Sonntag, 19. November 2017

Helden-Monat: Diversität


Nach einer kleinen Pause gibt es nun in der dritten Woche den nächsten Beitrag zum "Helden-Monat", diesmal mit einem Thema, das mir besonders am Herzen liegt: Diversität.


Was bedeutet eigentlich "Diversität"?
Ich habe schon einmal einen Beitrag zur Diversität verfasst und erklärt, warum sie so wichtig ist. Kurz daraus zitiert ist Diversität "die Vielfalt von Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung, physische Fähigkeiten, ethnische Zugehörigkeit und Religion/Weltanschauung". Das bedeutet aus unserem Standort aus betrachtet, dass es nicht nur Charaktere gibt, die weiß, heterosexuell, physisch gesund usw. sind. Diversität bildet sozusagen ein Bruchteil der Vielfalt, die unsere Welt bietet, ab. Und in "Helden des Olymp" kann man so einen Bruchteil wiederfinden.

Schon in der "Percy Jackson"-Reihe sind einige Elemente davon bemerkbar. Der Grund, warum Rick Riordan Percy als Charakter erschaffen hat, ist, dass er seinem Sohn, der an ADHS und Legasthenie leidet, die Möglichkeit geben wollte, sich in einem Kinderbuch wieder zu finden und zu erfahren, dass es in Ordnung ist, wie er ist - und dass vielleicht ebenfalls ein Halbgott in ihm steckt, wie in Percy. Und mit dieser Intention schrieb der Autor auch die folgende Reihe, "Helden des Olymp", in der vier Hauptcharaktere - also deutlich sichtbare Figuren! - wie auch einige Nebenfiguren eine Vielfalt abbilden, in der sich viele junge Leser wiederfinden können:

  • Leo Valdez, ein Sohn des Hephaistos hispanischer Herkunft
  • Piper McLean, eine Tochter der Aphrodite, die von dem indigenen Stamm der Cherokee abstammt
  • Hazel Levesque, eine Tochter des Pluto mit afro-amerikanischem Hintergrund und PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung)
  • Frank Zhang, Sohn des Mars, dessen chinesische Familie nach Kanada immigriert ist
  • Reyna Ramírez-Arellano, Tochter der Bellona, Prätorin von Camp Jupiter hispanischer Herkunft, die unter PTBS leidet
  • Nico di Angelo, Sohn des Hades, der ebenfalls unter PTBS leidet und homosexuell ist
Natürlich sollte man die Charaktere nicht auf diese Eigenschaften reduzieren. Das wird auch nicht gemacht, im Gegenteil: Diese Elemente ihrer Persönlichkeit werden zwar deutlich sichtbar gemacht, allerdings spielen sie keine tragende Rolle in der Geschichte. Sie sind alle völlig gewöhnliche Halbgötter mit gewöhnlichen Halbgott-Problemen. Der Unterschied ist, dass eine Vielfalt von Kinder sich in ihnen sehen können, die selbst verschiedener Ethnien oder sexuellen Orientierungen angehören oder gar selbst traumatische Erfahrungen gemacht haben. Durch diese Charaktere fühlen sie sich repräsentiert und bekommen den Eindruck, dass auch sie einen Platz in dieser Welt haben, die oftmals keine Toleranz gegenüber "Minderheiten" zeigt.

Ich möchte nicht groß ins Detail gehen, denn vieles wird auch ausführlich in den Büchern behandelt, aber mir war wichtig, diese Eigenschaft der Buchreihe zu beleuchten. Gerade Kinderbücher sollten eine Vielfalt anbieten und Kinder mit einschließen, die vielleicht nicht zur "Mehrheit" angehören, aber trotzdem ihre Berechtigung haben, repräsentiert zu werden und bestätigt zu bekommen, dass es okay ist, wie sie sind. Und es macht sehr viel Spaß, mehr von anderen Kulturen zu erfahren oder mal ein Pärchen zu sehen, das nicht heterosexuell ist! 

Wie steht ihr dazu? Findet ihr Diversität in Büchern wichtig, oder achtet ihr da weniger darauf?

