Dienstag, 6. Dezember 2016

NaNoWriMo 2016 - Woche 3 & 4: Das Fazit


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Die letzten zwei Updates fasse ich mal in einem Beitrag zusammen - ich muss zugeben, dass das zu einem daran liegt, dass ich eigentlich nicht viel geschafft habe, zumindest nicht so viel wie im vorherigen Jahr und ich auch deshalb ein wenig enttäuscht und verärgert von mir bin. Ich dachte: Du hast das Ding doch zwei Mal gerockt, ein drittes Mal schaffst du auch locker! Nun, da ging es mir so wie 2009 auf der Ski-Klassenfahrt: Am ersten Tag lernte man erst wie man mit den Skiern umgeht, am zweiten hatte man den Bogen raus, und am dritten Tag war man einfach nur kaputt, müde und alles tat weh.

Eins muss ich mir lassen: Ich habe, abgesehen von zwei Ausnahmen, an jedem Tag geschrieben. Es war zwar nicht immer das angestrebte Tagesziel von 1.667 Wörtern, aber ich habe mich trotzdem hingesetzt und mindestens 300 Worte getippt, egal wie wenig Lust ich darauf hatte. Ich konnte nicht mit mir vereinbaren, dass ich das Projekt aufgrund meiner eigener Schuld (auf die ich gleich zu sprechen komme) nicht beende. Jeder Autor muss früher oder später mit Blockaden und anderen Problem kämpfen, aber das Buch schreibt sich nicht von alleine. Umso erleichterter war ich die 50.000 Wörter zwei Tage vor der Deadline geknackt zu haben und am selben Tag, mit ein paar hundert Wörtern mehr den Entwurf - egal, wie mies er ist - beendet zu haben. 

Ja, warum hat es dieses Jahr nicht so gut geklappt? Klar, ich habe immer noch gewonnen, aber mehr mit Ach und Krach. Es lag vor allem daran, dass ich ziemlich unvorbereitet an die Sache heran gegangen bin. Normalerweise hätte ich im Oktober eine Outline, so wie die Steckbriefe der Charaktere fertiggestellt. Da ich aber bis Ende des Monats noch an meiner Überarbeitung von Arkanum festsaß, hat dies nicht geklappt. Hinzu kommt, dass es wieder ein Fantasy Roman ist (und nicht, wie zwischendurch gedacht, Contemporary), der viel Details bezüglich Weltaufbau benötigte, die ich nicht zur Hand hatte. Ich musste mir alles in dem Moment aus den Fingern ziehen, als ich es getippt habe. Das hat mich mental mehr angestrengt als einkalkuliert. Normalerweise teile ich mir die "Kraft" ein - beim Planen und beim Schreiben. Ich trenne das, weil das effektiver ist für mich. Beim Planen muss ich mich nicht darauf konzentrieren, wie ich etwas darstelle, und beim Schreiben muss ich eigentlich nur die Lücken füllen und kann mir mehr Zeit für Formulierung nehmen. Alles gleichzeitig zu machen hat dazu geführt, dass meine Schreibsessions kurz ausgefallen sind und ich öfter eine Pause brauchte.

Ich beneide Autoren, sogenannte "Pantser", die sowas können, sehr. Ich verstehe auch was der Reiz darin liegt. Denn meine Charaktere haben mich oftmals überrascht, und ich habe teilweise Szenen geschrieben von denen ich weiß, dass sie es nicht in die Endfassung schaffen, aber die mir geholfen haben, meine Charaktere besser kennenzulernen. Aber das hätte ich evtl. auch mit mehr Planung machen können. Eine Outline hatte ich in der 2. Woche von NaNo, die mir dann wirklich geholfen hat Struktur in die Sache zu bringen, die mir zuvor gefehlt hat.

Das klingt alles ziemlich mühselig und ich jammere auch gar nicht gerne (ich hab es ja mir selbst zuzuschreiben, aber ich bin trotzdem froh, mal NaNo aus dieser Perspektive gesehen zu haben. Es ist auch nicht so, dass ich mein Projekt nicht mochte. Ich bin verliebt in die Idee, die Atmosphäre, und auch in das Potential der Charaktere. Auch wenn ich immer wieder Vergleiche mit Arkanum ziehen musste. Da konnten sie natürlich nicht mithalten, da ich schon sehr lange an Arkanum arbeite und die Geschichte um einiges an Reife gewonnen hat. Dennoch habe ich es geschafft, die meisten Charaktere "anders" zu machen (mit einer Ausnahme, aber das kann ich ja noch korrigieren). Ich weiß aber, dass, sollte ich demnächst ein völlig neues Projekt beginnen (was weniger der Fall sein wird), es KEIN Fantasy Projekt wird. Ich merke, dass ich Abwechslung brauche und ich auch andere Genres erforschen möchte (dieses Projekt, "Cosmopolis", geht in Richtung Cyberpunk, ist aber überwiegend Fantasy), wie zum Beispiel Contemporary oder Historischer Roman. Ich weiß es noch nicht.

So viel zu NaNo dieses Jahr. Da habe ich gemerkt, dass ich es am meisten liebe zu plotten und zu überarbeiten. Beim letzteren - nennt mich verrückt, aber irgendwie gefällt es mir, an Dingen zu pfeilen, sie zu polieren und Puzzleteile zu verschieben, damit sie ein schönes Bild ergeben. Was vielleicht nur gut sein kann, denn der Überarbeitungsprozess hat bisher immer am längsten gedauert. :D

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