Donnerstag, 23. November 2017

Helden-Monat: Reihen-Rezension "Helden des Olymp"


Der Helden-Monat neigt sich langsam dem Ende zu. Doch bevor es zum Abschluss am Sonntag um das Gewinnspiel gehen wird, habe ich noch eine kompakte Reihen-Rezension für euch, damit ihr euch noch einmal ein Bild machen könnt - schließlich könnt ihr bis einschließlich heute noch beim Gewinnspiel mitmachen!

Worum geht's?

Aus Camp Half-Blood verschwindet Percy Jackson spurlos. Ebenso merkwürdig ist, dass kurz darauf Jason Grace auftaucht, der statt griechisch plötzlich lateinisch spricht - hängen diese Ereignisse miteinander zusammen? Tritt vielleicht endlich die Prophezeiung der "Sieben" ein? Gemeinsam müssen sich die Halbgötter in "Helden des Olymp" erneut zusammenschließen und dieses Mal zu den Wurzeln der griechischen und römischen Mythologie zurückgehen - eine Reise in die Alte Welt steht bevor, denn Gaia erwacht und plant, die gesamte Welt ins Chaos zu stürzen.

Meine Meinung

Nach Percy Jackson schrieb Rick Riordan das Spinoff "Helden des Olymp", welches das Halbgötter-Universum erweitert. In dieser Reihe werden nicht nur griechische Mythen behandelt, sondern auch das römische Äquivalent erforscht.

Los geht es mit "Der verschwundene Halbgott" - das Buch, dass es mit Abstand am schwierigsten hatte. Nicht selten fragte ich mich "Wo ist Percy? Du bist nicht Percy! Gib mir Percy zurück!" Man musste sich erst einmal auf Jason einstellen, bei dem ich wirklich lange brauchte, bis ich ihn auch wirklich mochte. Sein stoischer Charakter verhinderte den Zugang dazu, was aber zum Glück durch die anderen beiden, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, ausgeglichen wurde. Besonders habe ich Leo ins Herz geschlossen, der die Welt mit einer kindlichen Neugier erkundet, und aus verschiedenen Gründen aus der Reihe fällt, sodass auch andere Ecken des Erzählstrangs beleuchtet werden. Piper bot eine Überraschung, die mir sehr positiv aufgefallen ist und obwohl ich ihre Persönlichkeit nicht besonders herausragend finde, schätze ich ihre Rolle und ihre Repräsentation. Ich fand es super, Camp Half Blood wieder zu besuchen, auch wenn es nicht dasselbe ohne Percy war. Mir gefiel die Stimmung in dem Buch, weil man bis zum Ende nicht wirklich wusste, in welche Richtung die Geschichte gelenkt wurde.

Vor "Der Sohn des Neptun" habe ich mich lange gedrückt, denn: Wie soll ich es nur aushalten, dass Percy, ebenso wie Jason, all seine Erinnerungen verloren hat? Dennoch litt seine Persönlichkeit nicht drunter - er ist immer noch der sarkastische Percy, er ist nur eben erwachsen geworden. Kein Wunder, nach all den Dingen, die er durchgemacht hat. In diesem Band lernt man Camp Jupiter kennen, das Camp der römischen Halbgötter. Ich war sehr erfreut, dass es sich ganz anders gestaltet als Camp Half Blood, nicht nur im Unterricht, sondern auch in der Atmosphäre, dem "Gefühl" und auch dem ganzen System, das durch und durch römisch ist. Auch wenn man der Meinung sein kann, dass die Römer den Griechen eigentlich alles geklaut haben, zumindest was die Mythologie angeht, so habe ich dennoch ein schwaches Herz für Rom und seine Geschichte, die hier auf kreative Weise modern interpretiert wird. Besonders gefällt mir der Aspekt der älteren Halbgötter, die in der Nähe siedeln, so wie die Veteranen im römischen Reich. Das Ende gefiel mir hier besonders gut, was nicht wenig am Bösewicht in diesem Buch lag.

"Das Zeichen der Athene" stellt Annabeth in den Fokus und ihren Auftrag als Tochter der Athene, was mir besonders gefallen hat. Hier spitzt sich der Konflikt zwischen römischen und griechischen Halbgöttern zu, man merkt, dass es immer gefährlicher wird, zumal sich die Halbgötter in diesem Abenteuer auf dem Weg in die Alte Welt machen. Mir gefällt, wie hier Altes auf Modernes trifft. Die Szenen zwischen Annabeth und Percy habe ich besonders genossen, weil man eigentlich selten erlebt, wie beide in friedlichen Zeiten glücklich sind. Meiner Meinung nach hat das Buch den besten "Endboss"-Kampf, weil quasi alles auf dem Spiel steht und man zum ersten Mal wirklich Angst um einen Hauptcharakter hat. Annabeth kommt auf ihre Kosten, was schon was heißen will, weil man sie eigentlich immer ruhig und als Herrin der Situation erlebt. Das Ende drückt ganz schön auf die Tränendrüsen, einen gemeinen Cliffhanger gibt es ebenfalls, aber das macht das Ende so genial, sodass man Lust auf mehr bekommt.

Beim Lesen von "Das Haus des Hades" merkt man, dass die Reihe auf ihr großes Finale zugeht. Wir erleben zwei Handlungsstränge, einmal Percy und Annabeth, wie sie sich durch eine feindliche Umgebung schlagen und zum anderen Piper, Hazel, Nico, Frank und Jason, die es irgendwie schaffen müssen, ohne ihre beiden Anführer ein kompetentes Team zu bilden. Auch wenn die Action nicht zu kurz kommt, stehen doch die Charaktere hier stark im Fokus. Vor allem Hazel, Jason und Frank machen eine deutlich sichtbare Entwicklung durch, was mir besonders gefallen hatte, da vor allem Jason für mich immer noch als der blasseste Charakter gilt, den ich aber trotzdem lieb habe. Zudem werden viele wichtige Themen angesprochen, wie Sexualität. Das Thema wird sichtbar behandelt, aber nicht so, dass es einen elementaren Teil der Geschichte ausmacht. Näheres habe ich in meinem Beitrag zur Diversität behandelt.