Ich bin schon sehr gespannt auf eure Antworten! :)

Und vergesst nicht, beim Gewinnspiel mitzumachen! :-)

Kommentare:

  1. Über eine Diversität in Kinderbüchern habe ich mir bisher gar keine Gedanken gemacht. Da ich damals als Kind diese Länderunterschiede noch nicht kannte, war jedes Kind, welches in einem Buch vorkam, für mich erstmal ein Kind. Erst, wenn Besonderheiten beschrieben wurden, wandelte sich langsam das Bild in meinem Kopf. Heute werden die Kinder ja bereits über die vielen Medien mit Informationen über andere Länder versorgt, welche ausserhalb Europas liegen. Da ist es dann schon wichtig, dass die Durchmischung, wie sie im wahren Leben vorkommt, auch in den Büchern wiederzufinden ist, um aufzuzeigen, dass Kinder fremder Herkunft auch nur Kinder sind, keine bösen Aliens (wie es einige Erwachsene befürchten).
    Das Kürzel PTBS musste ich erstmal nachschlagen, da es mir so als Kürzel nicht geläufig ist. Vielleicht magst du das für weitere LeserInnen noch nachtragen?

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    1. Ich finde es auch vor allem wichtig zu erfahren, dass es Kinder gibt, die anders aussehen als man selbst. Das trägt ja auch zur Weltoffenheit bei, und du hast absolut Recht, man bekommt immer durch andere Einflüsse Dinge über die Welt mit und es ist wichtig, wenn man als Kind nicht von vielleicht negativen Meinungen (wie sie von Erwachsenen stammen) ständig eingenommen wird.
      Danke für den Hinweis, die Abkürzung habe ich erklärt. :)

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  2. Ich schließe mich erstmal dem Kommentar von dasSchugga an. Ergänzend dazu:
    Auch jetzt mache ich mir da ehrlich gesagt keine großen Gedanken, wenn ich ein Buch lese. Diversität ist für mich selbstverständlich und spiegelt sich z. B. auch in meinem eigenen Freundeskreis wieder, der zwar vorwiegend aus weißen, heterosexuellen Deutschen besteht (Wenn ich mal so richtig drüber nachdenke.), aber auch aus Menschen anderer Nationalitäten. Mein bester Freund ist schwul, und ich habe weitere Freunde/-innen, die nicht heterosexuell sind. Und einige meiner Freunde leiden auch an psychischen Problemen, leider. Aussehen, sexuelle Orientierung, sowas ist mir eigentlich wurscht, weil es nur darauf ankommt, dass ich mich mit dem Menschen wohlfühle, der da vor mir steht.
    Mir würde es in einem Buch höchstens auffallen, wenn alle Leute gleich wären. Aber ansonsten achte ich nicht so darauf. Allerdings muss ich sagen, durch deine Auflistung der Halbgötter ist es sogar so, dass ich mir denke, na da hat Rick Riordan ja wirklich mit dem Brecheisen versucht, alle Ethnien politisch korrekt zu vertreten. Vielleicht sogar fast schon zu viel des Guten? ;-)
    Generell finde ich es toll, wenn Kinder und Jugendliche durch Bücher quasi "nebenbei" ein Verständnis für Diversität und Toleranz entwickeln.

    LG, Bianca

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    1. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass es zu viel des Guten ist, was Rick Riordan macht :) Wenn man bedenkt, dass er überwiegend für ein amerikanisches Publikum schreibt, ist das nachvollziehbar, dass ein Schwarze, hispanisch-stämmige und Native-Americans drin vorkommen können. In Verhältnis dazu sind drei bzw. vier Charaktere weiß (Percy, Annabeth, Jason, und vielleicht Nico, wobei dies beim letzteren Interpretationssache ist). Von daher finde ich die Darstellung realistisch!
      Und - ich auch :)

      Liebe Grüße!

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  3. Huhu
    und Danke für den tollen Beitrag.
    Ich finde es gut, dass es in Büchern wie auch im Leben solche Verschiedenheiten gibt, für mich war das immer selbstverständlich und ich habe mir noch nie so genau Gedanke dazu gemacht.
    Schön in meine Kinderbüchern war das so, dass man fremde Länder und Sitten kennen gelernt hatte. Gut so etwas wie PTBS kam darin nicht vor, das gab es wohl so auch noch nicht. Aber es gehört zum Leben und damit auch als selbstverständlich in die Bücher, somit lernen Kinder es als etwas "normales" kennen.

    LG Manu

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    1. Danke für das Lob! :)
      Genau der Meinung bin ich auch. Wenn Kinder mit so einer Vielfalt früh konfrontiert werden, wachsen sie auch aufgeschlossener auf - zumindest ging es mir so, da mein Umfeld in der Grundschulzeit sehr vielfältig war, und Bücher tragen eben auch dazu bei :)
      Liebe Grüße!

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