Samstag, 19. März 2016

Rezension: Dämonen und Dampfkraft


Bei "Dämonen und Dampfkraft" von Maria Engels und David Michel Rohlmann handelt es sich um eine Steampunk Anthologie, die insgesamt drei Geschichten beinhaltet. Diese Geschichten hängen lose zusammen, jedoch werden die Verbindungspunkte nach einer Weile deutlich. Als Schauplatz dient ein deutsches Kaiserreich, dass auf Kosten von Dämonen und Dampfkraft aufbaut, was eine düstere Atmosphäre schafft.

Im Zentrum dieser Geschichten stehen eine Geheimagentin, ein Wissenschaftler und ein General, durch deren Augen wir die Handlung erleben. Dabei zeugen die Figuren von charakterlicher Vielfalt, sodass es nie langweilig wird sie durch ihre Abenteuer zu begleiten. Dies ist meine erste Anthologie, aber ich war sehr positiv überrascht, dass die Geschichten trotz die wechselnden Hauptfiguren nahtlos ineinander übergehen. Auch wenn verschiedene Ereignisse beschrieben werden, liest sich die Anthologie wie eine zusammenhängende Geschichte, den Ton und Tempo sind einander angepasst.

Inhaltlich möchte ich nicht zu viel verraten, aber mehr gefällt die liebe zum Detail, die die Geschichten anbieten. Man kann sich das Kaiserreich gut vorstellen, denn es wird eine einzigartiges, wenn auch düsteres Ambiente geschaffen, das einen nicht abschreckt, sondern mehr fasziniert. Die Geräte und Erfindungen sind Kleinigkeiten, die das World-Building noch einmal fördern und echter lassen wirken. Dabei wird niemals mit den Beschreibungen übertrieben, sie werden immer in die Handlung eingegliedert. Besonders schön fand ich die Beschreibung der Kleidung, da ich finde, dass Steampunk auch vor allem durch seine Mode heraussticht. Auch wenn wir Deutschland kennen, so haben wir trotzdem das Gefühl, in eine völlig andere, fantastische Welt zu reisen.

Kreativ mischen beide Autoren bekannte Steampunk Elemente mit eigenen Ideen, was sowohl Steampunk-Anfängern als auch -Kennern bietet, in dieses Genre einzusteigen bzw. es neu zu erleben. Die Anthologie ist intelligent und spannend aufgebaut und selbst wenn die Geschichten kurzweilig sind, so spielen sie mit den Erwartungen des Lesers und überraschen einen dort, wo man es am wenigsten erwartet.

Fazit

Meiner Meinung nach hat dieser Ansatz Potential für eine volle, zusammenhängende Geschichte. Denn auch wenn man mit einem zufriedenen Gefühl die Anthologie beendet, so bleiben viele Fragen offen. Besonders Anneliese, die Geheimagentin, würde sich als interessante Protagonistin eignen, denn ich frage mich, wie sie denn zu dem Beruf kam. Man erfährt leider nicht allzu viel vom Charakter, als dass es die Neugier stillen kann. Dennoch ist die Anthologie zu empfehlen, vor allem für diejenigen, die sich nach etwas neuem und kurzweiligen umsehen.

Vielen Dank an David Michel Rohlmann für das Rezensionsexemplar!

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