Sonntag, 22. Mai 2016

Eine kleine Durchsage - oder so

Ich weiß nicht ob es euch aufgefallen ist - aber mir ist es aufgefallen, dass ich in den vergangenen Wochen keine vernünftigen Ideen für meinen Blog hatte. Klar, ich habe Rezensionen geschrieben und bei den Leselaunen mitgemacht - mit Ausnahme von dieser Woche - aber sonst hatte ich Schwierigkeiten Zeit in neue Ideen zu investieren, schlicht und ergreifend, weil ich keine Zeit dafür hatte.

Als ich meinen ersten Post über "Moderne Helden" geschrieben habe - am 8. Dezember 2014 - und "Life in Petricolour" ins Leben gerufen habe, war dies zu dem Zweck eine Platform zu haben, in der ich meine Gedanken und Meinungen über Geschichten aussprechen kann. In erster Linie sollte sich das nicht auf Bücher beschränken. Aber nach und nach hat sich mein Blog zu einem Bücherblog entwickelt, vielleicht, weil ich in die Community reingerutscht bin, vielleicht, weil ich Bücher mag und sie gerne lese, vielleicht, weil mir nichts Besseres einfiel. Ich weiß nur, wenn ich es nicht gewollt hätte, wäre es auch nicht passiert. Ich wollte gelesen werden und ich dachte, wenn ich das lese, was andere lesen, wenn ich Rezensionen schreibe, dann würde ich Erfolg haben. "Erfolg" ist ein sehr subjektiver Begriff und ich habe tatsächlich Leser dazu gewonnen und ich bin über jeden davon glücklich. Aber ich bin nicht mehr glücklich über das, was ich schreibe.

Ich weiß nicht, wann es passiert ist, aber irgendwann habe ich angefangen mich unter Druck gesetzt zu fühlen. Das habe ich sehr oft, auch in Situationen die nicht das Internet betreffen. Ich hatte das Gefühl ich müsste Inhalte liefern, so viel wie möglich. Ich dachte: "Drei Posts in der Woche, das kriegst du hin! Die Leute dürfen nicht vergessen, wer du bist!" Das habe ich mir zu verschulden. Ich dachte, ich müsste so viel Arbeit hinein stecken, um interessant zu bleiben. Aber irgendwann ist der Inhalt im Inhalt verloren gegangen. Es kann sein, dass ihr diesen Eindruck nicht bekommen habt. Das freut mich. Ich sehe die Leute die regelmäßig kommentieren, und ich bin sehr glücklich darüber. Aber ich habe letztens angefangen einen Post zu tippen, über ein Thema, das mir wichtig war... oder ich glaubte, dass es mir wichtig war. Bis ich die Sache überdacht habe und das Dokument geschlossen habe, weil ich mich gefragt habe: Wieso schreibst du diesen Post wirklich? Möchtest du informieren, belehren, oder einfach deine Gedanken loswerden? Ich hatte keine Antwort darauf, also habe ich den Post auf Eis gelegt.

Es kann sein, dass einige von euch denken, dass ich übertreibe, dass ich es selbst Schuld bin, dass es dazu gekommen ist - und ja, ihr habt recht. Ich bin irgendwann faul geworden, oder übereifrig, eine gefährliche Mischung von beiden und schlussendlich hat sich eine Blockade vor meinem Kopf geschoben, die dazu geführt hat, dass ich eben keine "vernünftigen Ideen" mehr habe, um diesen Blog aufrechtzuerhalten.

In den letzten Wochen ist mir klar geworden, was mir wirklich wichtig ist, und das ist Geschichten schreiben. Ich habe hin und wieder durchblicken lassen, dass ich einem Projekt arbeite und ich auch plane, es irgendwann an eine Literaturagentur oder einen Verlag zu schicken. Es zu veröffentlichen. Das war schon immer mein Ziel gewesen, seitdem ich angefangen habe längere Geschichten zu schreiben. Ich habe gemerkt: Es ist mir sehr wichtig. Wichtiger als dieser Blog, um ehrlich zu sein. Und diese Erkenntnis hat ein wenig Last von meinen Schultern genommen. Der Moment in dem ich realisiert habe, dass ich einfach nie einer dieser "Buchblogger" sein werde, die vom Verlag Rezensionsexemplare geschickt bekommen, die regelmäßig auf Messen zu treffen sind, und die 50 Kommentare unter ihren Posts sehen. Ich bewundere das Engagement dieser Buchblogger, aber ich weiß jetzt, dass ich nie daran kommen werde - weil ich lieber etwas anderes mache.

