Samstag, 15. April 2017

Rezension: Ana und Zak

Worum geht's?

Anas und Zaks Leben könnten nicht unterschiedlicher sein: Ana ist Schulbeste und kann sich nicht leisten, ihre Zeit mit Abenteuer zu verschwenden. Zak geht den Tag entspannt an, was nicht zuletzt seiner Faulheit zuzuschreiben ist. Er hat ein Auge auf Ana geworfen, doch schnell wird ihm bewusst, dass es schwierig ist, zu ihr durchzudringen. Beide werden auf die Probe gestellt, als Anas Bruder zu einer Sci-Fi Convention verschwindet - sie müssen sämtliche Regeln brechen, um ihn zu finden und die Last, die beide mit sich herum tragen, können sie auch nicht länger verstecken.

Meine Meinung

Eine Liebesgeschichte, die auf einer Convention passiert? Kein Wunder, dass mein Fangirlherz da ein bisschen höher schlägt. Während des Lesens habe ich mich immer über die ganzen Popkultur-Referenzen gefreut, und auch wenn ich kein so großer Science-Fiction Nerd bin, so habe ich trotzdem die meisten Anspielungen verstanden und fand es großartig, wie der Autor sie in die Handlung eingebunden hat. Das Nerdtum wird in diesem Buch ausgiebig gefeiert - von Cosplayern bis D&D Spielern ist alles in diesem bunten Pool von Figuren enthalten, was die Geschichte sehr vielfältig macht.

Dank der schnelllebigen Handlung und den skurrilen Situationen fühlt sich das Buch an wie ein komödiantischer Abenteuerfilm, der besonders durch die Nebenfiguren interessant wird. Dafür hat Katcher meiner Meinung nach ein Händchen: Ich kann mich vielleicht nicht namentlich, aber doch schon an die meisten Nebencharaktere erinnern, denen Ana und Zak über den Weg gelaufen sind, gerade weil sie alle eine individuelle Funktion erfüllen und dadurch einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Das macht das Con-Feeling im Buch, neben den Popkultur-Referenzen, authentischer.

Allerdings wird die Handlung auch gut von den beiden Hauptfiguren getragen. Ana und Zak sind runde Charaktere, die nicht unterschiedlicher sein können. Beide Perspektiven werden beleuchtet, sodass man sie gut kennenlernt und auch erfährt, mit welchen Problemen sie hinter der Fassade zu kämpfen haben. Dabei fand ich Anas Sichtweise interessant, weil sie mit dem ganzen Nerd-Kram nichts anfangen kann. Manchmal ist sie in dieser Hinsicht ein bisschen gemein, was auch zwischendurch wehgetan hat, aber für ihren Charakter ergibt diese Eigenschaft vollkommen Sinn und gerade deswegen funktioniert die Charakterentwicklung bei ihr sehr gut.

Für mich war die Liebesgeschichte jedoch nicht ganz glaubwürdig. Versteht mich nicht falsch - ich liebe Pärchen, die sich am Anfang nicht ausstehen können, aber am Ende doch zueinander finden. Aber gegeben dem Zeitraum, in dem die Handlung angesiedelt ist - und das sind nur wenige Stunden! - fand ich, dass die beiden zu schnell Gefühle füreinander entwickelt haben. Natürlich passieren in diesen Stunden eine Menge Sachen, die sie zusammenschweißen, aber ich konnte den beiden nicht so entgegen fiebern, wie ich es mir gewünscht hätte. Da hat mir einfach die Tiefe gefehlt, sodass Ana und Zak für mich einfach nur ein weiteres 'Klischee-Pärchen' in dieser Kategorie geworden sind, als dass sie mir in Erinnerung bleiben werden.

Wenn auch die Con-Atmosphäre gut eingefangen wurde und die skurrilen Situationen witzig waren, so fand ich das Ende leider ziemlich überzeichnet. Das waren meiner Meinung nach dann doch zu viele Zufälle, die mich zu sehr aus der Handlung geschmissen haben. Die Wendung war mir dann doch zu scharf und ab da hatte ich nicht mehr so wirklich Lust auf das Buch. 

Außerdem sind einige Übersetzungen misslungen - kann aber natürlich sein, dass es an meinem Vorab-Lesexemplar liegt, und diese in Endfassung korrigiert worden sind. Aber 'Die wandelnden Toten'… ehrlich jetzt? (Auch wenn ich deswegen ein bisschen schmunzeln musste.)

Fazit



"Ana und Zak" verspricht sehr viel Spaß, besonders für diejenigen, die einfach auf Popkultur-Referenzen stehen. Die Liebesgeschichte siedelt in einer Convention an, und das Buch schafft es, die Atmosphäre glaubwürdig aufzufangen. Besonders die Nebencharaktere beleben das Buch und machen es vielfältig, aber auch die Hauptfiguren sind gut ausgearbeitet und tragen das Buch problemlos. Allerdings fehlt die Authentizität in der Liebesgeschichte, und auch die Endphase des Buches war zu skurril, um wirklich glaubwürdig zu wirken, was den Lesespaß am Ende ein wenig getrübt hat. Allerdings lohnt sich "Ana und Zak" in jedem Fall, vor allem, wenn man etwas Süßes und Kurzlebiges für Zwischendurch sucht.

Ana und Zak
  • Titel: Ana und Zak
  • Autor: Brian Katcher
  • Verlag: dtv (Reihe Hanser)
  • Seiten: 320
  • Preis: 14,95€
  • Empfohlen ab: 13 Jahren
  • Erhältlich in jedem Format

Vielen Dank an dtv für das Rezensionsexemplar!

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