Dienstag, 13. September 2016

Rezension: Monster und Maschinen


Worum geht's?

Wie lebt es sich mit Dämonen? Was wäre, wenn der Mond nur eine Zugfahrt entfernt ist? Und vor allem: Was passiert, wenn ebenjener Mond auf die Erde stürzt? Antworten auf diese Fragen findet ihr in "Monster und Maschinen", der Sammelband im Taschenbuchformat, das  die Steampunk-Anthologien "Dämonen und Dampfkraft", "Törtchen und Getriebe" und "Meer und Mechanik" beinhaltet, die schon zuvor hier rezensiert wurden. Heute bekommt ihr eine Zusammenfassung von mir.


Meine Meinung

"Monster und Maschinen" entführt uns in eine Reise in einer Steampunk-Welt, die man noch nicht so gesehen hat. Kreativ vermischen die Autoren bekannte Steampunk-Elemente mit eigenen, cleveren Ideen, sodass man sich als Genreliebhaber sofort wohl fühlt, aber trotzdem überrascht wird. Auch für Neulinge bietet dieser Sammelband ein wundervoller Einstieg, denn die Autoren haben sich die besten Seiten des Steampunks ausgesucht und hier verarbeitet: Die Gaslicht-Ästhetik, in der man sich am liebsten verlieren möchte, ist alle Zeit präsent und fördert die romantisch-nostalgisch Atmosphäre, die zum träumen anregt; die Do-It-Yourself-Mentalität, die durch Mode und zahlreiche Charaktere, die als Entdecker, Erfinder, Mechaniker, die nicht immer dem System folgen, durchscheint; und selbstverständlich das Abenteuer, denn unsere Helden versuchen stets die Welt (oder sich selbst...) zu retten!

In "Dämonen und Dampfkraft" erleben wir durch die Augen einer Geheimagentin, eines Wissenschaftlers und eines Generals ein Regime unter Kaiser Wilhelm, der sich die Macht mithilfe von Dampfkraft und Dämonen aus der Unterwelt an sich gerissen hat. Mit viel Liebe zum Detail werden die Beschreibungen nicht auf den Leser abgeworfen, sondern nahtlos in die Handlung eingegliedert, sodass ein einzigartiges Ambiente geschaffen wird, dazu einlädt sich voll und ganz auf die Geschichte einzulassen.

In "Törtchen und Getriebe" hat der Mensch den Mond kolonisiert (wer hat denn auch etwas anderes erwartet?!), allerdings hat die ganze Sache einen Haken. Er wurde zu einem Ort, in dem Kriminalität und Ausbeutung der Arbeitskräfte vorherrschen. Charaktere, die sich normalerweise lieber nicht über den Weg laufen wollen, sind gezwungen miteinander zu arbeiten und Familienmitglieder sind nicht das, wofür wir sie gehalten haben. Eine Detektivgeschichte darf hier auch nicht fehlen, die ein bisschen aufmuntert, bevor die Anthologie zur apokalyptischen Szenerie schaltet. Hier ist die Mischung von Krimi, Fantasy, Dystopie und Post-Apokalypse wunderbar gelungen und die authentischen, liebevoll ausgearbeiteten Charaktere laden dazu ein mitzufiebern. Bei den Twists möchte man sich am liebsten die Haare heraus reißen, aber das ist genau das, was diese Anthologie so wunderbar macht!

Die letzte Anthologie, "Meer und Mechanik" blickt wieder auf die Welt zurück nachdem der Mond auf sie abgestürzt ist. Die Welt ist nun so gut wie nur von Wasser bedeckt, und der Leser begleitet eine Crew auf einem U-Boot, die nach Überlebenden sucht. Hier werden die Konsequenzen, besonders was den Verlust von vorheriges Wissen angeht, realistisch und nachvollziehbar dargestellt. Der Blick schweift auch zwischendurch Unterwasser, in der sich eine Stadt befindet. Die Erzählungen sind - wie auch zuvor - mitreißend und auch die intelligent eingefädelten Twists kann man nicht hervorsehen. Die Ideen sind zum verlieben, allerdings ist in dieser Anthologie anzumerken, dass die Geschichten recht "gehetzt" wirken und sämtliche World-Building Details nicht geklärt werden und den Leser mit zu vielen offenen Fragen zurücklässt. 

Fazit


Über alle drei Anthologien lässt sich sagen, dass es zwei immer einzelne Kurzgeschichten sind, sie jedoch auf clevere, intelligente Weise miteinander verknüpft sind und man oft als Leser einen "Aha"-Effekt erlebt (der einen sehr zufrieden stellt :D). Charakterliche Vielfalt, wie auch die Innovation in Sachen Plot machen die Geschichten frisch und unterhaltsam, sodass einem nie langweilig wird. Man erlebt innerhalb der drei Geschichten eine Steigerung, was die Komplexität der Handlung und der Charaktere angeht, denn die Autoren entfernen sich von den anfänglichen Stereotypen und Tropes. Die Liebe zum Detail ist eindrucksvoll und erlauben eine mitreißende Vorstellung der Steampunk-Welt, die anhand der Genre-Mischung verschiedene Facetten und somit Tiefe beweist. 

Zu den einzelnen Rezensionen:

  • Titel: Monster und Maschinen
  • Autor: Maria Engels, David Michel Rohlmann, Piper Marou, Jonas F. Rohlmann
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
  • Seiten: 230
  • Erhältlich als Taschenbuch & eBook
  • Amazon | Goodreads | Rohlmann & Engels, Piper Marou
Vielen Dank an Maria Engels und David Michel Rohlmann für das wunderschöne Exemplar! :)

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