, dass, als ihr Vater in der gleichen Position war wie sie, dass er nie dafür kritisiert wurde.
      (Sorry, dass ich das hier wieder auslade. Ich könnt mich ewig darüber aufregen :D)

      Ich sehe es genauso wie du. Wir brauchen einfach mehr Diversität in weiblichen Charakteren, in absolut jeder Hinsicht. Ich habe nichts gegen die Action-Heldin, aber nur, wenn sie sich auch dreckig macht und die Frisur nicht immer perfekt sitzt (siehe z.B. die Frauencharakter in der Serie "The 100"). Sympathie ist für mich sowieso eine überbewertete Eigenschaft, für mich zählt eigentlich nur die Menschlichkeit, die den Charakter abrundet und dreidimensional macht. Ich kann es einfach nicht leiden, dass es einen "akzeptierten Standard" geben MUSS - warum? Warum kann eine literarische Figur, die zufällig weiblich ist, nicht einfach sein wie sie eben ist?

      Ich sag's dir, wäre Ron Weasley ein Mädchen würde ihn niemand ausstehen können. Er wäre vielleicht noch viel gehasster als Lavender Brown oder Cho Chang, for that matter.

      Danke für deinen tollen Kommentar, ich freu mich immer dich hier zu sehen. ♥

      Liebe Grüße ♥

      Löschen
  3. Du hast wirklich einen tollen Artikel geschrieben :) Und das zu einem Thema, das mich oft aufregt und über das ich schon viel gelesen habe, weil ich einfach nicht akzeptieren kann und will, dass nur eine Frau als "kick-ass" bezeichnet werden kann, die auch tatsächlich Hintern kickt. Man kann auch als eine Jane Eyre oder Lizzie Bennet eine ass-kickerin sein und das ohne irgendjemanden zu schlagen oder ach so taff zu sein.
    Das Problem in der Literatur oder in anderen Medien ist, dass eine Frau für ihre Weiblichkeit kritisiert wird. Weiblich sein scheint immer als ein Manko angesehen zu werden. "Schlag nicht wie eine Frau", "renn nicht wie eine Frau", "heul nicht wie ein Mädchen" und bla bla bla. Klar, hat das auch Auswirkungen auf das männliche Geschlecht, das ihre emotionalere, weichere Seite verstecken muss, um als "MANN" zu gelten. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass manche Frauenfiguren in Medien in Wirklichkeit Prototypen von Männern sind, die nur eben weibliche Geschlechtsteile haben, hetero sind und sich gerne sexy anziehen. Dazu habe ich irgendwann einen ziemlich interessanten Artikel gelesen ... weiß nicht mehr wo :/
    Kennst du Ronda Rousey? Sie ist eine MMA Kämpferin und ist nicht nur stark, sondern auch weiblich und dazu steht sie. Ich finde, wir brauchen viel mehr Vorbilder wie sie.
    Aber eine Frau kann auch stark sein, wenn sie Rückschläge hinnehmen muss, wenn sie gerne die Farbe Rosa mag, wenn sie weinerlich ist und so weiter und so fort.

    Eine sehr interessante Diskussion :) Danke für die Anregungen!

    Alles Liebe
    Carly

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke! :)

      Du hast absolur echt. Weiblichkeit scheint immer ein Dorn im Auge zu sein. Zu einem die Dinge, die du ansprichst. Aber man kann es den Leuten einfach auch nicht recht machen. Entweder die Frau ist zu feminin, das heißt vielleicht, dass sie sich schminkt und sich für Mode interessiert und eben weibliche Attribute aufweist. Aber dann ist sie zu wenig feminin, also maskulin, indem sie einen Kurzhaarschnitt trägt und eher burschikos wirkt. Sie ist zu sexy, oder sie ist zu keusch. Sie ist zu selbstbewusst (Bitch) oder zu schüchtern (Mauerblümchen). Es gibt nur entweder oder. Es wird ihnen keine Chance gegeben, mal zu sein wie sie wollen. Es ist leider nicht nur in der Literatur so.

      Diese Frauencharaktere, die diese "Prototypen von Männern" sind, sind ja auch eine sexistische Kreation - weil sie eben unrealistisch sind. Und natürlich sind sie auch nur da, um den Plot des Manners weiterzuführen.

      Ronda Rousey schlägt sie vermutlich ein paar Stereotypen in die Luft. Und da stimm ich dir vollkommen zu, wir brauchen solche Figuren, aber zB Hollywood tut ja gerne so, als würden sie nicht existieren. (Btw, ich beneide Rousey ein wenig für ihren Körper :D)

      Genau, das ist eben diese Tiefe, die den weiblichen Charakteren verweigert wird.

      Und - gerne, ich freu mich immer, wenn ich zu Diskussionen anregen kann :)

      Liebe Grüße ♥

      Löschen
  4. Huhu Sanne,

    du schreibst wirklich andauernd sehr interessante Artikel, die einem echt zum Nachdenken bringen. ö.ö Da hast du auch total recht, dass wir Männer irgendwie nie als stark bezeichnen, aber dafür die Frauen immer stark oder schwach sind. (Vielleicht sollte ich bei Möglichkeit mal in einer Rezi schreiben wie stark doch ein Mann ist. =D Würde mich total interessieren wie das ankommt.) Aber ich glaube nicht, dass ich diesen Begriff komplett aus meinem Gebrauch streichen würde. Zum Beispiel im Buch "Die letzten Tage von Rabbit Hayes", wird auch viel von der kleinen Tochter (vielleicht 12 - 14 Jahre oder so) erzählt, die mit ihrer Mutter durch unschöne Zeiten gegangen ist. Ihre Mutter hatte Brustkrebs und deswegen musste sie einiges durchmachen und irgendwie war man dann total Stolz auf sie, weil sie eben so "stark" ist. Trotzdem natürlich wie du auch in deinem Artikel drauf eingehst, nicht körperlich, sondern seelisch. Also verstehe ich schon was du damit meinst. =D Finde ich interessant den Gedanken und da werde ich sicher noch ein wenig darüber nachgrübeln. ;-)

    Liebe Grüße
    Leni =)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey Leni,

      das freut mich, dass du das so siehst! :D Ich freu mich auch, dass meine Beiträge Leute zum Nachdenken anregen und kommentieren - wie du - da es zu solchen Themen verschiedene Meinungen gibt, die man auch ausdiskutieren sollte!

      Natürlich kommt es auch immer drauf an, im welchen Kontext man das Wort "stark" benutzt. Man kann immer jemanden als eine "starke Persönlichkeit" bezeichnen, egal ob Mann oder Frau, wenn es eben um Charakterstärke geht. Was mir nur gegen den Strich geht, ist, dass es für Frauen nur diese Eigenschaft gibt, die "Stärke", die sie akzeptabel machen. Es ist besonders im Jugendbuchbereich so, dass "strong female character" zu einer Norm geworden ist, aber so etwas wie einen "strong male character" nicht gibt. "Stärke" wird auch eher als körperliche Stärke definiert, was ja anscheinend beim Mann Standard ist und bei Frauen hervorgehoben werden muss.

      LG ♥

      Löschen

Instagram