Die letzten Wochen, in denen ich also keine Ideen hatte, habe ich an meinem Manuskript gearbeitet. Und ich freue mich euch sagen zu können, dass ich gestern Abend den 2. Entwurf fertig gestellt habe. Ich freue mich auch schon total, mit dem 3. Entwurf zu beginnen, denn das wird die Fassung sein, die die Testleser zu Gesicht bekommen. Auf Twitter habe ich schon viele Zwischenschritte dokumentiert und ich bin sehr glücklich damit. Als ich meinen Beitrag über "Kill Your Darlings" geschrieben habe, war ich auch sehr glücklich damit. Ich weiß nicht, wie viele diesen Post gelesen haben, aber es war der erste Post, der mich seit langem wieder begeistern konnte. Weshalb ich jetzt einen Entschluss gefasst habe.

Vermutlich werdet ihr in Zukunft weniger von mir lesen. Ich habe erkannt, dass ich höchstens einen Post in der Woche schaffe - mit dem Schreiben, was meine höchste Priorität ist und der Uni, die ich natürlich nicht vernachlässigen kann. Dieser Post wird vermutlich keine Rezension, auch wenn ich sie nicht ganz ausschließe. Ich weiß nicht, ob ich immer dazu komme bei den Leselaunen mitzumachen. Ich mag die Aktion, aber ich habe diese Woche gemerkt, dass ich einfach nicht in "Stimmung" dafür war. Rückblicke wird es immer noch geben, aber ich weiß nicht in welcher Form. Was sich ändern wird, ist, dass ich mehr über meine Projekte reden werde. Ich möchte euch teilhaben lassen an dem, an was ich gerade arbeite. Ich weiß nicht wie viel ich sagen kann oder werde. Ich bin sehr beschützerisch was mein "Baby" angeht, weshalb ich das vermutlich an den Reaktionen abschätzen werde... ich werde demnächst u.a. auf dem Blog anfangen nach Testlesern zu suchen. Es soll eine Reise werden. Eine Reise, in der ich wachse - und zwar nicht als Blogger, sondern als Autor.

Ich kann verstehen, dass es viele die bisher mitgelesen haben nicht interessieren wird. Weshalb ich es euch nicht übelnehme, solltet ihr meinen Blog nicht mehr lesen wollen. Wer mag es schon, wenn ein Blog eine plötzliche Wendung macht? Okay, ich entferne mich nicht so weit von meinen bisherigen Themen - aber es ist trotzdem eine größere Veränderung für mich, weshalb ich versuche, meine Community ein wenig zu ändern und "Gleichgesinnte" zu finden, wie z.B. Tina von Monsters and Magic und Steffi von Fieberherz, die ihre Reise als Autoren ebenfalls auf ihren Blogs festhalten.

Ich dachte, es wäre fair euch meinen Entschluss mitzuteilen, anstatt ihn einfach nur umzusetzen. Was ihr darüber denkt, würde mich total interessieren. Aber ich bin euch ohnehin schon dankbar, dass ihr diesen ziemlich langen Text durchgelesen habt. Also - danke, echt.

Alles Liebe,
Sanne

Kommentare:

  1. Wie, du machst nicht mehr regelmäßig bei den Leselaunen mit?!!? :P Nein, Quatsch. Ich finde deinen Entschluss ganz toll! ♥ Du musst das machen, was dich glücklich macht, das ist das wichtigste :) Und ich bleibe dir natüüüürlich als Leserin erhalten! (Auch wenn ich nicht oft kommentiere, shame on me...) Ich wünsch dir ganz viel Erfolg mit deinen Projekten! ♥

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    1. Es tut mir auch total leid ♥ Das ist lieb von dir und ich freu mich total drüber! Danke ♥

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  2. Hallo liebe Sanne!

    Ich finde es sehr mutig, diesen Schritt zu gehen. Meinen Autorenblog habe ich auch erst zu Beginn diesen Jahres eröffnet, weil ich gemerkt habe, wie wichtig mir das Schreiben ist und dass ich das gern mit anderen teilen möchte.

    Von daher kann ich mich gerade sehr gut in deine Lage hineinversetzen, weil ich letztes Jahr auch überlegt habe, ob ich das machen möchte, ob es etwas bringt und wie ich das umsetze.

    Je wichtiger etwas im Leben wird, desto mehr geraten andere Dinge in den Hintergrund. Das klingt im ersten Moment so einfach, das aber zu erkennen und diese Priorität im Alltag auch umzusetzen, ist manchmal ganz schön schwer.

