Donnerstag, 19. Mai 2016

Rezension: Geliebter Samurai

Worum geht's?

Yuna, eine Geschäftsfrau, ist 29 und steht mitten im Leben. Yoshi ist 17 und spielt lieber Computerspiele, als sich auf Schule zu konzentrieren. Beide leben im 21. Jahrhundert, aber was sie demnächst feststellen müssen, ist: Im 12. Jahrhundert, im japanischen Mittelalter, war Yuna eine Prinzessin und Yoshi ein Samurai. Um herauszufinden, was damals wirklich passiert ist, müssen die beiden sich zusammentun und nach den Menschen suchen, die ihr Leben beenden wollten. Zur Unterstützung haben sie ihre besten Freunde, Ami und Riku, an der Seite, die sich mit ihnen durch das heutige Kyoto schlagen, um nach Antworten zu suchen.


Meine Meinung

Das Erste, das mir auffiel als ich anfing "Geliebter Samurai" zu lesen, war, wie erstaunlich flüssig und leicht sich der Schreibstil lesen lässt. Aus der Ich-Perspektive lernt der Leser Yuna und ihre Art schnell kennen und es dauert nicht lange, bis die eigentliche Story losgeht: Der Moment, in dem Yuna den siebzehnjährigen Yoshi sieht und den Samurai aus ihren Träumen erkennt. Yuna beschreibt die Situation mit Humor und Selbstironie, die nötig waren, damit der Unterhaltungsfaktor bestehen blieb - denn wirklich "ernst" konnte man die Situation, in der Yuna einen Minderjährigen verfolgt bzw. "stalkt", wie sie es selbst schreibt, nicht nehmen. Generell habe ich mich oft dabei ertappt, wie ich als Leser die Situationen ernst nehmen wollte (ich sollte vielleicht mehr humorvolle Bücher lesen) und erst als ich mich ein wenig entspannt habe, konnte ich die Geschichte von vorne bis hinten wirklich wertschätzen.

Es klingt vielleicht komisch, aber das Buch liest sich wie ein Manga. Ich fand das super, ich liebe Mangas. Die Verbindung rührt nicht zwangsläufig daher, dass die Handlung in Japan spielt, aber so wie die Autorin die Figuren und ihre Reaktionen zeichnet - humorvoll und ein wenig überspitzt - habe ich gleich den Manga-Stil vor Augen. Es kann aber auch daran liegen, dass ich bei den Figuren schon andere Bilder im Kopf hatte. Bei Yuna denke ich immer an Yuna aus den Final Fantasy-Spielen, und bei Figuren wie Ami (Sailor Moon) und Riku (Kingdom Hearts) kommt die Autorin (auf selbstironische Weise) auch zu sprechen, nur leider hat mich das ein wenig irritiert. Für Leute, die die Mangas/Animes/Spiele nicht kennen macht das Wohl keinen Unterschied, aber ich bin teilweise mit diesen Figuren aufgewachsen und hatte Probleme, eigene Vorstellungen auf An Lins Charaktere zu projizieren.  Ich verstehe, dass auch darüber Witze gemacht worden sind, aber irgendwann waren diese auch nicht mehr so lustig wie zu Anfang.

Die Geschichte arbeitet mit japanischen Elementen, unter anderem Wiedergeburt, Samurai und Ninja, aber auch die mittelalterliche japanische Geschichte fließt ein wenig mit ein, die anhand von Yunas bzw. Yoshis Träumen ihren Weg in die Handlung finden. Aufgepeppt wurde die Story mit witzigen Dialogen und spannenden Action-Szenen, sodass ich das Buch eigentlich nur selten von der Hand legen konnte. Die Liebesgeschichte kommt auch nicht zu kurz, denn wann immer Yoshi und Yuna alleine sind hat es in der Luft geknistert. Wahrscheinlich bin ich jetzt ein Spielverderber, wenn ich sage, ich hätte mir gewünscht hätte die Autorin Yoshi ein Jahr älter, also 18 gemacht. Dann hätte ich nicht so große "Bedenken" und hätte mich vielleicht ein wenig mehr auf die beiden einlassen können. Denn ich glaube nicht, dass dieses eine Jahr einen Unterschied gemacht hätte - das schlussendliche Problem, vor dem Yuna sich fand, war der große Altersunterschied, und der wäre auch gegeben, wäre Yoshi volljährig. 

Yuna ist eine sympathische Protagonistin, mit der man mitfiebern kann. Sie ist entschlossen, mutig und obwohl sie sich mit Magie und Wiedergeburt und all dem Kram befassen muss, hat sie immer noch ihre Verantwortung, wie z.B. gegenüber ihren Job, im Hinterkopf. Das hat sie sehr glaubwürdig gemacht. Was mich allerdings gestört hat, war, dass sie für eine 29-jährige manchmal ziemlich naiv wirkt. Ich verstehe, dass man vielleicht nicht viele Beziehungen hatte, aber so blind zu sein, wenn es um Ami und Riku geht, finde ich ein wenig weit hergeholt. Ähnliches gilt für Yoshi, der mir doch ein wenig zu erwachsen für einen 17-jährigen wirkte. Ich weiß nicht ob es daran lag, dass plötzlich der Samurai in ihm erwacht ist, aber im allgemeinen konnte ich auch nicht mit ihm warm werden, weil er mir zu aufdringlich war, besonders vor dem Hintergrund des Altersunterschieds.

Fazit

Mit "Geliebter Samurai" entführt An Lin den Leser in eine witzige und spannende Geschichte, die vor allem durch den Humor und den japanischen Elementen punktet. Der Leser begleitet eine mutige und sympathische Protagonistin und trifft auf dem Weg auf Dialoge, die ihn zum schmunzeln bringen und Action-Szenen, die zum Weiterblättern auffordern. Trotz der Kritikpunkte schafft es der Roman, durchweg zu unterhalten und Überraschungen einzubauen.
  • Titel: Geliebter Samurai
  • Autor: An Lin
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing 
  • Seiten: 276
  • Auc erhältlich als eBook
  • Amazon | Goodreads | An Lin
Vielen Dank an An Lin für das Rezensionsexemplar!

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