"Das Blut des Olymp" schließt die Buchreihe ab. Hier kommen alle Handlungsstränge zusammen und werden abgeschlossen, wie auch die der Nebencharaktere, vor allem Nico und Reyna. Zudem kommt Percys Posttraumatische Belastungsstörung deutlich zum Vorschein, was jedoch angemessen behandelt wird - und wichtig ist, meiner Meinung nach, denn es würde mich schon schwer wundern, wenn alles, was er durchgemacht hat, keine Konsequenzen mit sich trägt. Viele kleine Twists ziehen sich durch das Buch, doch der große Twist am Ende hat mir gefehlt, wie auch überhaupt ein "ordentliches" Ende. Denn im Vergleich mit dem restlichen Buch schien der Kampf mit Gaia ziemlich kurz, als hätte der Autor keine Lust mehr auf das Buch, was ich sehr schade finde. Gerade dafür hätte man sich Zeit nehmen können - besonders im Vergleich zum letzten Buch der Percy Jackson-Reihe, "Die Letzte Göttin", hinkt "Das Blut des Olymp" hinterher. 

Fazit

Als großer Rick Riordan Fan fand ich die "Helden des Olymp" und alles, was die Reihe bietet, einfach wunderbar. Natürlich ist sie nicht durch und durch perfekt, besonders das erste und das letzte Buch der Reihe fallen für mich eher schwach aus, was aber den Gesamteindruck der Reihe absolut nicht trübt. Die Charaktere sind liebevoll gestaltet und niemand spielt eine mindere Rolle - jeder kommt auf seine Kosten, jeder verfolgt sein eigenes Ziel und man bekommt nie das Gefühl, dass Riordan nur Figuren eingefügt hat, um eine Diversitäts-Checkliste auszufüllen. Das ist definitiv nicht der Fall. Mir hat es besonders gefallen, dass die Charaktere größere Risiken eingehen und höhere Opfer bringen mussten. Gaia kam mir als Bösewicht viel gruseliger und bedrohlicher vor als Kronos, was vielleicht daran liegt, dass das Universum durch das römische Camp und die Reise nach Rom und Griechenland gewachsen ist. Die Reihe kann ich sowohl für Percy-Fans, als auch für Neueinsteiger sehr empfehlen!


Gewinnspiel

Noch bis einschließlich heute könnt ihr beim Gewinnspiel mitmachen! Ihr könnt alle fünf Bücher in der Sonderausgabe gewinnen! :)

Kommentare:

  1. Klingt echt spannend, wie du das so erzählst, auch wenn ich die vielen Personen überhaupt noch nicht zuordnen kann. Verstehe ich das richtig, die Römer und die Griechen mögen sich nicht wirklich? ;-)

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    1. Tatsächlich nicht - sie wissen eigentlich auch nicht (mehr) voneinander, bis zum Anfang dieser Reihe. Weil die beiden Camps mal Krieg gegeneinander geführt haben, haben die Götter beschlossen, dass sie getrennt von einander existieren sollen!

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  2. Danke für deine Rezi. Helden des Olymp habe ich bisher noch nicht gelesen. Ich kenne nur Percy. Nach deinen ganzen Beiträgen Frage ich mich wirklich wieso :D wahrscheinlich, weil ich es merkwürdig fand, dass Percy fehlt. Ich finde es immer merkwürdig, wenn in einer Welt mehrere Geschichten erzählt werden und dann mit anderen Charakteren. Allerdings konnte ich mich mit den Büchern von Cassandra Clare auch anfreunden, obwohl es aus der Sicht anderer - wenn auch teilweise bekannter - Personen erzählt wird. Bei Blood and Gold habe ich mich allerdings bis heute gesträubt...

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    1. Percy fehlt ja auch nur im ersten Buch, danach ist er ja wieder da :) Genauso wie Annabeth, die man ja auch schon kennt und die anderen Charaktere lernt man auch sehr schnell kennen, und hat sie dann auch gern. :)

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  3. Hallo
    Danke für die tolle Rezi, ich fand die Reihe schon lange toll.
    Jetzt muss ich die aber langsam ganz unbedingt selbst lesen 😊
    Lg Manu

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  4. Ich bin ja so ewig um diese Reihe herumgeschlichen, einerseits, weil Percy erst im zweiten Teil auftaucht und andererseits, weil ich Angst hatte, sie würde die erste Reihe kaputtmachen, was sich allerdings nicht als richtig erwiesen hat. Die Reihe schafft es vielleicht nicht huntderprozentig, aber doch ganz gut, das Niveau zu halten.
    Ich hab aber auch etwas gebraucht, bis ich mit Jason warmgeworden bin ... wenn ich so darüber nachdenke sogar relativ lange. xD Vielleicht auch ein bisschen aufgrund der Angst, er könnte Percys Platz einnehmen. Zunehmend noch mehr ans Herz gewachsen ist mir dafür Nico.
    Allerdings fand ich das Ende auch ein wenig schnell abgehakt, gerade auch in Bezug auf so viele Drohungen und Vorhersehungen und was da nicht alles im Verlauf von fünf Büchern prophezeit wird, aber am Ende teilweise irgendwie ein bisschen unterging.

    Liebe Grüße,
    Dana

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