    Ich denke, dass es dir, genau wie mir, damit besser gehen wird. Weil du das macht, was deine Berufung ist und du ihr nachgehen kannst, ohne dich ständig dagegen zu sperren. Meist tut man das ja unbewusst, aber man tut es und das blockiert teilweise enorm :D

    Ich kann deinen Entschluss also nur unterstützen und wünsche dir vor allem für deinen Roman alles erdenklich Gute!

    Liebe Grüße,
    Sarah

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    1. Hallo Sarah!

      Danke. Ich bin froh, dass du das ansprichst - denn genau so ging es mir. Es ist ein bisschen wie eine Identitätsfindung. Und ich will mich in erster Linie als Autor definieren - nicht als Buchblogger. Auch wenn ich vielleicht immer noch darüber blogge, dann soll es eher aus der Laune heraus sein und nicht weil ich denke, dass ich "mithalten" muss.

      Danke dir für deine aufbauenden Worte. ♥

      LG ♥

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  3. Ich werde deinen Blog auch aufjedenfall weiterverfolgen! :) Und bin schon sehr gespannt, wohin dich dein Weg führt. (Ich hoffe natürlich direkt zu einem Verlag). Auf IG habe ich ja bereits einen klitzekleinen Ausschnitt (aus deinem Buch?) lesen dürfen und fand es sehr sympathisch. :) Und dein Statement ist deutlich abgekommen. Ich habe zwar noch keine Ahnung vom Bloggen und muss erstmal selbst zu mir finden, aber ich gehe das jetzt erstmal locker an, wenn sich jemand für den Blog interessiert, ist es toll, wenn nicht ist es aber auch ok. :)) Ich betrachte es als eine Art digitales Lesetagebuch, nur mit dem ganzen Blumengedöns drumherum. :)))

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    1. Diese lockere Einstellung ist auch die richtige Einstellung! Da kann ich nur das Beste für dich und deinen Blog wünschen. :) Ich hoffe, ich kann sie jetzt auch annehmen, nachdem ich kläglich daran gescheitert bin. :D Ich freue mich, dass du mir als Leserin erhalten bleibst. ♥

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    2. Das ist aber schade, ich wette (hätte es eine Teenie-Romaze abgegeben) wäre es genauso gut geworden. ;-)
      Du bist wohl wirklich ein Naturtalent :)))

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  4. Ach man wird doch älter, entwickelt sich weiter und auch die Interessen ändern sich. Der beste Content bringt nicht's wenn du nicht du selbst bist :) Man sollte sich beim bloggen auch nicht so viel Druck machen - es soll ja schließlich Spaß machen. Ich veröffentliche 2 Blogposts in der Woche und das schaffe ich auch nur , weil ich einen Redaktionsplan führe und so im Voraus plane :-) Mich motiviert das mehr - vielleicht ist sowas ja auch für dich :-) Ich werde dir weiterhin treu bleiben <3

    LG Nina <3
    www.madamecherie.de

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    1. Zu diesem Schluss bin ich auch gekommen. Weshalb ich es jetzt versuchen möchte, es ein wenig lockerer anzugehen. Ein Redaktionsplan habe ich auch schon überlegt zu machen - allerdings geht das nur, wenn ich mehrere Ideen habe. Meistens kommen sie mir aber spontan, bzw. je nachdem über was ich lese/schreibe. Ich behalte es aber im Hinterkopf. Danke. :)

      LG ♥

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  5. Ich hatte gerade für fünf Minuten einen Herzstillstand, weil ich ernsthaft Angst hätte, du würdest deinen Blog auf Eis legen. Danke, dass du es nicht tust. Ich fühl mich noch ein bissche zu jung, um zu sterben. xD

    Ein Blog ist ursprünglich ein Internettagebuch, ergo solltest du über das schreiben, was dich interessiert und nicht das Gefühl haben, dich festlegen zu müssen. Oder posten zu müssen.
    Aber ich kenn das momentan nur zu gut. In letzter Zeit nutze ich meine Zeit auch für andere Dinge und poste seltener, nicht, weil mir das Bloggen keinen Spaß mehr macht, aber weil es andere Dinge gibt, die ich nicht vernachlässigen will. Eine von diesen erfolgreichen Bloggern mit 50 Kommentaren werde ich wohl auch nie werden.
    Von daher schreib darüber, was dich interessiert, worüber du schreiben willst und setzt dich nicht unter Druck. Und zwing dich nicht dazu, dich auf etwas beschränken zu müssen bzw. irgendwelchen Anforderungen entsprechen zu müssen.

