Sonntag, 12. März 2017

Rezension: Der Blackthorn Code - Das Vermächtnis der Alchemisten


Worum geht's?

Christopher ist eigentlich zufrieden mit seinem Leben. Unter den Fittichen von seinem Meister Benedict Blackthorn lernt er nicht nur die Grundprinzipien der Alchemie kennen, sondern auch noch wie man Codes entschlüsselt. Doch eine Serie mysteriöser Morde sucht London heim und Christopher spürt, dass sein Meister in Gefahr ist - denn es sind ausgerechnet Alchemisten, die ihnen zum Opfer fallen. Plötzlich steht Christopher vor einem Rätsel, dem er augenscheinlich nicht gewachsen ist. Ihm bleibt aber keine Wahl, als es zu lösen: Denn dieses Geheimnis könnte die Welt zerstören.

Meine Meinung

Rätsel? Alchemisten? Ich brauchte nicht viel Überzeugung, als ich von "Der Blackthorn Code" von Kevins Sands gehört habe. Wie schon die wunderschöne Aufmachung und der Klappentext des Buches verdeutlicht, geht es in diesem Buch um Mystik, Rätsel und Abenteuer. Und genau das habe ich auch bekommen!

Wir befinden uns im frühneuzeitlichen England - genau genommen im 17. Jahrhundert, in Zeiten wo es noch keine französische Revolution gab und jeder ein "Mann Gottes" war. Man merkt dem Autor an, dass er ausführlich recherchiert hat, denn ich habe mich wirklich in die Zeit versetzt gefühlt. Sands scheut nicht davor zurück, zu zeigen, wie schwierig es Waisen damals hatten: Eine falsche Aktion und man könnte seine Lehrstelle verlieren! Und darauf wartet nur das Leben auf der Straße. Mit diesem Konflikt hat Christopher das ganze Buch über zu kämpfen, was der Geschichte an Authentizität verleiht. Ich hatte nämlich an keiner Stelle den Gedanken gehabt "Das kann damals nicht so gewesen sein".

Die kleinen Details, wie zum Beispiel, dass England eigentlich nach dem Julianischen Kalender die Zeit rechnet und nicht nach dem Gregorianischen waren toll, wie auch die Hinweise, dass der Puritanismus in England an mehr Einfluss gewinnt. Letzteres wurde auch mit der Haupthandlung der Geschichte verbunden. Plot-Elemente wie der "Kult des Erzengels" haben diese einzigartige Charakteristik verstärkt. Hinzu kommen die ganzen Informationen zur Alchemie, die die Basis zu den Codes bilden, die Christopher entschlüsseln muss. Auch wenn nicht jeder ein Fan davon ist, so fand ich den (wenigen) Einsatz der lateinischen Sprache sinnvoll umgesetzt. Der Autor hat da mit Sicherheit viel Aufwand hinein gesteckt, um die Rezepturen so "original alchemisch" wie möglich darzustellen.

Am meisten hat mir gefallen, dass das Buch so gestaltet ist, dass es den Leser dazu einlädt, die Codes mit Christopher gemeinsam zu lösen. Hin und wieder skizziert Christopher eine Geheimsprache, die auch im Buch abgebildet sind, und auch die Symbole, die sich in den Codes wiederfinden, werden dem Leser offen gelegt. Wer ein bisschen Ahnung von griechischer bzw. römischer Mythologie hat, wird (wie ich) Freude daran haben, zumindest etwas erkennen zu können. Und wer Latein kann, ist sowieso klar im Vorteil! Bevor ich jemanden abschrecke: Latein ist logischerweise präsent, weil zu der Zeit Latein eine wichtige Sprache war - vor allem für die Wissenschaft. Bevor ihr also gruselige Flashbacks vom Lateinunterricht bekommt, könnt ihr auf die Herausforderung gespannt sein, selbst die Codes zu lösen. ;)

Obwohl der Sprachstil zu Anfang recht trocken war, so scheint er mehr ein Dynamik zu gewinnen, je weiter die Handlung voran schreitet. Wenn ich das Buch (aus Zeitgründen) längere Zeit liegen gelassen und es dann wieder aufgenommen habe, war ich wieder sofort in der Geschichte drin. Die Geschichte, die ich wunderbar erzählt finde. Am Anfang war ich mir noch gar nicht bewusst, wie verzwickt konstruiert sie ist, doch am Ende schafft der Autor es nicht nur, einen Wendepunkt nach dem anderen darzulegen, sondern auch Analogien hineinzuarbeiten, die ich als Leser so nicht erwartet habe. Jede Antwort auf ein Rätsel wirft neue Fragen und ein Rätsel auf. Gerade als man denkt, man hat den Mörder enttarnt, belehrt das nächste Rätsel des Besseren. Als geübte Fantasyleserin konnte ich immer wieder überrascht werden, was den Lesespaß enorm erhöht hat.

Fazit


Mit "Der Blackthorn Code - Das Vermächtnis der Alchemisten" entführt Kevin Sands seine Leser in ein Abenteuer voller Rätsel und Spannung. Mit den bereitgestellten Informationen und Skizzen wird der Leser dazu eingeladen, die Codes selbst zu entschlüsseln, was die Lesefreude auf eine andere Ebene bringt. Das historische Setting wird durch zahlreiche Details greifbar gemacht und verstärkt die Authentizität der Handlung und der Charaktere. Nicht nur Rätsel warten auf den Leser, sondern auch eine fesselnde Erzählung, deren Wendepunkte man nicht voraussehen kann.

Der Blackthorn Code
Das Vermächtnis der Alchemisten (2016)
Die schwarze Gefahr (Juni 2017)
  • Titel: Der Blackthorn Code - das Vermächtnis der Alchemisten
  • Autor: Kevin Sands
  • Verlag: dtv 
  • Seiten: 336
  • Preis: 15,95€
  • Empfohlen ab: 11 Jahren
  • Erhältlich in jedem Format

Vielen Dank an dtv für das Rezensionsexemplar!

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