    Und dachtest du wirklich, du würdest mich so leicht loswerden? :P

    Ganz liebe Grüße ♥

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    1. Nein, auf alle Fälle nicht! Das könnte ich gar nicht, ich würde euch (und dich!!) doch sofort vermissen. :(

      Ja, daran musste ich mich auch erinnern - aber es fällt einem leicht zu vergessen, wenn man sich innerhalb der Community befindet und man sieht, wie viel "Erfolg" sie haben. Da ist mein Gehirn komisch und sagt: "Das will ich auch!" Dabei habe ich gemerkt, dass ich es doch gar nicht so will. xD

      Danke dir ♥ Und ich freue mich natürlich, dass du bei mir bleibst! (Und nein, dachte ich nicht. Hah. :D Auch wenn ich trotzdem traurig bin, dass du auf keiner anderen Platform bist (wie Twitter oder Goodreads), das würde Dinge einfacher machen. xD)

      LG ♥

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  6. Hey,
    eigentlich kann ich nur sagen (und ich meins wirklich ernst :D), dass du echt schöne Worte gefunden hast, um deine aktuelle Situation mit dem Blog zu beschreiben. :)
    Man muss ja auch kein "typischer" Buchblogger sein und einfach über das Schreiben über was man liebt. :)
    Mehr über einen Schreibprozess zu erfahren finde ich sehr interessant und es schließt ja auf keinen Fall aus weiter über Bücher zu schreiben. :D :)
    Ich bin total neugierig auf dein Buchprojekt und freue mich, wenn es neue Infos hier gibt. :)
    Mach einfach weiter, was du liebst. ❤
    Lg Callie

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    1. Hi :)

      Danke dir! Ich freu mich total, dass du weiterhin Leserin bleibst. ♥ Ich hoffe, ich kann bald richtig durchstarten und je weiter ich mit meinem Projekt bin, desto mehr kann ich euch davon erzählen.

      LG ♥

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  7. Hey,

    ich werde auf alle Fälle immer noch deinen Blog verfolgen und deine Post lesen :D
    Ich finde es sogar eigentlich wirklich interessant von deinem Buch und deinem Werdegang als Autorin zu lesen, da ich das auch auf twitter schon immer interessant fand :)
    Ich finde du solltest dich 0 unter Druck setzten, wenn du kein "typischer" Bucblogger bist, denn schließlich ist das dein Blog und du kannst da tun und lassen, was du möchtest und es freut mich von diesen andern Themen zu lesen ^^

    Liebste Grüße
    Anna

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    1. Hey :)

      Das freut mich, echt. ♥
      Manchmal dauert das bis man selbst einsieht, dass man eigentlich genau das machen kann, was man will. Man verstrickt sich einfach in ein paar Dinge und ich musste auch erst einmal einen Schritt zurückgehen um zu erkennen, was ich eigentlich wirklich möchte. :)

      LG ♥

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  8. Hey Sanne,

    ich lese deinen Blog seit längerem und mochte deine Art von Posts auch sehr gerne. Aber ich verstehe, wenn du etwas Anderes aus dem Blog machen möchtest und auch nicht mehr so aktiv sein willst. Man muss im Leben manchmal Prioritäten setzen und wenn du lieber an deinen Schreibprojekten arbeiten möchtest, dann solltest du das auf jeden Fall tun :)
    Mich würden Post zu deiner Reise als Autorin auch sehr interessieren, weil es doch sehr spannend zu sehen ist, wie so ein Projekt überhaupt entsteht.

    Vielleicht liegt das nur an mir, aber mir sind auch Blogs viel lieber die zwar selten posten, dafür aber bedachtere Beträge bzw. halt nicht jeden Tag etwas posten, weil das auf Dauer für mich zu viel ist und ich gar nicht so viele Beiträge lesen möchte.

    Ich freue mich schon auf deine zukünftigen Posts (:

    Alles Liebe
    May

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    1. Hey May,

      Ich denke, dass diese Beiträge nicht ganz verschwinden werden, weil ich vermutlich immer Dinge finde, die mich in Sachen Literatur beschäftigen und die ich ansprechen möchte. :) Ich kann nur nicht garantieren wie oft so etwas kommen wird, aber auch vor meiner "Durchsage" gab es diese Beiträge auch nur hin und wieder.

      Das glaube ich auch - man kann sich eben mehr Gedanken um den Post machen, ohne unter dem Druck zu stehen Inhalte zu liefern.

      Ich freu mich sehr, dass du trotzdem bleibst ♥

      LG ♥

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